Volltextsuche
Archiv aller Beiträge
-
Die 10 neuesten Beiträge
- „Wie fühlst du dich?“ – Axel Hacke stellt die Grundsatzfrage
- Bildgewaltiges Spiel mit der Vorstellungskraft: „Imagine“ von Kay Voges und Alexander Kerlin am Schauspiel Köln
- Zurück in den Sumpf: Jean-Philippe Rameaus nachdenkliche Komödie „Platée“ am Theater Hagen
- Wikinger-Oper mit Potenzial: Dirigent Wolfram-Maria Märtig zur Erstaufführung der „Fritjof-Saga“ am Aalto-Theater Essen
- Prächtig amüsiert: Cäcilia Wolkenburg würdigt mit „E Levve för Kölle“ Konrad Adenauer zum 150. Geburtstag
- Gegen die Idiotie der Teilung: „Berliner Sachen“ von Uwe Johnson in einer ausführlich kommentierten Neuausgabe
- In ärztlichen Wartezimmern: Wenn Bären „Gute Besserung“ brummen
- Fein abgestuftes Kolorit: Frank Peter Zimmermann und die Essener Philharmoniker mit Frank Martin und Franz Schubert
- Witz, Tempo, Herz: Paul Abrahams Operette „Märchen im Grand-Hotel“ hat Premiere in Dortmund
- Stichworte oder: Was man so mithört
Meistgelesen (ab 1.10.23)
- Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten
- Aufklärung, das unvollendete Projekt – opulente Ausstellung in Berlin
- Wie sich die chinesische Lyrik nach und nach von Fesseln befreite und…
- Viele, liebe, beste, schöne, freundliche, herzliche Grüße: Die etwas…
- Entdecker in den Gefilden der Rockmusik: Alan Bangs wird 70 Jahre alt
- Konjunktur mit Fußballbildchen: Das Wunder in Tüten aus Dortmund und…
- Woran Goethe glaubte
- „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ – ein opulenter…
- Wie sich Pflegedienste nennen
- Der Struwwelpeter, der Suppenkasper und ihre Wirkung auf die Kunst –…
- Die Unternehmer-Familie Quandt und ihr Bezug zum Ruhrgebiet
- „Familie Hauser“ als (un)heimlicher Internet-Hit: Viele Millionen…
- Zum Schluß bleibt noch die Altersmilde – Robert Gernhardts „Lichte…
- Kunst-Stoff für Christo – Fabrik in Emsdetten fertigt das Gewebe für die…
- Kindheit im Ruhrgebiet – Erinnerung an versunkene Zeiten
- Bedeutsam wie eh und je: George Orwells „Farm der Tiere“ gleich in…
- Gemischte Gefühle beim Abschied von sämtlichen Dingen: „Später…
- TV-Nostalgie (19): Werner Höfers „Frühschoppen“ – das Sonntagsritual
- TV-Nostalgie (6): Erik Ode als „Der Kommissar“ – Mal…
- Bürgerinitiative peilt ehrgeiziges Ziel an: Altes Dortmunder Rathaus…
- Heino wird 80 – Sind denn alle Geschmäcker nivelliert?
- Die einfachen Dinge des Lebens lieben – Der Schauspieler Heinz Bennent…
- Wo selbst Prominentengräber unscheinbar sind – ein Gang über den…
- Vor 70 Jahren: Als es das Essen nur auf Lebensmittelmarken gab
- Dortmund damals: Beim Betrachten alter Bilder aus der Heimatstadt
- Wahn und Wirklichkeit: „Englischer“ Opern-Doppelabend in Duisburg
- Früher war einfach mehr Kneipe!
- Von Unna aus ein wenig die Welt verändern – Nachruf auf den vielseitigen…
- „Mächtiger Körper, Wahnsinn im Glas“: Das Vokabular der Weinverkostung
- Reizendes Kaleidoskop: Anna Vinnitskaya ist Porträtkünstlerin der…
- Trotz allem optimistisch bleiben – die fabelhaft farbigen Welten…
- TV-Nostalgie (28): „Der goldene Schuß“ mit Lou van Burg – „Kimme,…
- WDR 4: Radio für Senioren – aber ganz anders als früher
- Was ist denn wohl ein Aminaschlupferle? – Neues Buch über „Wörter, die…
- Vom Mikro zur Motorsäge – die zweite Karriere von Pia Lund („Phillip Boa…
- „Tegtmeier“ lebt nicht mehr – Ruhrgebiets-Komiker Jürgen von…
- Dem Ruhrpott seine Sprache
- Die „Essais“ des Michel de Montaigne und ihr deutscher Übersetzer –…
- Der Flaneur braucht kein Ziel
- Entlustet und mohrifiziert – Wortverhunzung und Schlimmeres im…
- Iserlohn: Ein Hauch der weiten Welt im Goethe-Institut – abseits der Metropolen
- Berührende Tragödie: Cecilia Bartoli mit Glucks „Orfeo ed Euridice“ in…
- Schurke und Biedermann: Ausstellung zum 100. Geburtstag des…
- Vergehende Zeit, hier im Revier: Zum Beispiel die Dortmunder Steinhammerstraße
- Ein Grundklang für Generationen: Bochums Jugendsinfonieorchester feiert…
- Queen für ein ganzes Zeitalter: Vor 200 Jahren wurde die britische…
- Zum Tod von Ulrich Wildgruber: Ein Berserker, der uns sprachlos machte
- Größter Holzhandel weit und breit: Grabstätte führt auf die Spuren einer…
- Der Vater der Luftschiffe: Vor 100 Jahren starb Ferdinand Graf von Zeppelin
- Erich Fried: Schriftsteller, Philanthrop, Vor-Denker und…
- Die Geburt des Kinos in Europa: Vor 125 Jahren markierte das Patent der…
- Langer Abschied vom Generalmusikdirektor: Gabriel Feltz wechselt bald…
- Sprachphilosophie aus der Bauernstube – Brian Friels Stück…
- Die Kunst des Schmerzes: Marina Abramović in Bonn
- Wenn man vom Rathaus kommt, ist man klüger – ein lehrreicher Rundgang…
- Frauen, die beim Wohnen warten
- Einkaufen früher und heute
- „Spätlese“ zum 90. von Loriot: Eine Fülle bisher unbekannter…
- Das Leben ohne Verdünnung: Otto Dix in Düsseldorf
- Nashorn oder Fuchs: Städtische Symboltiere auf der Straße
- Vom Hauen und Stechen im Theater: Kampftrainer Klaus Figge im Porträt
- 90 Jahre „Kampfbahn Rote Erde“: Wenn Gerd Kolbe erzählt, wird die…
- TV-Nostalgie (24): „Der große Bellheim“ – Die älteren…
- Nicht nur zum Ende der Zechen-Ära eine Erinnerung wert: August Siegel,…
- Wenn Bäume Zähne zeigen
- Lachen gegen die absurden Regeln der Welt: Vor 50 Jahren starb Stan Laurel
- TV-Nostalgie (22): „Ein Herz und eine Seele“ – als…
- Es könnte ruhig ein wenig mehr sein – Museum Folkwang zeigt Werke Lyonel…
- „Wie eine Straßenköter-Mischung“ – Jugendstil und Artverwandtes im…
- Hömma, Dingenskirchen, ey! Und schon wieder liegt ein Asterix-Band auf…
- Beyenburg mit seinem Stausee – ein bergisches Idyll am Rande von Wuppertal
- Seelenfenster geöffnet: Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Krefeld-Mönchengladbach
- Kreativer Kosmos, künstlerischer Klamauk – Martin Kippenberger in der…
- Beispiel Dortmund: Mit Karstadt schwinden auch Erinnerungen
- Zum Tod von Marianne Faithfull – Rückblick auf ein Konzert von 1999
- TV-Nostalgie (32): Bernhard Grzimeks „Ein Platz für Tiere“…
- Das Ruhrgebiet – von allen Seiten betrachtet: 100 Jahre…
- TV-Nostalgie (35): Konversation mit Kitzel – „Je später der…
- Vom Fluch frühen Ruhms: Der Pianist Jan Lisiecki im Konzerthaus Dortmund
- TV-Nostalgie (17): „Wünsch Dir was“ – als Dietmar Schönherr für…
- Unbewusstes aus der Dunkelkammer – Bilder des deutschen…
- Impressionismus und Fotografie – zwei Wege in die Moderne
- TV-Nostalgie (27): „Auf der Flucht“ – Als Dr. Richard…
- Bye-bye, Sabine – ein Nachruf auf die Dortmunder Krimiautorin Sabine Deitmer
- Beklemmend schön: „Der Hamiltonkomplex“ mit dreizehn…
- Schloss Cappenberg: Nach langer Schließung kehrt bald wieder Leben ein
- Von Nöttelefönes, Klötenköhm und Halfjehang – ein Herkunftswörtbuch zur…
- Im 100. „Schreibheft“: Vergessene, verkannte, verschollene…
- Mathematiker kontra Verbrecher – Antti Tuomainens Comedy-Thriller „Der…
- „Wenn der Wind von Hörde kam, roch es wie Pech und Schwefel“…
- „Schwarze Kohle, rotes Licht“ – Schwere Jungs erinnern sich an ihr…
- Geflüchtete Kinder in der Schule: Essener Gymnasium am Stoppenberg gibt…
- „Geh nicht durchs Gewischte!“ – Torsten Sträters „Heimspiel“…
- Der BVB verteilt alljährlich über 155.000 Plastikkarten – muss das denn sein?
- Natur und Kunst, Schönheit und Grauen: Vor 150 Jahren starb der…
- Erst Rocksängerin, dann Bildhauerin – Pia Bohr: „In der Kultur haben es…
- Für die Benachteiligten schreiben: Die Werkstatt Dortmund im „Werkkreis…
- Dem „göttlichen Claudio“ zum 450. Geburtstag: Monteverdi bringt in…
- Bumsfideler Bergmann anno 1971: „Laß jucken Kumpel“ – der etwas…
- Onkel Dagoberts Traum: Deutschlands größter Geldspeicher steht…
- Wer erweckt dieses frühere Kino zum Leben?
- TV-Nostalgie (11): Loriot – Humor mit Stil
- Hohe Belastung mit Umweltgift PCB: Uni Bochum reißt zwei Großgebäude ab
- Rekonstruktion einer Abtreibung von 1964 – „Das Ereignis“ von Annie Ernaux
- Ruhrgebiets-Flamenco: Rafael Cortés brilliert in der Lichtburg Essen
- TV-Nostalgie (15): Robert Lembkes „Was bin ich?“ – die…
- Mit vokalem Volldampf durch Georgien: Der Trinity Cathedral Choir aus…
- Perfekt, freudlos – das Folkwang-Museum zeigt italienische Malerei…
- Hach! Hihi! Huch! – Mal wieder ein Buch zur putzigen Dingwelt der…
- „Haus der Löcher“: Ödnis im Porno-Paradies
- Schonungsloser Blick auf Missstände seiner Zeit: Vor 150 Jahren starb…
- Das Ruhrgebiet war gegen Nazis nicht immun: Schon 1932 füllte Hitler die…
- Garantie auf Gänsehaut: Das Gesangsoktett VOCES8 sprengte beim…
- Stadt, Land, Fluss: Andreas Gursky in Düsseldorf
- Wie die Kunst auf die Industrialisierung reagierte – „Vision und…
- Auf dem Berg der Wahrheit – Ein Spaziergang auf den Spuren von…
- Schrecken und Schönheit der Natur – Münster zeigt grandiose…
- Das Revier im Paket: Adolf Winkelmanns Ruhrgebiets-Filme im Kino und auf DVD
- Lars Vilks „Nimis“: Kunstwerk aus Treibholz reizt seit Jahrzehnten…
- Joachim Meyerhoff: Literarisches Denkmal für die Mutter
- Goethe-Institut – auf Wellenlänge der neuen Außenministerin
- Der erste Opernstar der Schellack-Zeit: Vor 100 Jahren starb der…
- Das Erbe von „Tegtmeier“ wirkt weiter – Jürgen von Manger wurde…
- Erfinder des Saxophons: Vor 200 Jahren wurde Adolphe Sax geboren
- Kriegsende an der Ruhr: Bei Hattingen gab es „Friendly Fire“
- Die Posen des jungen Werther – Joachim Meyerhoff im Einpersonen-Stück…
- Duplikate für den historischen Ostfriedhof – warum muss das denn sein?
- Mäuse, Schweinchen, Feen und Pinguine: Sehenswerte Trickserien für…
- Verzicht auf die Katastrophe: „Schwanensee“ am Essener Aalto-Theater
- Schneller Fuchs, träger Hund, Bayern und Sylt oder: Das ganze Alphabet…
- Grenzgänge an der Küste – die melancholischen Meeresbilder des Hermann Buß
- Der Krebs und der Krieg – Robert Gernhardts erschütternde „K-Gedichte“
- „Zupacken Ehrensache“: Wie die Ruhris mit einem…
- Frank Zappa enttäuscht Publikum in Ahlen – ganz im Gegensatz zu Rory Gallagher
- Olympische Spielstraße, München, 1972 – Erinnerungen an ein fröhliches…
- Songs für die Ewigkeit: Zum Tod des großen Dichters und Sängers Leonard Cohen
- Alles so schön bunt hier – „Das Spiel ist aus“ nach Jean-Paul…
- „Ruhrgold“ und silberne Pommes-Picker
- Alles auf Anfang: Wie die Künstlergruppe „junger westen“ im…
- Neustart bei den „Mitternachtsspitzen“: Da geht noch was…
- Werke von großer Aussagekraft – eine nachdrückliche Erinnerung an…
- „Was für ein Jahr!“ (Gesammelte Grußformeln, 2020er…
- „Schöne Scheiße“ im Dortmunder Museum: Die stets unfertige Welt…
- Von „Alka Seltzer“ bis „Schapusiak“ – Spitznamen, mit denen…
- Als Frauen aus der Rolle fielen – ein Abend mit Super-8-Filmen der 60er…
- Weltstädte, Technik und Jazz als Triebkräfte – die energetische Bildwelt…
- TV-Nostalgie (9): „Bonanza“ – eine Western-Serie für…
- Personenkult um einen deutschen Star: „I want absolute beauty“ wird…
- TV-Nostalgie (13): „Stahlnetz“ – der…
- Auto des Wirtschaftswunders: Vor 60 Jahren feierte Volkswagen die erste Million
Archiv des Autors: Bernd Berke
Ein paar Erwägungen zur „Schande von Dortmund“ (Randale beim Spiel BVB gegen RB Leipzig)
Eigentlich wollte ich keine Zeile darüber schreiben, weil es sozusagen ums Gegenteil von Kultur geht. Aber: Man kann von den Dortmunder Fußball-Krawallen gar nicht absehen, wenn man hier lebt.
Also, ganz klar: Dass so genannte BVB-„Fans“ am letzten Samstag die Gäste aus Leipzig, darunter auch Frauen und Kinder, mit Steinen, Flaschen, Dosen, Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen beworfen haben, ist kriminell.

Nachträgliches Statement: Transparent beim BVB-Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin am 8. Februar. (Screenshot / ARD)
Auch die teilweise extrem menschenverachtenden Hetz- und Hass-Transparente (Heda, BVB-Ordnungsdienst, wie konnten die in so großer Zahl ins Stadion gelangen?) und der versuchte Angriff auf den Mannschaftsbus der Leipziger sind schändlich und unverzeihlich.
Jeder feststellbare Einzelfall wird jetzt und in den nächsten Wochen zu untersuchen … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft, Krimi & Kriminalität, Medien, Region Ruhr, Wahnwitz
Verschlagwortet mit BVB, Dortmund, GdP, Hoeneß, Krawalle, Polizei, Randale, RB Leipzig, Schande von Dortmund, Watzke
5 Kommentare
Soziale Miniaturen (17): Ich Vater. Hier. Jacke an!
In einem Restaurant mittleren Anspruchs: Der Mann dürfte um die 30 Jahre alt sein. Er und seine Gefährtin (in dieser Reihenfolge) haben ein wenige Wochen altes Baby. Vielleicht sind sie das erste Mal wieder „draußen“ aus der vormals ungeahnten Elternschafts-Höhle. Nein, nicht „Hölle“.
Die Frau geht sehr natürlich und normal mit dem Kind um, als hätte sie es immer schon gehabt, sie macht kein Aufhebens. Doch dann erobert er die Szenerie. Er nimmt das Kind wie ein Handwerkszeug, demonstrativ fuhrwerkend. Er bleibt breitbeinig stehen und schwenkt es ausgiebig hin und her, als wollte er es allen mal so richtig zeigen. Betonter, gravitätisch ausagierter Vaterstolz. Potenzbeweis überdies.
Nun bringt die Kellnerin … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Familie, Frauen & Männer, Kinderzeiten
Verschlagwortet mit Familie, Kleinfamilie, Vater
Ein Kommentar
Der ewige Zwiespalt: Gehört die Stadt Dortmund eher zu Westfalen oder zum Ruhrgebiet?
Vor einigen Tagen gab es ein mächtiges Rumoren im Ruhrgebiet. Oder war’s eher ein klägliches Jammern und Jaulen? Thomas Westphal, Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung, hatte es offenbar gewagt, am gelingenden Strukturwandel des Ruhrgebiets zu zweifeln.

Westfalen oder Ruhrgebiet? Impression aus der Dortmunder Innenstadt, vorn die von Mario Botta entworfene Stadt- und Landesbibliothek. (Foto: Bernd Berke)
Der übrigens in Lübeck geborene und also des hiesigen Stallgeruchs ermangelnde, jedoch namentlich für Westfalen prädestinierte Westphal belobhudelte (etwas penetrant pro domo) die von ihm mitverantwortete Entwicklung in Dortmund, das er als digitales Zentrum für Westfalen ausschilderte. Laut WAZ fuhr er in diesem distanzierenden Sinne fort: „…obgleich wir öffentlich immer gerne zum Bestandteil des niedergehenden Ruhrgebiets gemacht werden, sind wir in Wirklichkeit ein Motor der … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Dortmund, Gerhard Langemeyer, Roland Mitschke, Ruhrgebiet, RVR, Thomas Westphal, Ullrich Sierau, Westfalen
Schreib einen Kommentar
„Die halbamtliche Kairoer Zeitung…“ – Über gewisse Floskeln in den Nachrichten
Kleines Rätsel ohne Preis. Wie gehen denn wohl die folgenden Nachrichten-Floskeln weiter?
„Die halbamtliche Kairoer Zeitung…“
„Der drusische Milizenführer…“
„Autoexperte…“
Richtig, alles richtig. Applaus, Applaus!
Die gesuchten Ergänzungs-Wörter schnacken ja auch gleichsam automatisch ein. Die Zeitung aus Kairo heißt natürlich Al-Ahram. Der heute nachrichtlich nicht mehr so präsente Milizenführer nennt sich Dschumblatt (dieser satte Namensklang!). Der vielzitierte Autoexperte ist in rund 95 Prozent aller Fälle Ferdinand Dudenhöffer und wirkt als Professor an der Uni Duisburg-Essen. Mit den Terrorexperten verhält es sich hingegen anders. Davon gibt inzwischen Dutzende. Mindestens.
Weitere Beispiele dürften sich dennoch schnell finden. Aber die erwähnten sind schon besonders bewährte Exemplare. Ehedem gehörten zum Beispiel auch „Literaturpapst…“ (Reich-Ranicki) oder „Die Lichtgestalt…“ … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Medien, Sprache
Verschlagwortet mit Al-Ahram, Dschumblatt, Dudenhöffer, Floskeln, Journalismus, Medien, Nachrichten
Schreib einen Kommentar
Kulturelles Wechselfieber in Dortmund: Künftiger Opernchef heißt Heribert Germeshausen
Geradezu aufregend rasant ist das Kulturleben in Dortmund, derzeit vor allem in personeller Hinsicht auf den obersten Etagen.
Kaum war der Wechsel des Konzerthaus-Chefs Benedikt Stampa nach Baden-Baden verkündet (Vollzug zum 1. Juni 2019) und die sofortige Suche nach einer Nachfolge eingeleitet, da präsentierte man auch schon einen neuen Opern-Intendanten: Er heißt Heribert Germeshausen, ist seit 2011/12 Operndirektor am Theater Heidelberg und folgt in Dortmund auf Jens-Daniel Herzog, der zur Spielzeit 2018/19 als Intendant zum Nürnberger Staatstheater wechselt. Die Zustimmung des Dortmunder Stadtrates (Sitzung am 6. April) zur Berufung Germeshausens gilt als Formsache.
Bedenkt man, dass kürzlich auch die beiden wohl wichtigsten Museumsposten der Stadt neu besetzt worden … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Oper & Ballett, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Dortmund, Heribert Germeshausen, Oper
Schreib einen Kommentar
Transfer-Hammer: Botho Strauß von Hanser zu Rowohlt
Das ist ja mal eine bemerkenswerte Meldung aus dem Verlagsbereich: Botho Strauß, der nicht immer unumstrittene Schriftsteller von außerordentlichem Rang, wechselt von München nach Reinbek bei Hamburg. Will heißen: Seine kommenden Bücher werden nicht mehr im Hanser Verlag erscheinen, sondern bei Rowohlt.
Im deutschsprachigen Literaturbetrieb darf diese Nachricht, die uns als Rowohlt-Pressemitteilung um 16:44 Uhr erreichte, als gelinde Sensation gelten. Eine Blitzmeldung sozusagen.
Ich will hier nicht weiter darüber spekulieren, was ihn zu diesem Schritt bewogen haben mag. Auch weiß ich nicht, ob man ihn gar dazu überredet hat. In der Buchbranche werden sicherlich entsprechende Gerüchte wabern.
Nein, ich möchte hier nur ein klitzekleines Gegengewicht setzen, … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Leibesübungen, Literatur
Verschlagwortet mit Botho Strauß, Hanser, Rowohlt
2 Kommentare
Was Passanten zu hören bekommen – und was die Wissenschaft daraus machen könnte
Alltäglicher kann Alltag nicht sein: Als ich dieser Tage zu Fuß unterwegs war, ist es mir mal wieder aufgefallen: Da kamen mir u. a. zwei Leute entgegen und ich schnappte en passant einen winzigen Gesprächsfetzen auf: „…das, was er zum Leben hat…“ Da ging es also, um es ganz trocken zu sagen, offenbar um den eher dürftigen Sozialstatus eines Freundes oder Bekannten.
Die nächsten Leute unterhielten sich anscheinend über Städte, denn es hieß: „Wuppertal liegt ja auch nicht höher.“ Gleich darauf kam ich an zwei älteren Damen vorbei, die plaudernd bzw. tratschend an der Straßenecke standen. Und wieder war im Vorübergehen eine sekundenkurze Äußerung zu verstehen. Die … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Gesellschaft, Sprache, Wissenschaft
Verschlagwortet mit Alltag, Forschung, Gesellschaft, Wissenschaft
Schreib einen Kommentar
„Zeit-Räume Ruhr“: Orte der Erinnerung im Revier gesucht
Jetzt mal Butter bei die Fische: An welchen Ort im Ruhrgebiet erinnern Sie sich besonders intensiv, ob nun gern oder ungern?

Das Plakat zum Projekt „Zeit-Räume Ruhr“: Zechenkumpel wird zum… IT-Experten, Hipster oder was auch immer. (© Zeit-Räume Ruhr / Gestaltung: Freiwild Kommunikation)
Wenn Ihnen dazu jetzt oder demnächst etwas einfällt und Sie vielleicht auch noch eigene Fotos vom besagten Ort beisteuern können, dann sollten Sie vielleicht an einem neuen Projekt mitwirken. Es heißt „Zeit-Räume Ruhr“ und soll revierweit ortsbezogene Erinnerungen sammeln, später dann sichten und werten.
Texte und Bilder einfach hochladen
Es ist ganz simpel: Texte und Bilder bis zum 31. Dezember 2017 auf der Internetseite www.zeit-raeume.ruhr hochladen – und schon ist man dabei, wenn denn der Beitrag Netiquette … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Verschlagwortet mit Erinnerungen, Orte, Regionalverband Ruhr, Revier, Ruhr Museum, Ruhr-Uni, Ruhrgebiet, RVR, Zeit-Räume Ruhr
Schreib einen Kommentar
„Halt die Klappe, ich hab‘ Feierabend“ – Zum Tod von Franz Jarnach alias „Schildkröte“

„Schildkröte“ (Franz Jarnach) 2014 im Eppendorfer Imbiss, dem Schauplatz der „Dittsche“-Reihe. (Foto: WDR / Beba Franziska Lindhorst)
Nein, eine große schauspielerische Leistung musste er wahrhaftig nicht abliefern – und doch war’s unbedingt Kult, was er vollbrachte: Seit dem „Dittsche“-Sendestart 2004 hat er in Ingos Imbiss auf seinem Hocker gesessen und war einigermaßen zufrieden, wenn er möglichst in Ruhe sein Bierchen trinken konnte.
Ganz klar, wird reden von „Schildkröte“, dem massigen Mann, der (laut Rollenlegende) tagsüber im Baumarkt an der Säge stand und abends halt die Schnauze gestrichen voll hatte. Nur manchmal, wenn’s Bademantelträger „Dittsche“ (Olli Dittrich) mit seinen „Weltideen“ gar zu bunt trieb, konnte auch dieser große Unbewegliche sich ein Lachen nicht verkneifen.
Doch wenn „Dittsche“ ihn am Schluss jeder … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Kleinkunst & Comedy, Scherz, Satire, Ironie
Verschlagwortet mit Dittsche, Franz Jarnach, Ingo, Jon Flemming Olsen, Olli Dittrich, Schildkröte
Ein Kommentar
Beichte eines Abo-Nomaden
Von Mietnomaden hat man schon Übles gehört. Sie ziehen weiter und weiter, stets Chaos und womöglich Müllberge hinterlassend. Eigentlich müssten sie Mietverweigerungsnomaden heißen, denn sie zahlen nicht fürs Wohnen. So schlimm verhält es sich bei mir nicht. Ich bin ja auch nur ein Abo-Nomade und bezahle meine Zeitungen pünktlich. Aber wechselhaft bin ich doch. Man könnte geradezu von Presse-Promiskuität sprechen. Hier meine schonungslose Beichte:
Früher war ich mal ein ausgesprochen treuer Leser, habe viele Jahre lang zuerst die Frankfurter Rundschau (FR) abonniert, dann – ebenfalls für sehr lange Zeit – die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die regionale Westfälische Rundschau (WR) gab’s eh über Jahrzehnte als Freiexemplar, weil ich dort gearbeitet habe.
Als … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Medien
Verschlagwortet mit Cicero, Die Zeit, FAS, FAZ, FR, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Freitag, Presse, Print, Ruhrnachrichten, WAZ, Welt am Sonntag, Westfälische Rundschau, WR
5 Kommentare
Sind Birnen besser als Äpfel? Hanns-Josef Ortheils Buch „Was ich liebe und was nicht“
Manche Schriftsteller schätzt man auf eine Weise, dass man auch mehr über den Menschen hinter den Büchern erfahren möchte. Hier naht eine Abhilfe: Der 1951 in Köln geborene Autor Hanns-Josef Ortheil versorgt uns in „Was ich liebe und was nicht“ gar reichlich mit Ansichten seiner selbst, mit höchstpersönlichen Bekenntnissen und Reflexionen.
Einige Beispiele gefällig? Bitte sehr, ich verkürze notgedrungen furchtbar ungerecht, doch im Duktus ist es nicht völlig verzerrt:
Mit dem Autofahren und dem Fliegen hat’s Ortheil nicht so, er nimmt lieber die Bahn – und verrät ausführlich, warum das so ist.
In einem umfangreichen Kapitel übers Essen erfahren wir einiges über seine kulinarischen Vorlieben und Abneigungen. Er mag, wie es sich schon auf dem Buchcover andeutet, z. B. lieber … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Buchmarkt & Lesen, Kultur an sich, Lebenswege, Literatur
Verschlagwortet mit Hanns-Josef Ortheil, Was ich liebe und was nicht
Ein Kommentar
Irrtum oder Plagiat? – Eine winterliche Spurensuche zwischen Goethe und Rosenkohl
Wir beginnen womöglich mit einem Goethe-Zitat, welches von winterlichen Verhältnissen kündet:
„Mir kommen diese Wintertage manchmal wie seltsam helle Nächte vor, in denen die Sonne zum Mond mutiert, in denen durcheinandergerät, was scheint und was beschienen wird. Vielleicht braucht es solche Tage, die wie Nächte sind, damit uns in einem erfrorenen Garten etwas wie Rosenkohl zum Lebenswert werden kann, der in der lottrigen Hütte unseres Weltvertrauens eine feste Schraube setzt.“
Wirklich sehr originell geschrieben, nicht wahr? Aber warum habe ich gesagt, es sei „womöglich“ ein Goethe-Zitat? Weil es zweifelhaft ist.
Die Fundstelle ist ein Buch, das ich gerade lese, genauer: Seite 38 in Bernd Brunners „Als die … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Literatur, Natur Klima Umwelt, Netzwelten & KI, Sprache, Stilfragen
Verschlagwortet mit Als die Winter noch Winter waren, Bernd Brunner, Galiani, Goethe, Rosenkohl, Samuel Herzog, Winter
10 Kommentare
„Rambo“ statt Rezensionen
Meine Rezensions-Faulheit hat sich auch über den Jahreswechsel hinaus gehalten. Daher wird gnadenlos weiter gefaselt.
Rezensionen gehen ja heute sowieso anders. Zunächst einmal: Man gurkt nicht mehr umständlich mit Fachbegriffen herum, überhaupt kann man sich nähere Kenntnisse sparen. Denn dann könnte man ja den Kontakt zu den einfacheren Leuten verlieren. Und das wiederum spielt nur den Populisten in die Karten. Stimmt’s oder hab‘ ich recht?
Auch gibt man sich nicht empfindsam oder einlässlich. Jeder Feinsinn ist verpönt. Viel lieber sollte man seine Kulturkritik mit jeder Menge Anspielungen auf mehrheitsfähige populäre Mythen garnieren und das Ganze kräftig „anpunken“.
Der eine oder andere * Ausruf nach dem Muster „Verfickte Scheiße!“ ist sozusagen ein Muss, will man seine street credibility auch nur ansatzweise … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Kino, Kultur an sich, Medien, Stilfragen
Verschlagwortet mit Kino, Kultur, Punk, Rambo, Rezensionen, Rohmer, Truffaut, verfickte Scheiße
11 Kommentare
Was ich eigentlich gerne schreiben wollte, dann aber doch nicht geschrieben habe…
Das Nicht-Getane, hier wird’s Ereignis. Wenn ich mir so überlege, worüber ich in den letzten Tagen habe schreiben wollen! Ui-ui-ui. Doch wo anfangs ein Wille gewesen sein mag, ist er dann doch nicht auf den Weg geraten.
Beispielsweise hätte ich ausführlichst von jenem misslichen kleinen Vorfall berichten können: Vergoss ich doch tatsächlich eine Tasse (schwarzen) Kaffee in meine vormalige Mac-Tastatur. Sie hat’s nicht überlebt. „R.I.P.“, wie es bei betroffenen Facebookianern öfter mal heißt.
Anschließend habe ich mich mit einem so genannten „Migrations-Assistenten“ geplagt, der einem hilft, Programme, Dateien und Einstellungen von einem Computer auf den anderen zu schaufeln. Man lasse sich das Wort auf der Zunge zergehen: „Migrations-Assistent“.
Nebenbei gesagt: Ich mag’s ja … Weiterlesen
Trotz alledem: Wir wünschen friedliche Weihnachten und ein besseres neues Jahr
Veröffentlicht unter Glaubensfragen, Krieg & Frieden, Lebenswege
Verschlagwortet mit 2016, 2017, Neujahr, Weihnachten
3 Kommentare
„Die Natur ist unsere Lehrerin“: Hamm zeigt Gemälde aus Künstlerkolonien um 1900
Lichtflirrende Birkenalleen, liebliche Gewässer, weite Felder, zauberhafte Seeblicke, düstere Moore. Diese Ausstellung führt uns hauptsächlich auf Schauplätze in der freien Natur. Im Hammer Gustav-Lübcke-Museum geht es jetzt um „Lieblingsorte – Künstlerkolonien“ von Worpswede bis Hiddensee. Man darf sich auf etliche schöne Ansichten gefasst machen.
Museumsleiterin Friederike Daugelat, die sich mit dieser Schau von Hamm verabschiedet, hat sich, der besseren Vergleichbarkeit wegen, auf den deutschen Norden konzentriert. Motive und Stimmungen, Licht und Schatten sind dort eben anders beschaffen als in südlicheren Gefilden.
Bilder aus insgesamt sieben Künstlerkolonien sind zu sehen. Worpswede ist die bei weitem bekannteste, auf der imaginären Reiseroute folgen: Schwaan (Mecklenburg), Hiddensee, Heikendorf (bei Kiel), Ahrenshoop (Fischland-Darß), Ferch (bei Potsdam) und … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft, Kunst & Museen, Natur Klima Umwelt, Stadt Land Fluss
Verschlagwortet mit Ahrenshoop, Ferch, Gustav-Lübcke-Museum, Hamm, Heikendorf, Hiddensee, Künstlerkolonien, Lieblingsorte, Mackensen, Modersohn, Modersohn-Becker, Nidden, Overbeck, Schwaan, Vogeler, Worpswede
Schreib einen Kommentar
Kino-Ödnis in einer Großstadt: Wenn auch noch die Dortmunder „Schauburg“ schließen würde…
Dortmund ist eh schon alles andere als eine Kinostadt, und nun schließt auch noch – nach 104 Jahren – mit der „Schauburg“ das älteste Lichtspielhaus am Platze. 1912 war das Vorläuferkino eröffnet worden, also bereits vor dem Ersten Weltkrieg. Wenn das keine Tradition ist!
Wie die Nordstadtblogger und die Ruhrnachrichten übereinstimmend berichten, gibt’s in der Brückstraße schon am 26. Dezember die allerletzte Vorstellung; ein Rückschlag auch für alle städtischen Bemühungen, das Problemviertel ein wenig aufzuwerten.
Immerhin halten Konzerthaus, Chorakademie (Europas größte Singschule) und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte im näheren Umkreis die kulturelle Stellung, wie denn überhaupt (vom Theater mal abgesehen) das Dortmunder Musikleben wohl noch die lebendigste Sparte in der Stadt ist.
Es liegt übrigens nicht einmal an … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kino, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Brückstraße, Dortmund, Kino, Schauburg, Schließung
5 Kommentare
WDR-Film „Wildes Ruhrgebiet“: Wie Pflanzen und Tiere frühere Industrieflächen erobern
Die bundesweit größte Wanderfalken-Kolonie hat sich im Ruhrgebiet angesiedelt. Diese Raubvögel, die auch auf Tauben aus sind, mögen halt hohe Schlote, aus denen kein Rauch mehr kommt.
Derlei erstaunliche Eroberung aufgegebener Industrie-Areale ist beileibe kein Einzelfall. Etliche Tierarten haben – um nicht einmal zu kalauern – ihr Revier im Revier gefunden; zumindest für eine gewisse Zeit, häufig auch dauerhaft. Das Ruhrgebiet als „Platz für Tiere“ – wenn Bernhard Grzimek das geahnt hätte…

Zwischen rostendem Stahl: Rotfüchse haben sich mitten im früheren Hüttenwerk (Landschaftspark Duisburg Nord) angesiedelt. Hier finden sie bessere Schlupfwinkel als im Wald. (Foto: © WDR/Light & Shadow GmbH)
Da sind beispielsweise die Füchse, die sich im stillgelegten Duisburger Stahlwerk sicherer fühlen können als in vermeintlich „freier Natur“. Unterdessen … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Natur Klima Umwelt, Region Ruhr, Stadt Land Fluss, Technik
Verschlagwortet mit Ansiedlung, Brachland, Industrie, Industriebrachen, Natur, Ödland, Pflanzen, Revier, Ruhrgebiet, Stahlwerke, Tiere, Zechen
Schreib einen Kommentar
Moden und Marotten im Journalismus (4): Von Selbstversuchen und Katalog-Rezensionen
Kennt ihr die vor einigen Jahren verstärkt aufgekommene Reporter-Marotte, alles an sich selbst auszuprobieren?
Ich möchte nicht wissen, wie viele Journalistinnen (oder auch Journalisten) sich im Lauf der Jahre unter einer Burka (wahlweise Niqab) verborgen und die Reaktionen der Mitwelt aufgezeichnet haben.
Erst jüngst fingierte eine Kollegin, sie müsse davon leben, in Mülltonnen nach dem Nötigsten zu suchen – und schrieb ausführlich darüber…
Einmal in Rechnung gestellt, dass manche junge Journalistin tatsächlich nicht ihr hinreichendes Auskommen hat, durchwehte jenen Beitrag trotzdem mehr als ein Hauch von Zynismus. „Elend“ mit eingebauter Rückkehr-Garantie. Hach, wie wärmt das ein herzensgutes Mittelschichts-Seelchen. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit.
Einige mögen … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Design, Medien, Stilfragen, Warenwelt & Werbung
Verschlagwortet mit Burka, Feuilleton, Ikea, Kaufhof, Reportage, Selbstversuch, Werbung
Ein Kommentar
Bremer Schiri pfeift Bremen in der Bundesliga
Harm Osmers ist ja nun mal so ein richtig norddeutsch klingender Name, so könnte eine Figur bei Theodor Storm heißen. Doch der Mann ist Bundesliga-Schiedsrichter, sein Wohnort wird mit Hannover angegeben. So weit, so gut.
Um es mal biblisch auszudrücken: Nun begab es sich aber zu der Zeit, dass Harm Osmers in der schönen Hansestadt Bremen geboren ward und aufgewachsen ist.
Warum ich das eigens erwähne? Nun, Herr Osmers pfeift an diesem Samstag in Berlin die Partie Hertha BSC gegen Werder Bremen. Für beide Vereine geht es um einiges. Die Hertha will weiter ganz oben mitmischen, Bremen endlich die abstiegsgefährdete Zone verlassen.
Nur noch mal ausdrücklich feststellt: Es ist lang geübte und gar zu nachvollziehbare Praxis, dass ein Schiri kein … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Leibesübungen
Verschlagwortet mit Berlin, Bremen, Bundesliga, Hannover, Harm Osmers, Hertha, Schiedsrichter, Werder, Werder Bremen
6 Kommentare
Der Schmerz und die Wut hinter den fröhlichen „Nanas“ – Frauenbilder von Niki de Saint Phalle in Dortmund
Ihre kunterbunten, drallen und prallen „Nana“-Figuren haben die Franko-Amerikanerin Niki de Saint Phalle (1930-2002) weltberühmt gemacht. Auf den ersten Blick vermitteln die monumentalen Skulpturen ungebrochene, beinahe kindliche Fröhlichkeit und betont weibliche Lebenslust. Doch ganz so simpel verhält es sich nicht.
Selbst solche Werke sind letztlich dem Leiden und dem Schmerz abgerungen, abgetrotzt. Das verdeutlicht jetzt eine Ausstellung im Dortmunder Museum Ostwall. Es ist die erste nennenswerte Präsentation dieser Künstlerin im Ruhrgebiet. Da merkt man mal wieder, dass beileibe nicht alles in dieser Region rechtzeitig ankommt, zumal auf dem Feld der schönen Künste. Aber besser spät als nie…

Moment der Befreiung: „Pink Nude in Landscape“ (Rosa Akt in Landschaft), 1959. (© Niki Charitable Art Foundation / Foto Laurent Condominas)
Rund 120 … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Familie, Frauen & Männer, Gesellschaft, Kinderzeiten, Kunst & Museen, Utopien & Dystopien
Verschlagwortet mit Dortmund, Feminismus, Hannover, Matriarchat, Museum Ostwall, Nanas, Niki de Saint Phalle, Sprengel Museum, Tinguely, Ulrich Krempel
2 Kommentare
Geheimnisse des Journalismus – Heute: Der „schöne Artikel“ auf der Kulturseite
In dieser neuen Reihe weihen wir euch in mehr oder weniger geheimnisvolle Hinter- und Abgründe, um nicht zu sagen Verstiegenheiten des journalistischen Gewerbes ein. Natürlich unernst und halbseiden wie immer.

Nehmt dies zum Sinnbild dafür, dass die Revierpassagen mal wieder die Fragen der Zeit beleuchten. (Foto: Bernd Berke)
Wir beginnen mit der Kultur, speziell mit jenen lieb- und gnadenlos schlecht geschriebenen, hilflos formulierten Rezensionen, die ihr alle kennt. Ja, es gibt diesen Pfusch zuhauf, wie es in jedem Metier schlechtes Handwerk gibt, zuweilen selbst in den Qualitätszeitungen.
Solche Texte sind mit Klischees und unfreiwillig komisch verkorksten Sprachbildern gespickt, sie sind von wenig Fachkenntnis getrübt, ohne die Spur eines geistigen Mehrwerts, in jedem erdenklichen Sinne zweifelhaft und „unterkomplex“, wie man so … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kultur an sich, Medien
Verschlagwortet mit Feuilleton, Journalismus, Kulturseite, Zeitung
Schreib einen Kommentar
Buchtipps zum Fest: Peter Rühmkorf, Christa Wolf, Wembley-Tor, Krimi und Architektur
Ist da draußen noch jemand auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken in Buchform? Hier ein paar empfehlende Hinweise in verschiedenen Geschmacksnoten:
Zunächst die so genannte Hochliteratur, wie es sich konservativ-feuilletonistisch gehört:
Rühmkorfs funkelnde Lyrik
Das ist wahrlich kein Geheimnis mehr: Der 1929 in Dortmund geborene, später freilich aus hanseatischer Überzeugung in Hamburg ansässige Peter Rühmkorf gehört zu den wichtigsten Lyrikern der bundesdeutschen Nachkriegszeit. Insofern ist eine Gesamtausgabe seiner Gedichte ein besonderes, vielfach funkelndes Juwel der Sprachkunst. Rühmkorfs Tod im Jahr 2008 bedeutet einen immensen Verlust für die Literatur, der immer noch schmerzt.
Er war (ähnlich wie der mit ihm befreundete Robert Gernhardt) einer, der die Überlieferung von Reim und Metrik wach und lebendig gehalten hat – und er hat die althergebrachten … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Buchmarkt & Lesen, Geschichte, Gesellschaft, Krimi & Kriminalität, Leibesübungen, Literatur, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Architektur, Buchtipps, Christa Wolf, Expressionismus, Krimi, Lucie Flebbe, Peter Rühmkorf, Ruhrgebiet, Weihnachten, Wembley
6 Kommentare
„Phoenixsee“: WDR-Serie über zwei Familien im Strudel des Strukturwandels
Mit dem Dortmunder Phoenixsee ist das so: Das künstliche Gewässer erstreckt sich seit einigen Jahren da, wo früher einmal ein Hoesch-Stahlwerk gestanden hat. Restbestände der früheren Arbeiterhäuser bilden nun einen starken Kontrast zur massiven Ansiedlung Neureicher, die sich direkt am Seeufer breitgemacht haben.
Diese Gemengelage gab schon reichlich Stoff für den großartigen Dokumentarfilm „Göttliche Lage“ her, auch dient der See immer mal wieder als Kulisse für die Dortmunder „Tatort“-Folgen. Und jetzt heißt gleich eine ganze WDR-Spielserie so.

Die beiden ungleichen Familienväter am Phoenixsee: Birger Hansmann (Stephan Kampwirth, li.) und Mike Neurath (Felix Vörtler). (Foto: © WDR/Frank Dicks)
„Phoenixsee“ (WDR, heute = 28. November, 20.15 bis 21.50 Uhr die erste Doppelfolge – komplette Serie derzeit auch in der Mediathek) dreht sich … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Architektur & Städtebau, Familie, Fernsehen und Hörfunk, Gesellschaft, Region Ruhr, Wirtschaft & Geld
Verschlagwortet mit Bettina Woernle, Felix Vörtler, Michael Gantenberg, Phoenixsee, Serie, Stephan Kampwirth, WDR
Ein Kommentar
Wie uns das Grusel-Etikett mit der Aufschrift „Donald T.“ auf die Buchseiten locken soll
Die blau unterlegte Ankündigung auf der Titelseite der heutigen „Zeit“ umfasst nur wenige Zeilen, doch hat sie mich irritiert, um nicht zu sagen: verärgert.
Ich zitiere wörtlich, was unter der spätherbstlichen Wer-jetzt-kein-Haus-hat-Überschrift „Bücher für stürmische Zeiten“ steht:
„Donald Trump sagt, schon der Geruch von Büchern mache ihn müde. Uns macht er Lust aufs Lesen…“
Was mich an diesen unschuldigen Sätzchen stört? Zum einen die gar wohlfeile Distanzierung von Donald T. Ach, wie sehr wir uns doch von ihm unterscheiden! Er ist dumpf, wir sind kultiviert. Ebenso gut könnte man sich öffentlich rühmen, kein gottverdammter „pussygrabber“ zu sein.
Außerdem behagt es mir nicht, dass die „Zeit“-Feuilletonisten (oder die Titelseiten-Gestalter?) offenbar meinen, … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Kultur an sich, Literatur, Medien, Politik und so
Verschlagwortet mit Bücher, Die Zeit, Literatur, Trump
Schreib einen Kommentar
„Ich darf nichts vergessen“ – Wie Peter Kurzeck über sein Schreiben gesprochen hat
Welch eine unabweisbare Vorstellung: Auf einmal kommen alle auf einen zu, die man im Leben gekannt hat. Und das bedeutet dann wohl, ganz lakonisch gesprochen: „Du bist tot“. Es muss ja so kommen, denn: Nicht die Zeit vergeht, es sind wir, die vergehen.
Man ahnt es schon: Mit solchen Gedanken geht ein Schriftsteller aufs Große und Ganze. Doch dies in aller Bescheidenheit, ja Demut.

Peter Kurzeck beim Signieren nach einer Lesung, 2008 (Creative Commons – User „Dontworry“ / Link zur Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
Ich gebe es freimütig zu: Lange habe ich Peter Kurzeck (1943-2013) nicht so recht wahrgenommen, beinahe könnte man von Achtlosigkeit sprechen. Doch in den letzten Jahren bin ich nach und nach seiner Erzählweise verfallen. Kaum sonst jemand, … Weiterlesen
Stufe für Stufe zum eigenen Schreiben: Andreas Maiers Bildungsroman „Der Kreis“
Und wieder einmal tauchen wir mit Andreas Maier („Das Zimmer“, „Das Haus“, „Die Straße“, „Der Ort“) in den kleinen Kosmos von Friedberg/Wetterau ein; so, wie er damals wohl gewesen ist, in Maiers Kindheits- und Jugendtagen.
Diesmal setzt die ruhige, ausgesprochen unaufgeregte Reflexion in der kleinen Bücherklause der Mutter ein, in der der Junge schon als Grundschüler so manche Stunden zugebracht hat, anfangs noch gar nichts recht begreifend, aber bereits lesend, lesend, lesend. So gut es eben ging.
Ohne Anführungszeichen geht es hier nicht: „Irgendwie“ hat die Mutter sich mit „Geistigem“ umgeben und den Vater mit erlesenen Fremdworten mit „Logie“- und „Ismus“-Anhängen gequält. Ihre Welt, die sich Jahre später als eng begrenzt erweisen wird, kreiste vor allem um „Theo Düschadeng“. Nanu? … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Bekenntnisse, Kinderzeiten, Lebenswege, Literatur, Schule, Uni, Bildung
Verschlagwortet mit Andreas Maier, Der Kreis, Friedberg, Fritz Usinger, René Pollesch, Wetterau
Schreib einen Kommentar
Helmut Fischer wäre jetzt 90 Jahre alt – eine Erinnerung an „Monaco Franze“
Helmut Fischer alias „Monaco Franze“ wäre heute 90 Jahre alt geworden. Daher noch einmal dieser Text:
Auf der Suche nach Figuren, die wir im Fernsehen schmerzlich vermissen, gibt’s manchmal kein Vertun: Helmut Fischer als „Monaco Franze – Der ewige Stenz“ gehört unbedingt dazu. Und alle anderen, die an Helmut Dietls grandioser Serie von 1983 mitgewirkt haben, denn die war bis in die kleinste Nebenrolle passgenau besetzt.
Auf Bayern III werden derzeit, den ganzen Sommer hindurch (jeweils montags und donnerstags, immer um 20.15 Uhr), die Folgen des ARD-Zehnteilers abermals gezeigt. Da kann man wirklich sagen: Wiederholung macht Freude!
Wehmütiger Blick zurück
Selig in wehmütiger Nostalgie schwelgend, habe ich mir die Auftaktfolge mit dem schönen Titel „A bissel was geht immer“ noch … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk
Verschlagwortet mit Helmut Fischer, Monaco Franze
Schreib einen Kommentar
Songs für die Ewigkeit: Zum Tod des großen Dichters und Sängers Leonard Cohen
Auf immer verflucht sei der Tod. Jetzt hat er uns auch noch Leonard Cohen genommen, den vielleicht größten Songschreiber unserer Zeit, neben dessen Tiefenwirksamkeit allenfalls Bob Dylan bestehen kann.

Leonard Cohen bei einem Konzert in Genf, 2008 (Wikipedia Creative Commons, User „Rama“, eigenes Werk. Link zur Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/fr/deed.en)
Vor wenigen Wochen war seine Platte „You Want It Darker“ erschienen, ein wahrhaft dunkles, geheimnisvoll funkelndes letztes Meisterwerk, das allseits hymnisch gefeiert wurde. Nicht nur zwischen den Zeilen war Cohens Bereitschaft zu sterben vernehmlich. Zwar hat er auch noch gescherzt, er wolle 120 Jahre alt werden, doch damit wollte er nicht mehr sich selbst aufmuntern, sondern wohl nur noch uns alle beruhigen und trösten.
Ob nun Zufall oder Fügung: Mitten in … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Literatur, Musik & Konzert, Rock & Pop
Verschlagwortet mit Leonard Cohen
5 Kommentare
„Schwarze Kohle, rotes Licht“ – Schwere Jungs erinnern sich an ihr früheres Revier

Kriminelle Vergangenheit im Ruhrgebiet: der Typ, den alle nur „Coca“ nennen. (Screenshot aus der besprochenen WDR-Sendung)
Wer sich diesen Titel ausgedacht hat, müsste eigentlich kräftig in die Klischeekasse einzahlen: Der TV-Film „Schwarze Kohle, rotes Licht“ (WDR) handelt von kriminellen Umtrieben im Ruhrgebiet, unter besonderer Berücksichtigung des Rotlicht-Milieus. Kein läppisches Thema.
Der fürs Dreiviertelstunden-Raster (quasi eine Schulstunde) gezimmerte, bereits ausgestrahlte Beitrag von Peter F. Müller setzte mit Archivaufnahmen in der „Wirtschaftswunder“-Zeit der späten 1950er und frühen 60er Jahre an und hangelte sich bis in die 80er. Stellenweise im raunenden Tonfall, suchte man das Böse in der „Parallelwelt“ des Reviers zu beschwören. Ähnliche Filme könnte man, mit anders gelagerter Folklore, wohl über alle deutschen Metropolen anfertigen. Aber hier hatte der Zungenschlag eindeutig … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Arbeitswelt & Beruf, Fernsehen und Hörfunk, Gesellschaft, Krimi & Kriminalität, Lebenswege, Region Ruhr, Stilfragen
Verschlagwortet mit Gangster Ganoven, Kriminalität, Luden, Milieu, Mord, Revier, Rocker, Ruhrgebiet, Verbrechen, Zuhälter
Schreib einen Kommentar
Pressereise zu den Projektoren: Mit Panasonic auf Kulturtrip nach Aarhus (oder auch nicht)
Kinners, da hab’ ich ja mal wieder eine ganz tolle Einladung zur Pressereise (Neudeutsch „Media Tour“) auf dem Tisch liegen. Demnach dürfte ich für zwei Tage ins dänische Aarhus kommen, immerhin Europäische Kulturhauptstadt 2017.
Warum ich noch zögere, gar dankend ablehnen möchte? Beispielsweise, weil es sich gar nicht um eine generelle Stadtführung im Sinne des ehrenvollen Titels handelt. Sondern? Lediglich um den Besuch einer Ausstellung zum Thema Steinzeit, die zwar schon am 8. Oktober begonnen hat, aber noch über ein Jahr dauert. Nun gut, als Dreingabe wird noch ein Gefängnis-Museum besichtigt.
Und wer lädt da ein? Der Elektronik-Konzern Panasonic. Warum ausgerechnet der? Weil in der Steinzeit-Schau über 100 … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Medien, Unterwegs, Warenwelt & Werbung
Verschlagwortet mit Aarhus, Dänemark, Panasonic, Pressereise, Product Placement, Steinzeit-Ausstellung
Schreib einen Kommentar
Alle paar Tage ein „Album des Jahres“ – über das entgrenzte Rühmen in den Feuilletons
Vielfach wurde und wird dieser Tage Leonard Cohens neues Album „You Want it Darker“ besprochen, und zwar zu allermeist feierlich, ja hymnisch, als wäre es ein quasi-religiöses, jedenfalls transzendentes Ereignis.
Tatsächlich hat der in Würde gealterte große Meister mit letzten verbliebenen Kräften eine verehrungswürdige, berührende Platte geschaffen. Insofern ist all das Rühmen in diesem Falle sicherlich angebracht. Manche halten ja auch Leonard Cohen – und nicht so sehr Bob Dylan – für den wahren Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Gerade bei ihm mögen also euphorische Höhenflüge am Platze sein. Ihm gebühren größere Worte als anderen.

Aus der Reihe „Unsinnige Vergleiche“: Was ist finsterer – das Telefon, der Kugelschreiber oder der Holzkorpus des Radios? (Foto: BB)
Doch die Neigung zu Hurra und … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kultur an sich, Medien, Rock & Pop, Stilfragen, Warenwelt & Werbung
Verschlagwortet mit Kritiken, Leonard Cohen, Phil Collins, Popmusik, Rezensionen, Robbie Williams, Superlative, Übertreibungen
3 Kommentare
Ritual und Routine zu Halloween
Ganz nüchtern statistisch betrachtet, war es so: Zwischen 18 und 20 Uhr haben heute insgesamt 18 Kindergruppen bei uns geschellt und „Süßes oder Saures“ verlangt.
Die beiden größten Rudel waren 12 bzw. 10 Kinder stark, alles in allem standen da – wenn ich richtig notiert habe – 78 kleine Leute. Manche waren nur zu zweit unterwegs, zwei Kinder liefen (in Begleitung ihrer Eltern) sogar allein los. Das sah ein wenig traurig aus. Aber bitte, wer kennt die Gründe?
Vor Jahresfrist waren es im selben Zeitraum noch über 20 marodierende Grusel-Formationen gewesen. Manche Zeitungen würden jetzt atemlos hechelnd von einer Trendwende sprechen und solche Fragen aufwerfen: Hat „Halloween“ seinen Zenit überschritten?
Über … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Familie, Gesellschaft, Kinderzeiten, Warenwelt & Werbung
Verschlagwortet mit Halloween, Süßes oder Saures
Schreib einen Kommentar
Zum Tod von Manfred Krug – „Liebling Kreuzberg“: Das Glück des Müßiggangs im Kiez
Heute erreichte uns die betrübliche Nachricht, dass der Schauspieler Manfred Krug mit 79 Jahren gestorben ist. Aus diesem Anlass noch einmal ein Text über seine Erfolgsserie „Liebling Kreuzberg“, der erstmals am 29. November 2013 in der Revierpassagen-Reihe „TV-Nostalgie“ erschienen ist:
Vielleicht waren die 1980er Jahre die letzte wirklich fruchtbare Fernsehzeit. Damals liefen beispielsweise grandiose, ja unsterbliche Serien wie „Monaco Franze“, „Kir Royal“ – und „Liebling Kreuzberg“.

Ganz entspannt in der Kanzlei: Anwalt Robert Liebling (Manfred Krug). © ARD/Screenshot aus http://www.youtube.com/watch?v=3kHio8EwgBc
Manfred Krug als Anwalt Liebling war sozusagen die Berliner Antwort auf die genannten Münchner Edelserien. Die Autoren galten etwas in der literarischen Welt, sie erwiesen sich hier zudem als Schriftsteller, die ein Millionenpublikum auf hochbeachtlichem Niveau zu unterhalten vermögen: Die … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk
Verschlagwortet mit Liebling Kreuzberg, Manfred Krug
Ein Kommentar
„Theater hassen“ – eine ziemlich ziellose Reise in die Zukunft der Bühnenkunst
Dieser Autor bemüht sich emsig um Zeitgeist-Sprech. Jan Küveler (Jahrgang 1979), seines Zeichens Feuilletonist und Theaterkritiker der „Welt“, beliebt über Shakespeare und dessen Zeit so zu extemporieren: „Draußen auf den Weltmeeren wurde die Globalisierung erfunden, das ´Globe Theatre‘ war ihr Social-Media-Hub.“ Ahoi!
Doch wir wollen nicht schon gleich zu Beginn polemisch werden und nur noch schnell erwähnen, dass Jan Küveler laut Klappentext mit einer Arbeit über jugendliche Romanhelden promovierte, die sich der Reife verweigern.
Küveler also umkreist in seinem Buch mit dem finster entschlossenen Titel „Theater hassen“ den nach seiner Ansicht vielfach beklagenswerten Zustand der Bühnenkunst; ein Thema also, über das sich im Prinzip schon die antiken Griechen echauffiert haben.
Im Geisterhaus toter Avantgarden
Der Verfasser wähnt sich in einem … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Theater
Verschlagwortet mit Elfriede Jelinek, Ersan Mondtag, Fassbinder, Frank Castorf, Gerhard Stadelmaier, Hans Neuenfels, Ina Müller, Jan Küveler, Monaco Franze, Thomas Lawinky, Vegard Vinge
Schreib einen Kommentar
Nobelpreis für Bob Dylan – nun gut!
Nun hat er ihn also: Bob Dylan ist der Literaturnobelpreisträger des Jahres 2016. Endlich, endlich. Hosianna! Doch obwohl ich ihn seit Jahrzehnten verehre, ist mir diese Ehrung letztlich gleichgültig.
Wenn es ihm denn Freude und Genugtuung bereitet, so ist es gut. Nur, ganz ehrlich: Hat er und haben „wir“ (sprich: unsere Generation(en)) es denn wirklich noch nötig, dass eine bisweilen arg verschnarchte Jury ihn mitsamt seiner Musik auf diese Weise – viel zu spät – in seinem einzigartigen Rang bestätigt? Fürwahr nicht.
Viele von den Allerbesten haben den Preis nie erhalten. Nüchtern besehen, ist es eigentlich keine besondere Zierde, dass sie ihn jetzt doch noch erkoren haben. Wahrscheinlich wird das … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Literatur, Rock & Pop
Verschlagwortet mit Bob Dylan, Literaturnobelpreis
4 Kommentare
Das Geld ist knapp, die Chefin kündigt: Wie sehr kriselt es im Hammer Museum?
Keine sonderlich guten Nachrichten kommen derzeit aus dem Gustav-Lübcke-Museum: Von Verlusten und mangelndem Besucheraufkommen ist in Hamm die Rede. Inzwischen hat Museumsleiterin Dr. Friederike Daugelat (40) gekündigt. Doch was verbirgt sich dahinter? Und hat beides miteinander zu tun?
Einen solch krisenhaften Zusammenhang bestreitet die bis Jahresende amtierende Museumschefin entschieden. Den Revierpassagen sagte sie heute: „Meine Kündigung hat ausschließlich persönliche Gründe.“ Tatsächlich wechselt sie in einen neuen Job, in dem ihre Verantwortung eher noch wächst: Friederike Daugelat, die Anfang 2013 nach Hamm gekommen war, wird ab Januar 2017 Referatsleiterin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und ist dort für mehrere LWL-Museen zuständig, vor allem auf dem Feld der Beratung und strategischen Planung.
Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Politik und so, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Eigenbetrieb, Finanzen, Friederike Daugelat, Gustav-Lübcke-Museum, Hamm, Kommunalpolitik, Thomas Hunsteger-Petermann
Schreib einen Kommentar
Wahnwitz bei der Telekom: Was der simple Transfer von Telefonnummern kostet
Ja, Leute, ich weiß, dass man z. B. Telefonnummern, die man auf seinem Handy/Smartphone gespeichert hat, in einer Cloud, auf Karte, Stick, PC oder sonstwo auf diesem gottverdammten virtuellen Planeten aufheben und sodann in ein anderes Gerät rieseln lassen kann. Wenn man’s kann.
Alles kinderleicht wahrscheinlich, wenn man so ein Nerd oder ein ständig aufs Display starrender Handy-Maniac ist. Ich jedenfalls habe zwar das externe Speichern, nicht aber den Transfer hinbekommen und sah mich mal wieder höllisch angewiesen auf den so genannten Service der Telekom.
Also suchte ich ganz dreidimensional einen T-Shop in der Innenstadt auf. Dort sind die meisten Mitarbeiter(innen) recht nett. Doch was hilft’s? Sie haben halt ihre Vorgaben und ihren eng begrenzten Handlungsrahmen. Ergo: Ihr, die ihr … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Netzwelten & KI, Technik, Wahnwitz, Wirtschaft & Geld
Verschlagwortet mit Daten, Dennis Kremer, FAZ Sonntagszeitung, Hotline, IP-Telefonie, Smartphone, speichern, Sprachbox, Telefon, Telefonnummern, Telekom, Transfer
Schreib einen Kommentar
Dies und das in schmalen Spalten: Michael Angeles Buch „Der letzte Zeitungsleser“
Vom Buch mit dem Titel „Der letzte Zeitungsleser“ hatte ich mir einiges versprochen. Eine kulturgeschichtliche, womöglich auch ansatzweise literarische „Aufarbeitung“ des leidigen Themas war zu erhoffen.
Michael Angele, stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“, hat sich – vielleicht auch aus beruflicher Drangsal – der Malaise des gedruckten journalistischen Wortes angenommen.
Sein Buch ist in zeitungshafter Spaltenbreite von nur rund 30 Anschlägen pro Zeile gesetzt. Auf die Weise bringt man sehr schnell einige Buchseiten hinter sich. Furchtbar viel Text steht also nicht in diesem Band.
Zum Inhalt. Als besonderer Gewährsmann der früher weit verbreiteten Zeitungsleidenschaft wird der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard herangezogen, der beispielsweise kein Caféhaus gelten ließ, in dem man die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) nicht hielt. Einmal soll er … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Medien, Netzwelten & KI
Verschlagwortet mit Balzac, Claus Peymann, Der Freitag, Der letzte Zeitungsleser, Die Zeit, Journalismus, Journalisten, Kleist, Kroetz, Michael Angele, Netzeitung, Peter Handke, Süddeutsche Zeitung, Thomas Bernhard, Trostberger Tagblatt, Zeitung, Zeitungsleser
Schreib einen Kommentar





















