Volltextsuche
Archiv aller Beiträge
-
Die 10 neuesten Beiträge
- „Das Gurkerl“ – eine ätzende Petitesse
- „Alptraum für Deutschland“: Volker Lösch inszeniert in Bonn einen Politthriller unter Verwendung des „Freischütz“
- Buddhistische Antwort auf das Leid: „Awakening“ von Param Vir an der Oper Bonn uraufgeführt
- Keine Nachrufe mehr – und warum nicht?
- Die Mechanikerin und das Räderwerk des Fluchs: „Elektra“ von Richard Strauss an der Rheinoper Düsseldorf
- „Krimi um Timmy“ – wie „Bild“ den Überlebenskampf des Ostsee-Wals ausschlachtet
- Meistens leise und lakonisch – Cartoons von Hauck & Bauer
- Ein „offener Fall“: Judith Hermanns schwierige Spurensuche nach dem SS-Großvater
- Faszination des meisterlichen Gesangs: Countertenor Franco Fagioli in der Philharmonie Essen
- Wachwechsel: Zwei Leitfiguren der Revier-Kultur gehen in den Ruhestand
Meistgelesen (ab 1.10.23)
- Aufklärung, das unvollendete Projekt – opulente Ausstellung in Berlin
- Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten
- Wie sich die chinesische Lyrik nach und nach von Fesseln befreite und…
- Viele, liebe, beste, schöne, freundliche, herzliche Grüße: Die etwas…
- Wahn und Wirklichkeit: „Englischer“ Opern-Doppelabend in Duisburg
- Entdecker in den Gefilden der Rockmusik: Alan Bangs wird 70 Jahre alt
- Konjunktur mit Fußballbildchen: Das Wunder in Tüten aus Dortmund und…
- Woran Goethe glaubte
- Wie sich Pflegedienste nennen
- „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ – ein opulenter…
- Die Unternehmer-Familie Quandt und ihr Bezug zum Ruhrgebiet
- Der Struwwelpeter, der Suppenkasper und ihre Wirkung auf die Kunst –…
- „Familie Hauser“ als (un)heimlicher Internet-Hit: Viele Millionen…
- Zum Schluß bleibt noch die Altersmilde – Robert Gernhardts „Lichte…
- Kindheit im Ruhrgebiet – Erinnerung an versunkene Zeiten
- Kunst-Stoff für Christo – Fabrik in Emsdetten fertigt das Gewebe für die…
- Bedeutsam wie eh und je: George Orwells „Farm der Tiere“ gleich in…
- Gemischte Gefühle beim Abschied von sämtlichen Dingen: „Später…
- TV-Nostalgie (19): Werner Höfers „Frühschoppen“ – das Sonntagsritual
- Bürgerinitiative peilt ehrgeiziges Ziel an: Altes Dortmunder Rathaus…
- TV-Nostalgie (6): Erik Ode als „Der Kommissar“ – Mal…
- Heino wird 80 – Sind denn alle Geschmäcker nivelliert?
- Vor 70 Jahren: Als es das Essen nur auf Lebensmittelmarken gab
- Wo selbst Prominentengräber unscheinbar sind – ein Gang über den…
- Dortmund damals: Beim Betrachten alter Bilder aus der Heimatstadt
- Die einfachen Dinge des Lebens lieben – Der Schauspieler Heinz Bennent…
- Früher war einfach mehr Kneipe!
- Trotz allem optimistisch bleiben – die fabelhaft farbigen Welten…
- Von Unna aus ein wenig die Welt verändern – Nachruf auf den vielseitigen…
- TV-Nostalgie (28): „Der goldene Schuß“ mit Lou van Burg – „Kimme,…
- „Mächtiger Körper, Wahnsinn im Glas“: Das Vokabular der Weinverkostung
- Reizendes Kaleidoskop: Anna Vinnitskaya ist Porträtkünstlerin der…
- WDR 4: Radio für Senioren – aber ganz anders als früher
- Dem Ruhrpott seine Sprache
- Der Flaneur braucht kein Ziel
- Vom Mikro zur Motorsäge – die zweite Karriere von Pia Lund („Phillip Boa…
- Was ist denn wohl ein Aminaschlupferle? – Neues Buch über „Wörter, die…
- „Tegtmeier“ lebt nicht mehr – Ruhrgebiets-Komiker Jürgen von…
- Die „Essais“ des Michel de Montaigne und ihr deutscher Übersetzer –…
- Iserlohn: Ein Hauch der weiten Welt im Goethe-Institut – abseits der Metropolen
- Schurke und Biedermann: Ausstellung zum 100. Geburtstag des…
- Entlustet und mohrifiziert – Wortverhunzung und Schlimmeres im…
- Berührende Tragödie: Cecilia Bartoli mit Glucks „Orfeo ed Euridice“ in…
- Vergehende Zeit, hier im Revier: Zum Beispiel die Dortmunder Steinhammerstraße
- Queen für ein ganzes Zeitalter: Vor 200 Jahren wurde die britische…
- Zum Tod von Ulrich Wildgruber: Ein Berserker, der uns sprachlos machte
- Die Geburt des Kinos in Europa: Vor 125 Jahren markierte das Patent der…
- Größter Holzhandel weit und breit: Grabstätte führt auf die Spuren einer…
- Erich Fried: Schriftsteller, Philanthrop, Vor-Denker und…
- Ein Grundklang für Generationen: Bochums Jugendsinfonieorchester feiert…
- TV-Nostalgie (24): „Der große Bellheim“ – Die älteren…
- Der Vater der Luftschiffe: Vor 100 Jahren starb Ferdinand Graf von Zeppelin
- Die Kunst des Schmerzes: Marina Abramović in Bonn
- Wenn man vom Rathaus kommt, ist man klüger – ein lehrreicher Rundgang…
- Garantie auf Gänsehaut: Das Gesangsoktett VOCES8 sprengte beim…
- Das Leben ohne Verdünnung: Otto Dix in Düsseldorf
- Einkaufen früher und heute
- 90 Jahre „Kampfbahn Rote Erde“: Wenn Gerd Kolbe erzählt, wird die…
- Langer Abschied vom Generalmusikdirektor: Gabriel Feltz wechselt bald…
- Frauen, die beim Wohnen warten
- Nashorn oder Fuchs: Städtische Symboltiere auf der Straße
- Sprachphilosophie aus der Bauernstube – Brian Friels Stück…
- „Spätlese“ zum 90. von Loriot: Eine Fülle bisher unbekannter…
- Lachen gegen die absurden Regeln der Welt: Vor 50 Jahren starb Stan Laurel
- Vom Hauen und Stechen im Theater: Kampftrainer Klaus Figge im Porträt
- Nicht nur zum Ende der Zechen-Ära eine Erinnerung wert: August Siegel,…
- Beyenburg mit seinem Stausee – ein bergisches Idyll am Rande von Wuppertal
- Es könnte ruhig ein wenig mehr sein – Museum Folkwang zeigt Werke Lyonel…
- TV-Nostalgie (22): „Ein Herz und eine Seele“ – als…
- Beispiel Dortmund: Mit Karstadt schwinden auch Erinnerungen
- „Wie eine Straßenköter-Mischung“ – Jugendstil und Artverwandtes im…
- Wenn Bäume Zähne zeigen
- Hömma, Dingenskirchen, ey! Und schon wieder liegt ein Asterix-Band auf…
- Impressionismus und Fotografie – zwei Wege in die Moderne
- Kreativer Kosmos, künstlerischer Klamauk – Martin Kippenberger in der…
- TV-Nostalgie (35): Konversation mit Kitzel – „Je später der…
- Das Ruhrgebiet – von allen Seiten betrachtet: 100 Jahre…
- Zum Tod von Marianne Faithfull – Rückblick auf ein Konzert von 1999
- TV-Nostalgie (32): Bernhard Grzimeks „Ein Platz für Tiere“…
- Seelenfenster geöffnet: Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Krefeld-Mönchengladbach
- Vom Fluch frühen Ruhms: Der Pianist Jan Lisiecki im Konzerthaus Dortmund
- TV-Nostalgie (17): „Wünsch Dir was“ – als Dietmar Schönherr für…
- Schloss Cappenberg: Nach langer Schließung kehrt bald wieder Leben ein
- TV-Nostalgie (27): „Auf der Flucht“ – Als Dr. Richard…
- Bye-bye, Sabine – ein Nachruf auf die Dortmunder Krimiautorin Sabine Deitmer
- Unbewusstes aus der Dunkelkammer – Bilder des deutschen…
- Erst Rocksängerin, dann Bildhauerin – Pia Bohr: „In der Kultur haben es…
- Im 100. „Schreibheft“: Vergessene, verkannte, verschollene…
- Natur und Kunst, Schönheit und Grauen: Vor 150 Jahren starb der…
- „Schwarze Kohle, rotes Licht“ – Schwere Jungs erinnern sich an ihr…
- Von Nöttelefönes, Klötenköhm und Halfjehang – ein Herkunftswörtbuch zur…
- Der BVB verteilt alljährlich über 155.000 Plastikkarten – muss das denn sein?
- Bumsfideler Bergmann anno 1971: „Laß jucken Kumpel“ – der etwas…
- Dem „göttlichen Claudio“ zum 450. Geburtstag: Monteverdi bringt in…
- Geflüchtete Kinder in der Schule: Essener Gymnasium am Stoppenberg gibt…
- „Geh nicht durchs Gewischte!“ – Torsten Sträters „Heimspiel“…
- Mathematiker kontra Verbrecher – Antti Tuomainens Comedy-Thriller „Der…
- Beklemmend schön: „Der Hamiltonkomplex“ mit dreizehn…
- Onkel Dagoberts Traum: Deutschlands größter Geldspeicher steht…
- „Wenn der Wind von Hörde kam, roch es wie Pech und Schwefel“…
- Für die Benachteiligten schreiben: Die Werkstatt Dortmund im „Werkkreis…
- Schonungsloser Blick auf Missstände seiner Zeit: Vor 150 Jahren starb…
- Wer erweckt dieses frühere Kino zum Leben?
- TV-Nostalgie (11): Loriot – Humor mit Stil
- Rekonstruktion einer Abtreibung von 1964 – „Das Ereignis“ von Annie Ernaux
- TV-Nostalgie (15): Robert Lembkes „Was bin ich?“ – die…
- Ruhrgebiets-Flamenco: Rafael Cortés brilliert in der Lichtburg Essen
- Perfekt, freudlos – das Folkwang-Museum zeigt italienische Malerei…
- Das Ruhrgebiet war gegen Nazis nicht immun: Schon 1932 füllte Hitler die…
- Hohe Belastung mit Umweltgift PCB: Uni Bochum reißt zwei Großgebäude ab
- Auf dem Berg der Wahrheit – Ein Spaziergang auf den Spuren von…
- Wie die Kunst auf die Industrialisierung reagierte – „Vision und…
- Mit vokalem Volldampf durch Georgien: Der Trinity Cathedral Choir aus…
- Hach! Hihi! Huch! – Mal wieder ein Buch zur putzigen Dingwelt der…
- Stadt, Land, Fluss: Andreas Gursky in Düsseldorf
- Die Posen des jungen Werther – Joachim Meyerhoff im Einpersonen-Stück…
- Die Zeiten ändern sich: Neue Chefin im Dortmunder Museum für Kunst und…
- Joachim Meyerhoff: Literarisches Denkmal für die Mutter
- Kriegsende an der Ruhr: Bei Hattingen gab es „Friendly Fire“
- „Haus der Löcher“: Ödnis im Porno-Paradies
- Duplikate für den historischen Ostfriedhof – warum muss das denn sein?
- Der erste Opernstar der Schellack-Zeit: Vor 100 Jahren starb der…
- Lars Vilks „Nimis“: Kunstwerk aus Treibholz reizt seit Jahrzehnten…
- Schrecken und Schönheit der Natur – Münster zeigt grandiose…
- Das Revier im Paket: Adolf Winkelmanns Ruhrgebiets-Filme im Kino und auf DVD
- Mäuse, Schweinchen, Feen und Pinguine: Sehenswerte Trickserien für…
- Olympische Spielstraße, München, 1972 – Erinnerungen an ein fröhliches…
- Erfinder des Saxophons: Vor 200 Jahren wurde Adolphe Sax geboren
- Goethe-Institut – auf Wellenlänge der neuen Außenministerin
- Das Erbe von „Tegtmeier“ wirkt weiter – Jürgen von Manger wurde…
- Grenzgänge an der Küste – die melancholischen Meeresbilder des Hermann Buß
- Schneller Fuchs, träger Hund, Bayern und Sylt oder: Das ganze Alphabet…
- Der Krebs und der Krieg – Robert Gernhardts erschütternde „K-Gedichte“
- Alles auf Anfang: Wie die Künstlergruppe „junger westen“ im…
- Werke von großer Aussagekraft – eine nachdrückliche Erinnerung an…
- Songs für die Ewigkeit: Zum Tod des großen Dichters und Sängers Leonard Cohen
- Frank Zappa enttäuscht Publikum in Ahlen – ganz im Gegensatz zu Rory Gallagher
- Neustart bei den „Mitternachtsspitzen“: Da geht noch was…
- Verzicht auf die Katastrophe: „Schwanensee“ am Essener Aalto-Theater
- Künstler auf der Suche – Hagener Museum zeigt frühe Bilder von…
- „Zupacken Ehrensache“: Wie die Ruhris mit einem…
- „Was für ein Jahr!“ (Gesammelte Grußformeln, 2020er…
- Schlapphüte und andere Trends: BVB-Spielerfrau Jana Kirch als neue…
- „Schöne Scheiße“ im Dortmunder Museum: Die stets unfertige Welt…
- „Ruhrgold“ und silberne Pommes-Picker
- „Nichts als gegeben hinnehmen“ – Der Schriftsteller…
- Alles so schön bunt hier – „Das Spiel ist aus“ nach Jean-Paul…
- Von „Alka Seltzer“ bis „Schapusiak“ – Spitznamen, mit denen…
- Wenn Dichter baden gehen
- „Mammuts mag jeder!“ – Hammer Ausstellung versetzt uns in die…
Archiv der Kategorie: Geschichte
Kindheitsmuster der Nachkriegszeit – Volker Reiches Graphic Novel „Kiesgrubennacht“
Irgendwann muss sich jedes Genre auch mal nobilitieren. Und so reden wir nicht mehr durchweg vom Comic, sondern raunen seit einigen Jahren gern von „Graphic Novel“, als quasi von bildnerisch gestalteten Romanen. Auf dem Felde mischt auch der ehrwürdige Suhrkamp-Verlag mit. „Kiesgrubennacht“ heißt die umfängliche Schöpfung des Zeichners und Texters Volker Reiche. Tatsächlich gehört Reiche (der 2002 bis 2010 für die FAZ den Comicstrip „Strizz“ schuf) zu jenen, die diesen hehren Begriff adäquat füllen können. Mit diesem sehens- und lesenswerten Band beweist er es.
Reiche schildert Szenen seiner eigenen Kindheit, die Geschichte setzt im Nachkriegssommer 1948 ein, als der kleine Volker vier Jahre alt ist und in einem knallgelben „Luftanzug“ herumtollt, der zum Fanal für die verheißungsvollen Seiten des Kindseins … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Comics & Cartoons, Geschichte, Kinderzeiten, Kunst & Museen, Literatur
Verschlagwortet mit Comics, Graphic Novel, Kiesgrubennacht, Kindheit, Nachkriegszeit, Strizz, Volker Reiche
Kommentare deaktiviert für Kindheitsmuster der Nachkriegszeit – Volker Reiches Graphic Novel „Kiesgrubennacht“
Als Dortmund einmal (fast) holländisch war…
Wenn man in der Adventszeit oder in den Tagen davor über den Dortmunder Weihnachtsmarkt mit dem wunderlichen Groß-Baum gebummelt ist, dann hat man nicht nur westfälische Mundart gehört, sondern auch englische Unterhaltungen und vor allem Holländisches. Im Königreich der Niederlande hat sich der heimelige Ruf der westfälischen Metropole eben herumgesprochen.

Blick vom Dortmunder Rathaus auf das alte und neue Stadthaus mit der Berswordt-Halle (Foto: Bernd Berke)
Dabei ist der Bezug zu Holland gar nicht so weit hergeholt – zumindest aus historischer Sicht: Als Napoleons Truppen zu Anfang des 19. Jahrhunderts halb Europa mit ihrem Eroberungs- und Befreiungskrieg überzogen, da war auch die Freie Reichsstadt Dortmund diesen Titel bald los.
Ab 1802 gehörte Dortmund als Exklave zum Fürstentum Oranien-Nassau, und das … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Verschlagwortet mit Dortmund, Niederlande, Oranje, Preußen
2 Kommentare
Die Schrecken des „Großen Krieges“
In wenigen Tagen beginnt das neue Jahr: 2014. Es wird uns mit großer Deutlichkeit an ein Ereignis erinnern, das einhundert Jahre zurückliegt und unendliches Leid in viele Familien brachte – der Erste Weltkrieg begann am 1. August 1914.
Ein Zug mit Soldaten auf dem Weg an die Front 1914 im Bahnhof von Milspe. (Foto: Stadtarchiv Ennepetal)Mit Begeisterung zogen nicht nur in Deutschland die meisten Männer in diese unsinnige Schlacht, doch schon nach wenigen Monaten begann das große, dreckige Sterben und sorgte für Ernüchterung allenthalben. Schon in den ersten Kriegswochen trafen die zuvor kaum bedachten Meldungen über Gefallene in der Heimat ein, denn man hatte sich meist nur einen kurzen Kampf vorgestellt. „Auf zur Visite beim Väterchen Franz“ stand zum … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Macke, Mülheim, Weltkrieg
Kommentare deaktiviert für Die Schrecken des „Großen Krieges“
Menschen kreisen nur um sich: Edith Wharton beschreibt den „Dämmerschlaf“ der 20er Jahre
Was ist das für ein Leben in der Upperclass der Vereinigten Staaten in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, auch Roaring Twenties genannt? Der Oberschicht fehlte es an nichts, materiell gesehen. Gute Jobs, gutes Geld, bester Lebensstandard. Je mehr man aber als Leser von Pauline Manford erfährt, die in Edith Whartons Roman „Dämmerschlaf“ die Schlüsselrolle einnimmt, desto klarer wird der Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Der Alltag ist im Aktionismus erstarrt, ein Termin jagt den nächsten. Ob das Engagement hier und Einsatz dort überhaupt zueinander passen: Wer will das schon wissen?
Da fällt es dann auch nicht ins Gewicht, wenn Pauline ihre Rede verwechselt. Was eigentlich diejenigen vernehmen sollten, die für Geburtenkontrolle ins Feld ziehen, hörten die Befürworterinnen der uneingeschränkten … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Geschichte, Gesellschaft, Lebenswege, Literatur
Verschlagwortet mit Amerika, Dämmerschlaf, Edith Wharton, Gesellschaft, Goldene Zwanziger, Huxley, Roaring Twenties, Upperclass, USA
Kommentare deaktiviert für Menschen kreisen nur um sich: Edith Wharton beschreibt den „Dämmerschlaf“ der 20er Jahre
Denkmal der Deutschen, die Demokratie wagen: Willy Brandt wäre 100 Jahre alt geworden
Wir lauschten in einen Bildschirm, auf dem nur eine Person und deren markantes Gesicht zu sehen war, eine Person, die sich anschickte einer der historischen Bundeskanzler dieser Republik zu werden.
Wir, das waren Christine Markhoff, Malte Markhoff, Klaus Mendel und Rosel Linner und ich (das war so ziemlich der Kernbestand der damaligen Schwerter Ruhrnachrichten). Politisch waren wir aus unterschiedlichen Ecken, doch eines einte uns: Wir waren ziemlich gefesselt von dem, was dieser Willy Brandt 1969 als persönliche Botschaft ins Land schickte: „Mehr Demokratie wagen!“

Der damalige Bundeskanzler Willy Brandt beim Besuch der Dortmunder Zeche Minister Stein am 1. März 1974. (Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung/Ulrich Wienke)
Am 18. Dezember wäre Willy Brandt 100 Jahre alt geworden. Er ist bereits … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Geschichte, Lebenswege, Politik und so
Verschlagwortet mit Berlin, Ernst Reuter, Herbert Wehner, Kennedy, Mauerbau, Sozialdemokraten, SPD, Willy Brandt
Ein Kommentar
Was Willy Brandt und Erich Ollenhauer gemeinsam haben
Weil Willy Brandt an diesem 18. Dezember 100 Jahre alt geworden wäre, werden allerorten sein Wirken und seine Persönlichkeit gewürdigt – auch in diesem Blog natürlich. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat in diesen Tagen aber auch noch eines anderen großen Streiters zu gedenken: Erich Ollenhauer. Er starb am 14. Dezember vor 50 Jahren.
Die beiden sozialdemokratischen Politiker haben außer diesen beiden Daten im Dezember aber noch einiges mehr an Gemeinsamkeiten: Beide arbeiteten zeitweise als Journalisten und begannen ihre politische Arbeit für die SPD in der Weimarer Republik – Ollenhauer nach seiner Buchdruckerlehre in seiner Geburtsstadt Magdeburg seit 1919 als Redakteur der „Magdeburger Volksstimme“, Willy Brandt ab 1927 als Autor ebenfalls in seiner Geburtsstadt für den „Lübecker Volksboten“, allerdings unter dem … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Lebenswege, Politik und so
Verschlagwortet mit Bochum, Magdeburg, SPD
Kommentare deaktiviert für Was Willy Brandt und Erich Ollenhauer gemeinsam haben
Willy Brandt: Größer als ein übliches Porträt
Eigentlich waren auch 95 Minuten Sendezeit viel zu kurz, um einen Stoff wie „Willy Brandt: Erinnerungen an ein Politikerleben“ (arte) auch nur annähernd zu fassen. Einer wie er sprengt den Rahmen der üblichen Porträts.
Vor allem politische Freunde und journalistische Weggefährten äußerten sich über den großen Sozialdemokraten, der am 18. Dezember 100 Jahre alt werden würde. Es war eine Würdigung ohne Misstöne. Das fiel kein böses Wort über den Porträtierten. Und tatsächlich: Was hat dieser Mann nicht alles erreicht! Und wie sehr fehlen uns heute Politiker von solchem Charisma, von solchem Schrot und Korn. Vor allem die klugen Einschätzungen des langjährigen Brandt-Mitarbeiters Egon Bahr brachten einem die menschliche … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Geschichte, Gesellschaft, Politik und so
Verschlagwortet mit Berlin, Bonn, Bundeskanzler, Egon Bahr, Herbert Wehner, Kennedy, Konrad Adenauer, Willy Brandt
Kommentare deaktiviert für Willy Brandt: Größer als ein übliches Porträt
Herr K. in der Puppenkiste: „Amerika“ am Schauspiel Köln
„Bienvenue, willkommen, welcome“ ruft der Conférencier. Aber er begrüßt nicht die Zuschauer im Kabarett, sondern im „großen Theater von Oklahoma“. Und das steht in Amerika, genauer gesagt in Kafkas „Amerika“, dem unvollendeten Roman, den jetzt das Schauspiel Köln auf die Bühne brachte.
Das Werk wurde postum 1927 veröffentlicht. Kafka schrieb zwischen 1911 und 1914 an dem „road movie“ über Karl Roßmann, der in die USA auswandert, aber nicht sein Glück macht, sondern von Menschen, Umständen und dem Schicksal herumgeschubst wird und schließlich – heute würde man sagen – Praktikant im Theater von Oklahoma wird, das „jeden gebrauchen kann“.
Das Bezaubernde an Moritz Sostmanns Inszenierung ist nun, dass sein Karl von einer Puppe dargestellt wird: Fragil, mit traurigem … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Arbeitswelt & Beruf, Geschichte, Gesellschaft, Literatur, Theater
Verschlagwortet mit Amerika, Franz Kafka, Moritz Sostmann, Schauspiel Köln
Kommentare deaktiviert für Herr K. in der Puppenkiste: „Amerika“ am Schauspiel Köln
Serena Frome statt James Bond – Ian McEwans Geheimdienstroman „Honig“
Ian McEwan ist jemand, der noch die wildesten oder auch trockensten Vorgänge im süffig fließenden Plauderton darzustellen vermag, ein Erzähler von hohen Graden der Unterhaltsamkeit. Die gehörige Substanz wird dabei quasi nebenher und subkutan verabreicht.
Diesmal heißt seine Hauptfigur Serena Frome. Die junge Frau stammt aus einem stocknüchternen, stocksteifen anglikanischen Bischfoshaus in der englischen Provinz. Selbst die gesellschaftlichen Bewegungen der 60er Jahre kommen dort nur äußerst gedämpft an. Aus eher unerfindlichen Beweggründen studiert Serena Mathematik, liest aber nebenher wahllos alle möglichen und unmöglichen Romane.
Durch eine ziemlich bizarre Abfolge diverser Liebschaften rutscht sie unversehens in den britischen Geheimdienst MI 5 hinein, als bessere Hilfskraft und „Tippse“. Frauen können dort schon mal gar nichts werden, es herrscht eine undurchdringliche, noch kolonialistisch … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Arbeitswelt & Beruf, Geschichte, Literatur, Politik und so
Verschlagwortet mit Geheimdienst, Honig, Ian McEwan, MI 5
Kommentare deaktiviert für Serena Frome statt James Bond – Ian McEwans Geheimdienstroman „Honig“
Heute vor 80 Jahren entstand der Ein-Parteien-Staat der Nazis auch offiziell
Jahrestage sind immer wieder ein Grund zum Nachdenken – zum Beispiel auch dieser 1. Dezember. Heute vor acht Jahrzehnten wurde der Ein-Parteien-Staat in Deutschland, also die absolute Herrschaft der NSDAP, durch ein scheinbar legal entstandenes Gesetz auch offiziell besiegelt.
Als die letzten noch einigermaßen freien Reichstagswahlen vom 5. März 1933 ausgezählt waren, da hatten die Nazionalsozialisten – entgegen ihren eigenen Erwartungen – mit ungefähr 44 Prozent der gültigen Stimmen die absolute Mehrheit verfehlt. Hitler und seine Partei ergriffen daraufhin illegale Mittel: Kommunustische Reichstags-Abgeordnete wurden unter Vorwänden (unter anderem der Reichstagsbrand) verhaftet, und als es im Parlament am 24. März 1933 zur Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz kam, da stimmten nur noch die Sozialdemokraten dagegen. Auch die bürgerlichen Abgeordneten, darunter auch der … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Politik und so
Verschlagwortet mit Deutschland, Diktatur, NSDAP, SA
Kommentare deaktiviert für Heute vor 80 Jahren entstand der Ein-Parteien-Staat der Nazis auch offiziell
TV-Nostalgie (5): „Liebling Kreuzberg“ – Das Glück des Müßiggangs im Kiez
Vielleicht waren die 1980er Jahre die letzte wirklich fruchtbare Fernsehzeit. Damals liefen beispielsweise grandiose, ja unsterbliche Serien wie „Monaco Franze“, „Kir Royal“ – und „Liebling Kreuzberg“.
Manfred Krug als Anwalt Liebling war sozusagen die Berliner Antwort auf die genannten Münchner Edelserien. Die Autoren galten etwas in der literarischen Welt, sie erwiesen sich hier zudem als Schriftsteller, die ein Millionenpublikum auf hochbeachtlichem Niveau zu unterhalten vermögen: Die ersten drei Staffeln schrieb Jurek Becker, dann übernahm Ulrich Plenzdorf. Ach, das waren noch Zeiten, als solche Leute TV-Serien verfassten.

Ganz entspannt in der Kanzlei: Anwalt Robert Liebling (Manfred Krug). © ARD/Screenshot aus http://www.youtube.com/watch?v=3kHio8EwgBc
Dreitagebart und Schlapphut
Ich habe mir jetzt die allererste Folge vom 17. Februar 1986 noch einmal angesehen und mich dabei … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Geschichte, Stadt Land Fluss
Verschlagwortet mit Anwalt, Berlin, Kreuzberg, Liebling Kreuzberg, Manfred Krug
Ein Kommentar
„Willy wählen“ war 1972 ein besonderes Bekenntnis
Wenn wir am 18. Dezember an den 100. Geburtstag des großen Politikers und Menschenfreundes Willy Brandt erinnert werden, wenn wir die entsprechende Sonder-Briefmarke mit dem Bild des Friedens-Nobelpreisträgers aufkleben oder vom Fernsehen an seine Lebensstationen herangeführt werden, dann kommen besonders bei den etwas älteren Mitmenschen wie mir zum Beispiel ganz persönliche Erinnerungen hoch.
Willy Brandt im März 1980 (Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)Als Brandt im September 1972 nach dem gescheiterten konstruktiven Misstrauensvotum gegen ihn als Bundeskanzler die Vertrauensfrage stellte und diese absprachegemäß verlor, gab es einen sehr emotionalen Wahlkampf. Viele Menschen, auch Nicht-Sozialdemokraten, liefen mit dem rot-weißen Button und dem Aufdruck „Willy wählen“ durch die Lande. Als Student arbeitete ich damals in den Semesterferien nachts in der Druckerei … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Geschichte, Lebenswege, Politik und so
Verschlagwortet mit 1972, Willy Brandt, Willy wählen
Kommentare deaktiviert für „Willy wählen“ war 1972 ein besonderes Bekenntnis
Politiker mit Widersprüchen: Buch lenkt den Blick auf die menschliche Seite von Willy Brandt
Die Willy-Welle schwappt durch das Land, unter anderem Spiegel, Stern und Zeit haben ihm ausführliche Rückblenden gewidmet. Der 100. Geburtstag von Willy Brandt am 18. Dezember ist auch der Anlass für die Neuauflage der Biographie von Gregor Schöllgen.
„Eine Annäherung“ wäre für das Buch des renommierten Professors für Neuere Geschichte an der Uni Erlangen wohl der treffende Untertitel, schaut der Autor doch vor allem auf den Menschen Willy Brandt mit allen seinen Widersprüchen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Schöllgen, der den Nachlass des Friedensnobelpreisträgers von 1971 mitherausgegeben hat, legt hier keine Homestory vor. Er zeichnet vielmehr den Lebensweg des langjährigen SPD-Politikers nach, einen Weg, auf dem Siege und Niederlagen, Höhen und Tiefen meist ganz nah beieinander lagen.
Dabei war es wohl, wenn … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Geschichte, Gesellschaft, Lebenswege, Politik und so
Verschlagwortet mit Adenauer, Berlin, Bonn, Brandt, Exil, Helmut Schmidt, Hitler, Mauerbau, Nazi-Regime, Norwegen, Schöllgen, Schweden, SPD, Wehner
Kommentare deaktiviert für Politiker mit Widersprüchen: Buch lenkt den Blick auf die menschliche Seite von Willy Brandt
Mythos Kennedy: Wie gut, dass man nicht alles wusste
Am liebsten würden uns TV-Beiträge wie „Kennedy – Das Geheimnis der letzten Tage“ (ZDF) wohl direkt vors Schlüsselloch der Weltgeschichte setzen. Doch nichts Genaues weiß man nicht. Und gar manches muss Spekulation bleiben. Aber gerade so entstehen Legenden.
Eins steht allerdings für so ziemlich alle Zeiten fest: Wer immer damals schon bei wachem Bewusstsein war, für den ist Kennedy bis heute ein Mythos geblieben. Dieser strahlende, offenbar so kraftvolle US-Präsident, der der (westlichen) Welt so viel Hoffnung gegeben hat. Diese Ikone der frühen 60er Jahre – und dann sein tragischer Tod…
Sexsüchtig und ernsthaft krank
Nicht erst jetzt, fast genau 50 Jahre nach den tödlichen Schüssen von Dallas (22. November 1963), wissen wir leider etwas mehr. John F. Kennedy war … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Geschichte, Gesellschaft, Politik und so, Weite Welt
Verschlagwortet mit 1963, Attentat, Dallas, Jackie Kennedy, John F. Kennedy, US-Präsident, USA
Ein Kommentar
Mensch-Maschine: „Metropolis“ am Schauspiel Bonn
„Wir sind die Roboter, tam, tam, tam, tam“: Der Song der legendären Band Kraftwerk schwebt stilbildend über Jan-Christoph Gockels Inszenierung von „Metropolis“, die nun in der frisch renovierten Halle Beuel am Schauspiel Bonn Premiere hatte.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Kultur an sich, Technik, Theater, Utopien & Dystopien, Warenwelt & Werbung
Verschlagwortet mit Fritz Lang, Hajo Tuschy, Jan-Christoph Gockel, Mareike Hein, Metropolis, Michael Pietsch, Theater Bonn, Wolfgang Rüter; Siri
Kommentare deaktiviert für Mensch-Maschine: „Metropolis“ am Schauspiel Bonn
Historische Ferne in Herne: Uruk – die erste Großstadt der Menschheit
Kostbare Leihgaben aus London, Paris und Berlin gastieren jetzt im Herner LWL-Museum für Archäologie. Inhaltlich geht es um den frühesten Vorläufer solcher Metropolen: das legendäre Uruk.
Diese erste Großstadt der Weltgeschichte ist vor rund 5000 Jahren in Mesopotamien entstanden, auf dem Gebiet des heutigen Irak, im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, rund 300 Kilometer südlich vom späteren Bagdad gelegen. Uruk hat über Jahrtausende existiert, wobei die kulturelle Wirkung länger andauerte als die politische Macht. Der Zenit war gegen Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. erreicht. Als Mittelpunkt der damaligen Welt wurde Uruk von Babylon abgelöst.

Sogenannte Uruk-Vase. Uruk, Uruk-Zeit 4. Jt. v. Chr., Marmor. Bagdad (Iraq Museum), Gipsabguss Berlin, Vorderasiatisches Museum. (© Staatliche Museen zu Berlin/Vorderasiatisches Museum/Olaf M. Teßmer)
Just … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Geschichte, Gesellschaft, Kultur an sich, Stadt Land Fluss, Wirtschaft & Geld, Wissenschaft
Verschlagwortet mit Archäologie, Großstadt, Herne, Uruk
Kommentare deaktiviert für Historische Ferne in Herne: Uruk – die erste Großstadt der Menschheit
Der sehenswerte Domschatz von Essen
Obwohl das katholische Bistum Essen ja wirklich noch sehr jung ist, besitzt es schon einen großen Schatz, den es allerdings geerbt hat. Obwohl inzwischen viele Touristen zum Gucken lieber nach Limburg fahren, lohnt es sich sehr, dem Sitz des Ruhrbischofs in der Essener Innenstadt einen Besuch abzustatten.
Der Essener Domschatz umfasst nämlich einmalige Kunstwerke aus der Zeit vom 9. bis zum 18. Jahrhundert und ist einer der bedeutendsten Domschätze Europas. Dazu gehören sakrale Gold- und Silber-Schmiedearbeiten, aber auch Elfenbeinschnitzereien, Skulpturen und Handschriften – Schönheiten, die man in einem Industrierevier zunächst nicht vermutet, die aber die reiche Geschichte einer Region zeigen, die auch einmal etwas Anderes war als Kohle- und Stahlstandort.
Weltbekannt ist in … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Kunst & Museen, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Domschatz, Essen, Madonna
Ein Kommentar
Der lange Schatten von Auschwitz – Michel Laubs Roman „Tagebuch eines Sturzes“
Ob nach Auschwitz sich noch leben lasse, war eine zentrale Frage, die der Philosoph Theodor W. Adorno gestellt hat. Er gab damit einen Anstoß, über Sinn und Wert des Lebens, über Schuld und Verantwortung angesichts der NS-Gräuel nachzudenken. Was der Vertreter der Frankfurter Schule gesellschaftlich und historisch zu hinterfragen suchte, reflektiert Michel Laub am Beispiel (s)einer Familie.
Der Autor, jüdischer Herkunft, ist Journalist, Jahrgang 1973, und wurde im brasilianischen Porto Alegre geboren. In seinem autobiographischen Roman „Tagebuch eines Sturzes“ erzählt er die Lebensgeschichte seines Großvaters, seines Vaters und seiner selbst. Laub, der in seiner Heimat zu wichtigsten zeitgenössischen Autoren gehört, beschreibt über weite Strecken in einzelnen Sequenzen, Szenen oder Momentaufnahme, was der Angehörige einer jeweiligen Generation erlebt und durchlitten hat.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Gesellschaft, Lebenswege, Literatur
Verschlagwortet mit Adorno, Auschwitz, Auswanderung, Brasilien, Judentum, Konzentrationslager, Michel Laub, Religion, Suizid
Kommentare deaktiviert für Der lange Schatten von Auschwitz – Michel Laubs Roman „Tagebuch eines Sturzes“
Familienfreuden auf Reisen: Die Visitenkarte des Weihnachtsmannes
Ach ja, die Sonne scheint, ich sitze im T-Shirt vor dem Laptop, die Blumen blühen – da kann man schon mal in Weihnachtsstimmung geraten. Zumindest suggeriert mir das mal wieder unser Supermarkt um die Ecke, bei dem es schon Lebkuchen und Spekulatius gibt. Das zumindest passt hervorragend zu unserem Reiseabschluss – denn Fi ist dem Weihnachtsmann begegnet.
Wenn ich an den Weihnachtsmann denke, ist neben dem üblichen Bart und der roten Kleidung eigentlich immer auch irgendwo Schnee im Bild, auch Tannengrün und ein paar leuchtende Weihnachtsbaumkugeln gehören dazu.
Die Realität sah anders aus, ganz anders. Wir stießen die Tür unseres Campingwagens auf und da stand er: Santa Claus – und bändigte unser … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Bekenntnisse, Geschichte, Glaubensfragen, Kinderzeiten, Lebenswege, Unterwegs, Weite Welt
Verschlagwortet mit Baby, Camping, Grillen, Harley Davidson, Kind, Reise, Urlaub, Visitenkarte, Weihnachtsmann
Kommentare deaktiviert für Familienfreuden auf Reisen: Die Visitenkarte des Weihnachtsmannes
Globus am Abgrund, Rettung naht – Matthias Polityckis Roman „Samarkand Samarkand“
Tim Bendzkos Song, wonach er nur noch die Welt retten muss, der könnte auch von Alexander Kaufner stammen.
Im fernen Usbekistan, genauer genommen in der sagenumwobenen Stadt Samarkand soll und will er eine Mission erfüllen, die da lautet: den dritten Weltkrieg zu beenden. Fürwahr, es ist kein angenehmes Leben mehr auf diesem Globus, seitdem sich die Machtverhältnisse einmal mehr verschoben haben. Nach Deutschland, der Heimat des Romanhelden, sind die Russen zurückgekehrt, radikale Muslime kämpfen mit Waffengewalt, aber es gibt noch eine Bundesregierung, wenn auch nicht mehr unter Kanzlerin Merkel. Gemäß dem Satz, dass der Islam zu Deutschland gehört, führt jetzt der Türke Mehmet Yalcin die Regierungsgeschäfte.
Die Art und Weise, wie Kaufner von all den Ereignissen erfährt, versinnbildlicht den Wandel … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Gesellschaft, Lebenswege, Stadt Land Fluss, Unterwegs, Weite Welt
Verschlagwortet mit Dschingis Khan, Politycki, Samarkand, Untergang, Usbekistan, Weltkrieg
Ein Kommentar
Hagener Friedhof Wehringhausen: Hinfälliger Bewahrer großer Namen des Ruhrgebiets
Erst mal wählen gehen. Gesagt, getan, zwei Kreuze und dann wieder in den Sonntagmorgen. Ein wenig zu würdig erschienen mir die Mitglieder des Wahlvorstandes. Schau da, die Sonne bestrahlt auf einmal die Szene. Gleich nebenan liegt ein Friedhof, den mir Andrea schon lange mal zeigen wollte. Vom Bergischen Ring in Hagen aus habe ich ihn schon oft gesehen.
Zugänglich ist er aber nur von der Grünstraße, wo auch das Wahllokal lag, in das wir zum Kreuzemachen spaziert waren. Diesmal und auch weil die Sonne uns wärmte, gingen wir hinein. Es war nicht etwa ein nekrophiler Anfall meinerseits, ich wollte nur ein wirklich wesentliches Stück Hagener Stadtgeschichte aus der Nähe sehen, und das ist der ehrwürdige und an so vielen Stellen … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Geschichte, Gesellschaft, Region Ruhr, Wirtschaft & Geld
Verschlagwortet mit Friedhof Wehringhausen, Hagen, Harkort, Liselotte Funcke, Osthaus
Kommentare deaktiviert für Hagener Friedhof Wehringhausen: Hinfälliger Bewahrer großer Namen des Ruhrgebiets
Schopf und Schöpfung: Oberhausen zeigt „HAIR! Das Haar in der Kunst“
In der „flotten Schreibe“ älterer Machart hätte man formuliert, die neue Ausstellung in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen sei „eine haarige Angelegenheit.“ Und was der Redensarten mehr sind. Richtig ist, dass „HAIR! Das Haar in der Kunst“ das Titelthema rundum abhandelt. Wer da noch eine wesentliche Lücke entdeckt, ist wirklich findig.

Domenico Gnoli: „Hair Partition“ (Scheitel), 1968 (© Museum Ludwig im Statlichen Russischen Museum St. Petersburg/VG Bild-Kunst, Bonn 2013)
Gleich der erste Raum verheißt große zeitliche und ästhetische Bandbreite, die dann auch eingelöst wird: Bei Tilman Riemenschneiders „Marientod“ (um 1515) spielt die Haar- und Barttracht der Figuren eine entscheidende, charakterisierende Rolle – bis hin zur so genannten „Petrus-Locke“, die eben genau diesen Apostel kennzeichnet. Direkt gegenüber hängt eine Fotografie von Cindy … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Kunst & Museen, Natur Klima Umwelt, Stilfragen
Verschlagwortet mit Das Haar in der Kunst, Frisur, Haar, Ludwiggalerie, Oberhausen
Ein Kommentar
Der Mann mit den wuchtigen Meinungen – Zum Tode von Marcel Reich-Ranicki
Prägnante Szene bei einer schon länger zurückliegenden Frankfurter Buchmesse: Am Stand der Deutschen Verlagsanstalt (DVA) wird Marcel Reich-Ranicki von Bewunderern umlagert wie ein Popstar. Einer ruft ihm die (wahrhaft müßige) Frage zu, wer denn wohl der größte russische Autor aller Zeiten sei. Von ihm hat man eben literarische Urteile wie von einer höchstrichterlichen Instanz erwartet.
Jetzt wird diese Instanz für immer fehlen. Marcel Reich-Ranicki, der mit Abstand prominenteste Literaturkritiker deutscher Zunge, der sogar vielen Banausen ein flüchtiger Begriff war, ist heute im Alter von 93 Jahren gestorben.
Der „Großkritiker“ ließ sich damals in Frankfurt – wie üblich – nicht lange bitten, mochte sich freilich in jenem Falle nicht so recht festlegen: … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Fernsehen und Hörfunk, Geschichte, Lebenswege, Literatur, Medien
Verschlagwortet mit Das Literarische Quartett, Günter Grass, Kritiker, Literaturbetrieb, Marcel Reich-Ranicki, Martin Walser
Kommentare deaktiviert für Der Mann mit den wuchtigen Meinungen – Zum Tode von Marcel Reich-Ranicki
Ein Sommer für Matisse: Nizza widmet dem Maler acht Ausstellungen
Fünf Spidermen fassen sich an den Händen und tanzen Ringelreihen. An wen erinnert bloß diese Tanzszene, die der in Dortmund geborene Künstler Martin Kippenberger so kühn aufs Papier gebannt hat? Genau: „La Danse“ von Henri Matisse ist das Vor-Bild für die ironische Collage und dass beide Künstler nun in einem Museum zusammentreffen, kein Zufall: Zum 50. Geburtstag des Musée Matisse zeigt Nizza unter dem Titel „Un été pour Matisse“ (Ein Sommer für Matisse) noch bis zum 23. September insgesamt acht Ausstellungen, die von dem berühmtesten Maler der Côte d’Azur inspiriert sind.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fotografie, Geschichte, Kultur an sich, Kunst & Museen, Unterwegs
Verschlagwortet mit Henri Matisse, Martin Kippenberger, Nizza
Kommentare deaktiviert für Ein Sommer für Matisse: Nizza widmet dem Maler acht Ausstellungen
Einen Autor mehr und mehr für sich entdecken: Bücher von Walter Kappacher
Nicht nur in (und am) Mattsee g e l e s e n habe ich unlängst die zwei neuesten Bücher des Büchnerpreisträgers von 2009, des seit Jahren in dem Mattsee benachbarten Ort Obertrum lebenden Walter Kappacher, sondern sehr wahrscheinlich habe ich ihn als Person dort sogar selber mehrmals g e s e h e n .
Mindestens viermal kam in der besonders heißen ersten Augustwoche ein seinem Bilde, dem möglicherweise heute nicht mehr ganz aktuellen Buchklappenseitenbilde, sehr ähnlicher Mann ins „See- und Strandbad Mattsee“. Jeweils vom frühen Morgen bis zum späten Vormittag blieb er da und setzte sich buchlesend an eine noch ruhige Stelle in den Schatten, auch – wie vereinbarungsgemäß – nicht gestört von seiner Frau, die ihn gelegentlich … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Geschichte, Gesellschaft, Literatur, Natur Klima Umwelt
Verschlagwortet mit Walter Kappacher
3 Kommentare
TV-Nostalgie (4): „Raumpatrouille“ – Als „Orion“ in die märchenhafte Zukunft schwebte
So hat man sich vor 47 Jahren die Zukunft vorgestellt: Die Menschen leben in einer keimfreien Unterwasserwelt. Das Mobiliar sieht poppig und furchtbar avantgardistisch aus. Leute in Einheitskluft vollführen schon mal seltsam roboterhafte Tänze. Vor allem aber brechen sie tagtäglich in die unendlichen Weiten fremder Galaxien auf.
Willkommen bei der „Raumpatrouille“, der legendären Science-Fiction-Spielserie aus den 1960er Jahren! Willkommen an Bord des Raumschiffs „Orion“!
Der „alte Adam“ ist noch lebendig
Als „Märchen von übermorgen“ wird das Ganze schon im Vorspann der einstündigen Auftaktfolge bezeichnet, die ich mir jetzt noch einmal angesehen habe. Unter den Erdbewohnern herrscht Frieden, es gibt keine Nationalstaaten mehr. Doch der blaue Planet muss sich unentwegt gegen extraterrestrische Angreifer wehren – allen voran die geheimnisvoll glitzernden, ungreifbaren … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Geschichte, Technik, Utopien & Dystopien
Verschlagwortet mit Dietmar Schönherr, Eva Pflug, Orion, Raumpatrouille
2 Kommentare
50 Jahre Bundesliga: Die persönliche Geschichte einer Nicht-Liebe
Heute geht’s wieder los: 9. August 2013, 20.30 Uhr, München. Der FC Bayern tritt an gegen Borussia Mönchengladbach. Und am Sonntag wird die neue Bundesliga-Saison für das Ruhrgebiet in Gelsenkirchen eröffnet: FC Schalke 04 gegen den Hamburger SV. 50 Jahre alt wird die höchste deutsche Spielklasse: Am 24. August 1963 startete der erste Spieltag der neuen Bundesliga.
Von Anfang an mischten Revier-Vereine kräftig mit: Dortmund, der Meidericher SV und Schalke gehören zu den sechzehn Gründungs-Clubs. Das erste Tor der Fußballgeschichte gehört mittlerweile fast schon zum Allgemeinwissen: Der Dortmunder Timo Konietzka schoss es nach nur 58 Sekunden. Auch der erste Tabellenführer kam aus dem Pott: Der Meidericher SV hatte sich mit einem 4:1 in Karlsruhe den ersten Platz gesichert.

Das Ziel:
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Geschichte, Kinderzeiten, Lebenswege, Leibesübungen, Region Ruhr
Verschlagwortet mit 1. FC Nürnberg, 50 Jahre, Borussia Dortmund, Bundesliga, FC Schalke 04, Fußball, Gelsenkirchen, TSV 1860 München
Kommentare deaktiviert für 50 Jahre Bundesliga: Die persönliche Geschichte einer Nicht-Liebe
TV-Nostalgie (3): „Einer wird gewinnen“ mit Kulenkampff – Bildung auf charmante Art
Die 1960er Jahre waren in der Bundesrepublik zweifellos die ganz große Fernsehzeit. Da saß oft noch die ganze Familie gemeinsam vor dem Gerät; ganz besonders dann, wenn große Samstagabendshows wie Hans-Joachim Kulenkampffs „Einer wird gewinnen“ (EWG) auf dem Programm standen.
EWG lautete auch die Abkürzung für Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, den frühen Vorläufer der EU. In jenen Jahren herrschte noch europäische Zuversicht, obwohl die Schlagbäume noch unten und die Währungen verschieden waren.
Für die ganze Familie
„Kulis“ Show war jedenfalls rundum so nett, elegant, lehrreich und jugendfrei, dass man nach dem samstäglichen Bad auch als Kind zuschauen durfte. Die erste, heute längst legendäre Staffel lief von 1964 (Start am 25. Januar) bis 1969. Im Internet ist eine Sendung in voller Länge greifbar, … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Geschichte, Gesellschaft, Medien, Schule, Uni, Bildung, Stilfragen
Verschlagwortet mit Gerhard Wendland, Hans-Joachim Kulenkampff, Martin Jente, Uschi Sievers, Willy Berking
2 Kommentare
Götz George als sein umstrittener Vater Heinrich: Entlastung aus lauter Sohnesliebe
Seit Wochen schreiben die Zeitungen in gehöriger Länge darüber. Jetzt ist das Fernseh-Ereignis erstmals bei arte zu sehen gewesen. In „George“ spielt der große Götz George seinen vielleicht noch größeren Vater Heinrich George. Der hatte sich in der NS-Zeit zutiefst verstrickt und in üblen Propagandafilmen wie „Jud Süß“ oder „Kolberg“ mitgewirkt. Ein wahrlich heikles, geschichtlich schwer belastetes Thema, das unbedingt eine filmische Aufarbeitung wert ist. Man kann nur zu gut verstehen, dass Götz George sich dem Mythos seines Vaters nähern möchte, der ihn seit jeher umtreibt. Aber es war wohl keine gute Entscheidung, dass er den Altvorderen selbst dargestellt hat. Was da alles mit hineinspielt! Und wie da in nahezu jeder Szene die dringend nötige Distanz fehlt…
… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Geschichte, Kultur an sich, Lebenswege, Politik und so, Theater
Verschlagwortet mit Berta Drews, Götz George, Hanns Zischler, Heinrich George, Jan George, Joachim Lang, Joseph Goebbels, Martin Wuttke, Muriel Baumeister
Ein Kommentar
Das zwiespältige Phänomen John F. Kennedy – eine neue Biographie von Alan Posener
Die Welt am Rande des Nuklearkrieges, politisches oder auch militärisches Desaster in Kuba und Vietnam, massive Rassenunruhen im Inneren des eigenen Landes und schließlich der Bau der Berliner Mauer, der den Fall des Eisernen Vorhanges für Jahrzehnte besiegeln sollte: Eine solche Bilanz scheint eigentlich nicht geeignet, einen Mythos zu begründen. Warum John F. Kennedy bis zum heutigen Tage dennoch wie ein Säulenheiliger betrachtet wird, damit befasst sich Alan Posener in seiner Biographie über den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Eine Spurensuche. Dabei drängt sich unweigerlich die Frage auf: Kann der Autor, Korrespondent bei der „Welt“-Gruppe, der schon Monographien u.a. über Franklin D. Roosevelt, John Lennon und William Shakespeare verfasst hat, Altbekanntem überhaupt etwas Neues hinzufügen? Darauf hebt Posener auch gar … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Gesellschaft, Politik und so
Verschlagwortet mit Attentat, Berlin, Chruschtschow, Kennedy, Kuba, Medikamentenabhängigkeit, Nuklearkrieg, Roosevelt, USA, Vietnam
Kommentare deaktiviert für Das zwiespältige Phänomen John F. Kennedy – eine neue Biographie von Alan Posener
Dortmund damals: Beim Betrachten alter Bilder aus der Heimatstadt
Manchmal entdecke ich im Internet Vorlieben wieder, die zwischendurch geschlummert haben. Da gibt es z. B. intelligente Schwärme, die schöne, noch schönere oder gezielt hässliche Worte aufspüren, was sich mitunter als Hauptspaß, seltener auch als Tiefsinn erweist. Doch hier und jetzt geht es um alte, zuweilen nostalgische Fotos aus meiner Heimatstadt Dortmund.
Bei Facebook und wohl auch in anderen Netzwerken tummelt sich dazu die eine oder andere Interessengruppe, die mit Fleiß und Akribie bei der Sache ist. Eine hat sogar rund viertausend Mitglieder: Man kann dort quasi keinen Pflasterstein oder Grashalm aus der Stadt posten, den nicht irgend jemand wiedererkennen, exakt benennen und mit historischen Hintergrundinfos anreichern könnte.
Da gibt es Leute, die sich mit lokalen Details offenbar mindestens ebenso … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Fotografie, Geschichte, Netzwelten & KI, Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Verschlagwortet mit Architektur, Dortmund, Fotografie, Soziale Netzwerke
3 Kommentare
Kulturdenkmal besonderen Ranges: 100 Jahre Pferderennbahn in Dortmund-Wambel
Durch schieren Zufall bin ich darauf gestoßen, dass die Galopprennbahn in Dortmund-Wambel vor ziemlich genau 100 Jahren eröffnet worden ist. Am 3. Juli 1913 wurde dort das erste Rennen ausgetragen. Wenn ich es recht sehe, so ist dieses doch recht gewichtige Jubiläum von den Print-Medien und vom Hörfunk fast durchweg ignoriert oder vollends vergessen worden. Offenbar ist der Dortmunder Rennverein, der die Bahn betreibt, auf Berichterstattung auch nicht allzu versessen gewesen, sonst hätte man doch wohl schon im Vorfeld die werbliche Trommel geschlagen. So aber sieht es fast nach Desinteresse oder gar Resignation aus.
Wirtschaftliche Probleme
Um Pferderennen ist es in Deutschland generell nicht gut bestellt. … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Bekenntnisse, Geschichte, Gesellschaft, Region Ruhr
Verschlagwortet mit 1913, Dortmund-Wambel, Galopprennbahn, Pferderennbahn, Wambel
2 Kommentare
Auschwitz auf der Opernbühne: „Die Passagierin“ als DVD-Edition
Dies ist eine nachdrückliche Empfehlung: Die DVD der Bregenzer Aufführung von Mieczysław Weinbergs Oper „Die Passagierin“ überzeugt durch präzise Inszenierung, durchdachtes Bühnenbild, spannungsvollen Handlungsablauf, die Figurenzeichnung und -verkörperung, die Rezitative sowie den Einzel- und Chorgesang und durch die orchestrale Musik.
Nie hätte ich vorher gedacht, dass es möglich wäre, noch dazu überzeugend möglich wäre, ein derartiges Thema ins Zentrum einer Oper zu stellen. Zwar, dass man sich auch an diesem Thema mal vergreifen können würde, habe ich schon vor 30 Jahren geargwöhnt, als ich mal gesprächsweise prognostizierte, dass der Tag nicht fern sei, dass man auch aus Auschwitz noch ein Musical machen werde.
Was ich damals noch nicht wusste, was fast jeder nicht wissen konnte, war dies, dass eine Oper … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Geschichte, Gesellschaft, Kultur an sich, Literatur, Musik & Konzert, Oper & Ballett, Politik und so, Schule, Uni, Bildung, Tonträger
Verschlagwortet mit Auschwitz, Die Passagierin, Mieczysław Weinberg, Oper
Ein Kommentar
Kennedys frühe Deutschland-Reisen: Seine Berlin-Rede hatte eine lange Vorgeschichte
Der Besuch von US-Präsident Barack Obama ruft nicht nur Erinnerungen an den legendären Auftritt von John F. Kennedy wach, dessen Aufenthalt in Berlin sich in diesen Tagen zum 50. Mal jährt. Er bietet auch einmal mehr Anlass, die Rede des damaligen Hoffnungsträgers historisch einzuordnen und zu analysieren.
Dass die vier Worte „Ich bin ein Berliner“, mit denen Kennedy Geschichte schrieb, mehr waren als nur ein momentaner oder spontaner Ausdruck von Solidarität mit den Menschen in der geteilten Stadt, versucht Oliver Lubrich in seinem neuen Buch dem Leser nahezulegen. Es handelte sich, so betont der Professor für Neue deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik an der Uni Bern, wahrlich nicht um den ersten Besuch von JFK in Deutschland, sondern Kennedy hatte während seiner … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Bekenntnisse, Buchmarkt & Lesen, Geschichte, Gesellschaft, Politik und so, Unterwegs
Verschlagwortet mit Demokratie, Hitler, JFK, John F. Kennedy, Kalter Krieg, Kennedy, Kölner Dom, Konferenz von Potsdam, Münchner Abkommen, Obama, Olympische Spiele, Zweiter Weltkrieg
Kommentare deaktiviert für Kennedys frühe Deutschland-Reisen: Seine Berlin-Rede hatte eine lange Vorgeschichte
„Das Halstuch“ – Wiedersehen mit dem „Straßenfeger“ von einst
Es war der „Straßenfeger“ schlechthin: Im Januar 1962 hatte der Durbridge-Sechsteiler „Das Halstuch“ im ARD-Programm eine unfassbare Zuschauerquote von 89 Prozent – praktisch ohne konkurrierende Kanäle. Für die Älteren war das eine prägende Fernseherfahrung der Frühzeit. Jetzt hat der Kulturkanal 3Sat die Krimireihe noch einmal ausgestrahlt – an einem Stück.
Als bekennender TV-Nostalgiker lässt man für eine solche Wiederbegegnung einen zeitgleichen Leipziger „Tatort“ ohne weiteres links liegen. Die großflächige Wiederholung des Klassikers (20.15 bis 23.50 Uhr) bot reichlich Gelegenheit, in die damalige Zeit einzutauchen. Übrigens hat der produzierende WDR damals so gespart, dass man den britischen Stoff wegen zu hoher Reisekosten nicht etwa in England aufzeichnete, sondern in…Remscheid!
Gepflegte Konversation
Wie anders ist damals im gediegenen Schwarzweiß erzählt worden! Von … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Geschichte, Medien, Stilfragen
Verschlagwortet mit Albert Lieven, Das Halstuch, Dieter Borsche, Eckart Dux, Francis Durbridge, Heinz Drache, Hellmut Lange, Margot Trooger, Wolfgang Neuss
Kommentare deaktiviert für „Das Halstuch“ – Wiedersehen mit dem „Straßenfeger“ von einst
Wer blättert denn noch im Brockhaus?
Wie gern sehen sich manche gedruckt! Es ist ihnen ein Antrieb des Schreibens, vielleicht sogar ein hauptsächlicher.
Auch mit dem Internet hat sich diese Form des Bleibenwollen nicht erledigt, sie hat sich allerdings gewandelt, ins Flüchtige gewendet. Wenngleich man uns sagt, dass im Netz nichts verloren gehe, so beschleicht einen hin und wieder das Gefühl, mit einem Wusch könne alles hinschwinden für immer. Doch auch im Virtuellen hinterlässt man gern seine mehr oder weniger kümmerlichen Spuren, wenn es auch nicht mehr den geringsten Anschein von Ewigkeit hat.
Neuere Techniken haben eine totalitäre Tendenz; dergestalt, dass sie alles Vorherige verdecken. Um mit einem Filmtitel von Alexander Kluge zu reden, so ist es „Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit“. Man … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Geschichte, Medien, Netzwelten & KI, Sprache, Technik
Verschlagwortet mit Druck, Friedrich Arnold Brockhaus, Gedrucktes, Handschrift, Lexikon, Wikipedia
5 Kommentare
Ein Europäer aus der bayerischen Provinz: Johann Simon Mayr zum 250. Geburtstag
Venedig, Karneval 1794: Im neuen „Teatro La Fenice“ wird die Oper „Saffo“ aufgeführt. Der Komponist ist ein „Zugereister“ aus Bayern, der sich durch einige Oratorien einen Namen gemacht hat: Johann Simon Mayr. Die Oper hat Erfolg, der 30-jährige Maestro erhält ein Jahr später erneut einen Opernauftrag: „Lodoiska“. In den kommenden Jahren sollte Mayr eine der führenden Gestalten nicht nur des venezianischen, sondern des italienischen Opernlebens werden.

Giovanni Simone Mayr. Bild: Archiv Häußner
Bis vor wenigen Jahren teilte dieser Komponist das Schicksal vieler seiner Kollegen, die in der Übergangszeit zwischen der Barockoper etwa eines Johann Adolph Hasse und der neuen Generation eines Gioacchino Rossini wirkten. Doch das Blatt hat sich gewendet: In Mayrs Heimat Ingolstadt bemüht sich seit 20 Jahren … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Lebenswege, Oper & Ballett
Verschlagwortet mit Giovanni Simone Mayr, Ingostadt, Venedig, Venezia
Kommentare deaktiviert für Ein Europäer aus der bayerischen Provinz: Johann Simon Mayr zum 250. Geburtstag
Die harte Gangart der Fotografie – Bilder von Weegee in Oberhausen
Immer `ran, gleich` ran: Wenn Weegee ein starkes Bildmotiv sieht, so hält ihn nichts mehr auf Distanz.
Dann rückt der Pressefotograf den Mördern, Opfern, Cops und Underdogs im New York der 1930er und 1940er Jahre ganz dicht auf den Leib und drückt sofort ab. Menschen, deren Behausung gerade in Feuersbrünsten niederbrennt, hält er die Kamera mitten in die entsetzten Gesichter.

Weegee: „Der Erkennungsdienst bei der Arbeit“, 1941 (© Weegee/Institut für Kulturaustausch, Tübingen 2013)
Seit 1935 als Freelancer tätig, kann sich der Autodidakt keine Sentimentalitäten erlauben. Er muss die besten, unmittelbarsten Bilder haben, sonst würden die sensationsgierigen Zeitungen sie nicht kaufen. „Murder is my business“, sagt Weegee einmal.
Die heute noch hinreißenden Ergebnisse seiner Arbeit sind jetzt in der Ludwiggalerie Schloss … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fotografie, Geschichte, Gesellschaft, Kunst & Museen, Medien
Verschlagwortet mit Arthur Fellig, Fotografie, New York, Oberhausen, Weegee
2 Kommentare
Still und stoisch durch den Krieg gehen: „Neue Zeit“ von Hermann Lenz – wiedergelesen
Wie ist das im Zweiten Weltkrieg gewesen, Tag für Tag, bis zum bitteren Ende? Es gibt wahrlich zahllose Bücher über „Ereignisse“ jener Jahre, hin und wieder auch übers Alltägliche. Doch Hermann Lenz’ Roman „Neue Zeit“ ist und bleibt etwas Besonderes. Erstmals 1975 erschienen, ist das Werk jetzt in einer neuen Ausgabe greifbar. Man kann es wieder und wieder lesen. Als Zeugnis des Nebenher, des Unscheinbaren, das wohl auch damals die meisten Geschehnisse grundiert hat. Als Dokument einer großen Hilflosigkeit angesichts der Zeitläufte. Als Studie darüber, wie man mitten im allergrößten Dreck ein Mindestmaß an Anstand wahren kann. Und dergleichen mehr.
Weder Helden noch Antihelden
Fernab von jeder Versuchung zum Spektakulären oder Heroischen, aber auch nicht mit vollmundiger Antikriegs-Rhetorik, ja überhaupt … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Geschichte, Krieg & Frieden, Lebenswege, Literatur, Politik und so
Verschlagwortet mit Hanne Lenz, Hermann Lenz, München, Neue Zeit, Peter Handke, Stuttgart, Zweiter Weltkrieg
Kommentare deaktiviert für Still und stoisch durch den Krieg gehen: „Neue Zeit“ von Hermann Lenz – wiedergelesen












