Archiv des Autors: Bernd Berke

Über Bernd Berke

Langjähriger Kulturredakteur bei der Anfang 2013 verblichenen Westfälischen Rundschau (Dortmund), die letzten elf Jahre als Ressortleiter. Zwischenzeitlich dies und das, z. B. Prosaband „Seitenblicke" (edition offenes feld, 2021), vereinzelt weitere Buchbeiträge, Arbeit für Zeitschriften, diverse Blogs und andere Online-Auftritte. Seit 2011 hier. Und anderswo. Und überhaupt.

Dunkle Rätsel aus dem Bergwerk der Bilder – Gemälde von Edgar Ende in Olpe

Von Bernd Berke

Olpe. Tragisches Schicksal eines Künstlers: Die Nazis verfemten Edgar Ende als „entartet“ und erteilten ihm Malverbot. Nach dem Krieg verlangte der Kunstbetrieb abstrakte Bilder, die Ende nicht liefern mochte. Doch seit ein paar Jahren wird er wiederentdeckt, denn er hat einen berühmten Sohn. Und der heißt Michael Ende.

In seiner „Unendlichen Geschichte“ hat Michael Ende dem Vater ein literarisches Denkmal gesetzt. Vom phantastischen „Bergwerk der Bilder“ ist da die ausführliche Rede. Tatsächlich hat Edgar Ende (1901-1965), von dem jetzt in Olpe eine Werkauswahl zu sehen ist, seine Motive gleichsam aus tiefer Finsternis heraufgeholt. Er zog sich tagelang in völlig abgedunkelte Stuben zurück, versehen mit Bleistift und Taschcnlampe, so daß er die Szenen, die aus seinem Inneren aufstiegen, … Weiterlesen

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Als die alten Chinesen ihre Erfindungen machten – Ausstellung in Hildesheim spannt Bogen über 5000 Jahre

Von Bernd Berke

Hildesheim. Wir wissen nicht, wer Rad und Feuer erfunden hat. Wir wissen aber, wer zuerst Schießpulver und Papier hergestellt hat. Es waren Menschen im alten China. Eine große Ausstellung in Hildesheim zeigt nun, daß die Ostasiaten der übrigen Welt noch auf vielen anderen Gebieten weit voraus gewesen sind.

Kein Jahr ohne opulente China-Schau. Wenn Dortmund schon mal keine zeigt (wie 1990 und 1993), springen eben andere ein. „China – eine Wiege der Weltkultur“ heißt die Präsentation im Roemer- und Pelizaeus-Museum. Sie ist den Dortmunder Highlights an Bedeutung ebenbürtig, konzentriert sich aber nicht auf eine Epoche wie etwa die Tang-Dynastie, sondern spannt den Bogen vom Neolithikum bis ins 19. Jahrhundert. Mit rund 300 Exponaten aus einem Zeitraum von … Weiterlesen

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Die Phantome der Liebe – Richard Fords tragikomische Erzählung „Der Frauenheld“

Von Bernd Berke

Hier geht es offenbar ums Ganze. Zitat: „…er fragte sich, was möglich war zwischen den Menschen? Was war möglich, das wirklichen Wert hatte? Wie konnte man das Leben in den Griff bekommen, anderen geringen Schaden zufügen und doch mit ihnen verbunden sein?“ Zitat Ende.

Solche Worte kreisen wirklich um Grundfragen des Lebens. Doch keine Angst. Bei dem Amerikaner Richard Ford kommen die tiefsinnigen (und doch so einfach klingenden) Sätze erst ganz zum Schluß. Sie ergeben sich völlig ungezwungen aus einer Erzählung, die etliche Bedeutsamkeit mit wenig Erdenschwere verbindet.

Immerhin: Die Komplikation zwischen den Geschlechtern, die „Der Frauenheld“ Martin Austin erleidet, bilden sich zuweilen auch im verschachtelten Satzbau ab. Das liegt wohl nicht nur an der stellenweise etwas … Weiterlesen

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Für den Olymp kommt keiner in Frage – Marcel Reich-Ranicki über berühmte deutschsprachige Kritiker

Von Bernd Berke

Unser Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki hat ein Buch über seine berühmten Vorläufer seit Lessing geschrieben. Ja, gab es denn vor ihm überhaupt nennenswerte Kritiker?

Offenbar ja, denn der Band „Die Anwälte der Literatur“ (nein, nicht „Staatsanwälte“) umfaßt immerhin 23 Porträt-Essays. Und doch auch wieder nicht, denn die allermeisten finden vor Reich-Ranicki wenig Gnade.

Nehmen wir Gotthold Ephraim Lessing selbst, den vermeintlichen „Vater“ der deutschen Kritik. Der hatte zwar laut Reich-Ranicki einen aufrechten Charakter, verkannte oder unterschätzte aber viele literarische Talente seiner Zeit, schrieb etliche Rezensionen nur aus Gefälligkeit und hatte weder eine Antenne für Wieland noch für Goethe. Apropos: Goethe selbst sei der absolute Anti-Kritiker gewesen, denn er habe nur gefügige Leser gewollt.

Alfred Kerr war töricht, Walter … Weiterlesen

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Lachend die Zeichen der Zeit erkennen – Dicker Sammelband des vielseitigen Robert Gernhardt

Von Bernd Berke

Welcher deutsche Gegenwartsautor ist vielseitiger als Robert Gernhardt? Der 57jährige hat etliches auf Lager – von der Satire und dem niveauvollen Nonsens bis zum beachtlichen Roman; von der trefflichen Zeitkritik bis zum raffiniert gereimten Gedicht.

Mehr noch: Ohne Gernhardts Texte wäre Otto Waalkes nicht halb so gut gewesen. Und er ist einer der besten Cartoon-Zeichner. Wen wundert’s, daß der Vielfältige jetzt mit einem üppigen Sammelband zum Klassiker erhoben wird. Der Titel („Über alles“) weist schon auf Gernhardts kreative Bandbreite hin.

Seit seinen Anfängen beim Satire-Blatt „Pardon“ (frühe 60er Jahre), wo er mit F. K. Waechter und F. W. Bernstein „Welt im Spiegel“ schuf, jene legendäre Beilage für den  höheren Blödsinn, zählt Gernhardt zu den produktivsten Grenzgängern zwischen … Weiterlesen

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Impressionisten aus der „zweiten Reihe“ – Kölner Ausstellung präsentiert weniger bekannte Vertreter der Stilrichtung

Von Bernd Berke

Köln. Gleißendes Sonnenlicht überflutet die Landstraße. Man fühlt die Hitze förmlich aus dem Bilde steigen. Im Vordergrund geht ein mürrisch blickender Mann den beschwerlichen Weg hinauf. Das Gemälde von 1884 zeigt den berühmten Impressionisten Claude Monet.

Gustave Caillebotte hat die schweißtreibende Szene gemalt. Das war ein reicher Mann, der sich keine Sorgen um den Verkauf seiner Bilder machen mußte. Er war mit den Größen des Impressionismus befreundet, die ihn aber eher als solventen Käufer ihrer Werke denn als ebenbürtigen Kollegen schätzten. Jedenfalls tat er viel für die Verbreitung dieser luftigen Lichtmalerei.

Um sieben Bilder von Caillebotte gruppiert sich jetzt eine Kölner Ausstellung aus Beständen des Petit Palais in Genf, die weniger in die Tiefe als in die … Weiterlesen

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Im Drahtgeflecht steckt der Protest – Arbeiten des Spaniers Manuel Rivera im Museum Folkwang

Von Bernd Berke

Essen. Die entscheidende Idee für seine Kunst kam dem Spanier Manuel Rivera in einer ganz alltäglichen Situation: beim Blick in ein Schaufenster.

Da schwebten Werkzeuge hinter der Glasscheibe, als hätten sie fliegen gelernt. Von außen konnte man überhaupt nicht erkennen, daß sie drinnen an dünnen Drähten aufgehängt waren. Derlei Sinnestäuschung prägt seither die Arbeiten des 1927 in Granada geborenen Künstlers. Auch dem Material Draht hat er sich seitdem verschrieben. Auf seinen Bildobjekten kehrt es in Form von filigranen Geflechten, Verzweigungen und Spannkräften wieder. Das Essener Folkwang-Museum zeigt jetzt 85 Exponate aus den Jahren 1956 bis 1966, die Rivera selbst für seine wichtigste Phase hält.

Damals herrschte in Spanien die Franco-Diktatur. Es war schon ein Wagnis, als sich … Weiterlesen

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Wenn man dem Glück gar nicht entrinnen kann – Wuppertal stellt den populären Künstler Otmar Alt vor

Von Bernd Berke

Wuppertal. Otmar Alt (53), vielleicht der populärste deutsche Künstler, hat nichts ausgelassen. Er hat praktisch alle Techniken erprobt, mit jedem denkbaren Material gearbeitet und seinen bunten Kosmos in vielerlei Richtung wuchern lassen. Ist er etwa ein Allerwelts-Schöpfer?

Kaum einer seiner Kollegen versteht auch so ausgiebig über die eigenen Arbeiten zu sprechen wie der Mann aus Hamm-Norddinker, dem das Wuppertaler Von der Heydt-Museum jetzt eine Retrospektive widmet. Von der landläufigen Kunstkritik fühlt sich Otmar Alt offenbar verkannt, also muß er sich wohl selbst deuten: „Ich bin keine Märchentante!“ ruft er all jenen entgegen, die sein farbig-fröhliches Kunst-Universum unter dem Etikett „naiv“ abheften wollen. Er selbst sieht sich lieber in der Nachbarschaft eines Paul Klee und eines Joan Miró. … Weiterlesen

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Schlimme Nachrichten dringen bis in den Elfenbeinturm – Zwischen Prosa und Lyrik: Sarah Kirschs Tagebuch „Das simple Leben“

Von Bernd Berke

„Das simple Leben“ nennt Sarah Kirsch ihr neues Buch. Doch dieses Dasein ist ganz und gar nicht einfach.

Das Leben der Dichterin spielt sich, unterbrochen von gelegentlichen Lesereisen, ganz bewußt in Klausur ab. Aus ihrem Prosa-Tagebuch mit lyrischem Grundton erfährt man, wie sie sich in ihr Werk versponnen hat, sich am stürmischen Nordseestrand, wo er noch nicht von Touristen erobert ist, verschließen will vor der Welt. Dort geht sie – ein nur scheinbares Idyll – mit ein paar getreuen Menschen, mit Schafen und Bobtail, Katz‘ und Esel um, läßt sie sich beim Anblick der Wolkenspiele in lyrische Stimmungen treiben.

Ganz ohne Ironie spricht sie von „meinem Elfenbeinturm“ und mokiert sich über die Alltags-Spießer ringsum. Doch derlei Anflüge … Weiterlesen

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Glück des Gleichgewichts und „geistbewegende Pflanzen“ – Jan Meyer-Rogge und Pablo Amaringo im Osthaus-Museum

Von Bernd Berke

Hagen. Der Künstler Jan Meyer-Rogge will „Sicherheit und Unsicherheit zugleich wecken“. Wie macht er denn das?

Mit empfindlichen Balancen, mit Spielen des Gleichgewichts möchte er die Wirkung erzielen. Sogar Informatiker der Uni Dortmund sahen sich kürzlich nicht in der Lage, die physikalischen Grundlagen dieser Kunst ohne weiteres zu kalkulieren. „Erfahrung, nicht Berechnung“ liegt denn auch jenen Arbeiten zugrunde, die Jan Meyer-Rogge (Jahrgang 1935) jetzt im Hagener Osthaus-Museum zeigt.

Ganz gleich, ob es sich um Ringe, Scheiben, Zylinder oder Vielecke handelt – es würde zumeist ein kleiner Stips genügen, um sie stürzen zu lassen. Auf den Punkt genau sind die labilen Objekte ausgelotet. Es sind Kippfiguren, stets dicht davor, umzuschlagen in etwas anderes, vielleicht Chaotisches. Festgehalten wird der … Weiterlesen

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„Kasimir und Karoline“ schleichen über den Rummelplatz

Von Bernd Berke

Essen. Herrje, was konnte dieser Ödön von Horváth für herrliche, trefflich-knappe Dialoge schreiben! Wenn so einer heute fürs Fernsehen arbeiten würde… Horváths Stück „Kasimir und Karoline“ hatte jetzt in Essen Premiere. Kamen seine Qualitäten zur Geltung?

Das Stück erwischt seine Themen gleichsam im leichten Fluge und dennoch genau. Man müßte ein Wort wie „Tiefplauderei“ dafür erfinden.

Kasimir und Karoline sind ein Paar. Doch kaum wird der Chauffeur arbeitslos, wendet sich die aufstiegswillige Bürokraft leichtfertig dem Schnösel Schürzinger zu, der sie wiederum zwecks eigener Karriere seinem Chef, dem Kommerzienrat. zeitweise überläßt. Liebesbedürfnis reckt sich nach Geld, Geld kauft sich Liebedienerei. Dieser Reigen aus den 30er Jahren liegt uns nicht fern.

Doch was hat man nur in Essen – … Weiterlesen

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Ist Sprache nur mit Schuld beladen? – Kontroverse Debatte über Schreiben in gewaltsamer Zeit

Von Bernd Berke

Düsseldorf. Kann man der rechten Gewalt mit Worten Einhalt gebieten? Darf man dabei hoffnungsvolle Gegen-Begriffe wie „Solidarität“ und „Utopie“ noch ganz unschuldig verwenden, als seien sie nicht vom zerfallenen Kommunismus in Mißkredit gebracht worden? Um solche gewichtigen Fragen drehte sich jetzt eine prominent besetzte Autorendiskussion beim Jahrestreffen des bundesdeutschen P.E.N.-Zentrums in Düsseldorf.

Motto des Abends und der gesamten Tagung der Autorenvereinigung: ein vieldeutiger Satz von Roland Barthes, der da lautet „Sprache ist niemals unschuldig“. Moderator Klaus Bednarz (ARD-„Monitor“) wählte als Einstieg in die Debatte über „Schreiben in gewalttätiger Welt“ eine Brecht-Geschichte vom „Herrn Keuner“. Der begegnet der Gewalt, indem er sie zwar nicht bejaht, aber zuwartet, bis sie endlich entkräftet von selbst verschwindet – und erst dann … Weiterlesen

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Fußball weckt den Traum von Freiheit – F. C. Delius‘ Erzählung vom WM-Finale 1954

Von Bernd Berke

Denken Sie mal an 54, 58, 66, 70 oder 74. Das ist kein Zahlenspielchen. Die Ziffern stehen für Jahre mit legendären Fußball-Weltmeisterschaften. Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius weiß, wie sich solche Ereignisse mit Zeitgeist und persönlicher Biographie verknüpfen. Sein Buch „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ spielt im WM-Jahr 1954 und erscheint passend zur WM ’94.

Der Erzähler, unverhüllt Delius selbst, war (wie der Autor) 1954 elf Jahre alt. Als Sohn eines evangelischen Pastors ist er, wie er weitschweifig darstellt, in schier unentrinnbarer religiöser Umklammerung aufgewachsen; im Schatten eines wortmächtigen Vaters und Kanzelpredigers, in dessen Angesicht der Sohn nur stammeln oder verstummen konnte: „Mein verschupptes, verstottertes Leben“.

Allseitige „Gottesvergiftung“ im hessischen Dorf

Delius wird gar nicht … Weiterlesen

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Shakespeare als Kind und als Karnevalist – Berliner Theatertreffen: Verdruss mit dem Klassiker, Glück mit Jelinek

Von Bernd Berke

Berlin. „Wow, sterben! Echt?“ So spricht sonst keine Julia von Shakespeare, so quatschen vielleicht Comic-Figuren oder „Szene“-Typen. Doch wenn eine Regisseurin wie Karin Beier sich das alte Liebesdrama in Frank Günthers Übersetzung vorknöpft, wächst Julia der Schnabel anders.

Es stand zu befürchten, daß das Berliner Theatertreffen nach seinem Senkrechtstart (die WR berichtete) ins Trudeln geraten würde. Tatsächlich legte die Düsseldorfer Version von „Romeo und Julia“ keine sonderliche Ehre ein. Der Beifall des kundig-kritischen Berliner Publikums im Schillertheater (als Staatsbühne bekanntlich weggespart) war Pflichtübung, mit Buhrufen für die Regie versetzt.

Karin Beier, die schon in der freien Szene mit Shakespeare umsprang und dann von Volker Canaris ans Düsseldorfer Schauspielhaus geholt wurde, setzt das berühmte Paar (Matthias Leja, Caroline … Weiterlesen

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Chance für junge Regie-Talente – Berliner Theatertreffen: Große Bühnenkunst, doch es drohen Kürzungen

Aus Berlin berichtet Bernd Berke

Berlin. Strahlendes Sonnenwetter an der Spree. Eigentlich keine Verlockung, allabendlich ins Theater zu gehen. Doch die Aufführungen beim 31. Berliner Theatertreffen sind annähernd ausverkauft – und das ist gut so. Denn dann fällt es Bonn vielleicht ein wenig schwerer, der alteingeführten Bühnen-Börse den Geldhahn zuzudrehen.

Praktisch jede Branche hat ihren Kongreß, ihre Messe oder Leistungsschau. Ausgerechnet den besonders dringend auf breite öffentliche Diskussion angewiesenen Theaterleuten droht erzwungener Rückzug in provinzielle Nischen, wo dann jeder leidlich vor sich hinwerkelt. Denn was ist das Theatertreffen anderes als die Chance, den Stand dieser Kunst in seinen Spitzenwerten zu begutachten, sich damit auseinanderzusetzen und somit selbst voranzukommen.

Der Bund, der bislang die Hälfte der Kosten des Theatertreffens trägt, hat … Weiterlesen

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Von der Pflanzung zur Mauer aus Backstein – Neuere Arbeiten von Per Kirkeby in Recklinghausen

Von Bernd Berke

Recklinghausen. Wer kann aus 8800 Backsteinen ein Kunstwerk fabrizieren? Natürlich Per Kirkeby. Der mehrfache documenta-Teilnehmer aus Dänemark ist mit machtvollen Skulptur-Bauten aus diesem Material zu einiger Berühmtheit gelangt. Die Ausstellung der Ruhrfestspiele gibt Einblicke in den Entstehungsprozeß solcher Werke.

Die Kunsthalle Recklinghausen ist als ehemaliger Weltkriegsbunker sehr geeignet für die schwere und steinige Kunst, denn eine tragfähigere Statik dürfte kaum zu finden sein. Und so war es denn auch kein technisches Problem, im ersten Stockwerk besagte Tausendschaften von Backsteinen nach Kirkebys Anweisungen zu einem kreuzförmigen Geviert zu mauern.

Könnte man das Werk von oben betrachten, sähe man vier steinerne Arme, die ausgreifen wie Windmühlenflügel. Da aber die mit Türdurchbrüchen versehenen Mauerteile vor dem Betrachter vier Meter hoch … Weiterlesen

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Eine „Metropole“ begibt sich ins Sauerland – Stadtgalerie Sundern präsentiert Markus Lüpertz

Von Bernd Berke

Sundern. Da gehört einer zu den teuersten Künstlern der Welt. hat in allen Kunstmetropolen seine Werke gezeigt und kommt auf einmal ins Sauerland. Doch mit der „Provinz“ hat er nach eigenem Bekunden keine Probleme: „Ich selbst bin die Metropole. Deswegen ist es egal, wo ich ausstelle.“ Spricht’s mit freundlich-ironischem Blick. Ja, wenn das s o ist!

Der selbstbewußte Mann heißt mit vollem Namen Markus Lüpertz, Seine Auftritte in der Tradition früherer Malerfürsten sind legendär. In Sundcrn, wo er sich nachmittags spazierend in der „herrlichen Landschaft“ (Lüpertz) ergangen hatte, machte er es vergleichsweise halblang: In dämonisches Schwarz gewandet, mit Zierstöckchen, goldenem Armreif und etlichen Ringen an den Fingern, dazu eine teure Zigarre – so zeigte er sich den … Weiterlesen

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Mit Kokain und Schäferhund in den deutschen Untergang – Ruhrfestspiele: Hansgünther Heymes Versuch mit Schillers „Räubern“

Von Bernd Berke

Recklinghausen. Die Jungs von der Räuberbande balgen sich wie Kindsköpfe, sie tollen herum wie Welpen. Doch Vorsicht: Schon bald fällt das böse Wort vom „Deutschen Heldenblut“. Das ist kein Spiel mehr, das wird schrecklich. Denn Hansgünther Heyme hat für seine Ruhrfestspiel-lnszenierung Schillers „Räuber“ nach unguter Deutschtümelei abgegrast.

Besagte Bande des von seinem Vater (Hans Schulze) verstoßenen, fürchterlich-genialischen Karl Moor (Matthias Redlhammer) ist zunächst ein loser Haufen, offenbar aus allen möglichen „Szenen“ zusammengewürfelt. Ein paar Freaks, die die Umverteilung à la Robin Hood anstreben, sind dabei. Doch da ist auch schon einer, der ein T-Shirt mit deutschnationalem Aufdruck trägt.

Alsbald gebärdet sich das Trüppchen wie eine „Wehrsportgruppe Moor“, die mit einem alten, flippig bemalten Armeelastwagen unterwegs ist zum … Weiterlesen

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Die Furcht vor der Leere überwinden – Arbeiten auf Porzellan und Keramik sowie Gouachen von Emil Schumacher

Von Bernd Berke

Hamm. Es ist eine allseits beliebte Abfolge bei Ausstellungen moderner Kunst: Am Anfang des Rundgangs kommen gegenständliche Arbeiten, dann wird es zusehends abstrakter. Ganz so, als könne Fortschritt nur in diese eine Richtung laufen. Der Hagener Emil Schumacher entzieht sich solchen Zuweisungen. Das belegt auch seine neue Ausstellung in Hamm.

In Schumachers Werk gibt es gerade in jüngerer Zeit wieder stärkere Andeutungen von Figürlichkeit. Man glaubt zum Beispiel Pferde oder Frauenakte zu erkennen. Nach wie vor aber ist bei Schumacher der körperlich-gestische Prozeß des Malens entscheidend. Ob daraus nun Abstraktionen oder Anklänge ans Gegenständliche entspringen, ist zweitrangig. Alles stammt aus dem gleichen schöpferischen Universum, hat gleiches Recht.

Die Ausstellung in Hamm umfaßt auf zwei Etagen rund 150 … Weiterlesen

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Schlachtrufe gegen den grauen Alltag – „Die Toten Hosen“ in der Dortmunder Westfalenhalle

Von Bernd Berke

Dortmund. Nebenan in der kleinen Halle 2 mühten sich die Grufties von „Black Sabbath“ um Hardrock-Stimmungsmache. Damit gab’s in der ausverkauften großen Arena gar keine Probleme. Denn dort spielten zeitgleich „Die Toten Hosen“. Wer neulich gedacht hatte, Herbert Grönemeyer habe das Dortmunder Publikum schon auf höchste Touren gebracht, der hatte nur die furiose Düsseldorfer Radau-Band noch nicht erlebt.

Die meisten „Hosen“-Titel haben kaum widerstehliche Refrains, so recht zum Mitgrölen. Ganz gleich, ob es um fröhliches Drauflosleben, Radikal-Klamauk oder um Warnungen vor Neonazis geht, es sind fast immer Schlachtruf-Gesänge, eingängige Mutmacher wie „Komm mit uns“ oder „Wir sind bereit“.

Die Bewegungen im Publikum gleichen denen in der Südkurve von Borussia Dortmund. Mit stoßweise gereckten Fäusten werden die lustvollen … Weiterlesen

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Mit Lust und Leid gegen die starre Moral der Samurai – „Bilder der fließenden Welt“: Holzschnitte aus Japan in Oberhausen

Von Bernd Berke

Oberhausen. Wogende Leiber, stürzende Linien, wilde Begattung, gewaltsame Akte. Was die Hersteller japanischer Farbholzschnitte Im 19. Jahrhundert druckten, ist nichts für zarte und prüde Gemüter. Doch die Oberhausener Ausstellung dieser Blätter bietet mehr als Sex und Crime mit historisch-exotischer Note.

Der Sog solcher Darstellungen gleicht fast der betäubenden, sinnesraubenden Wirkung neuester Comics oder Videos. Zuweilen ist alles in gegenläufiger, expressiver Bewegung begriffen, man weiß nicht, wohin man zuerst schauen soll, der Blick wird hin- und hergerissen. Grelle Farbigkeit verstärkt die Effekte.

Drastisches Beispiel: Ein Herr scheint – sehr züchtig ausgedrückt – von verschiedenen Seiten zugleich die Dame zu bestürmen, und die biegt ihren Körper, als bestehe sie aus flüssigem Stoff. Pornographie? Nicht nur. Diese verwirrende Mehrfach-Ansicht geschlechtlicher … Weiterlesen

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Wuppertal: Museum muß vorerst keine Bilder verkaufen – Ratsbeschluß sorgt nur für vorläufige Entwarnung

Von Bernd Berke

Wuppertal. Vorläufige Entwarnung: Das Ansinnen der Stadt ans Von der Heydt-Museum, zwecks Aufbesserung der Finanzen einige Bilder zu veräußern, ist erst einmal vom Tisch. Dennoch hängt weiter ein Damoklesschwert über dem Museum.

Einstimmig beschloß der Wuppertaler Stadtrat am Montagabend eine Dreipunkte-Erklärung zum bundesweit beachteten Bilder-Streit. Darin heißt es u. a., einen regelmäßigen (!) Verkauf von Kunstwerken zur Etat-Steigerung dürfe es nicht geben. Damit bleibt die Möglichkeit offen, von Fall zu Fall eben doch solche Aktionen ins Auge zu fassen.

Weiter enthält der Ratsbeschluß einen Dank an die Stifter von Kunstwerken, denen man die Sorge nehmen will, die von ihnen zur Verfügung gestellten Werke könnten zur etwaigen Verkaufsmasse gehören. Schließlich wird festgelegt, daß nur die Museumsleitung selbst über … Weiterlesen

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„Starkes Stück Mord“: Revier ist Krimiland – Autoren aus ganz Deutschland kommen zur „Criminale“

Von Bernd Berke

Im Westen. Früher war das Ruhrgebiet vor allem Schauplatz sozialkritischer Literatur, heute ist es Krimiland. Nur folgerichtig. daß sich rund 80 literarische Mord-Spezialisten aus ganz Deutschland diesmal im Revier treffen.

Erstmals hat die Autorenvereinigung „Das Syndikat“ nicht öde Büchereien als Tagungs- und Lesungsorte ausgesucht. Auf Einladung des Sponsors IBA (Internationale Bauausstellung Emscherpark) kommt man vom 25. bis 28. Mai zur „Criminale ’94“ in Zechen und Industriehallen zusammen.

Autor und Mitorganisator Walter Wehner: „Es herrscht dort eine Atmosphäre, bei der man literarisch kaum noch etwas bieten müßte. Dreht man nur das Licht aus, ist es schon wie im Krimi.“ Sein Kollege Reinhard Junge befindet gar, das Ruhrgebiet entfalte womöglich die größten kriminellen Aktivitäten in ganz Europa. Woran er … Weiterlesen

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Wie die Medien unser Bild von Israel bestimmen – Ausstellung in der Alten Synagoge von Essen

Von Bernd Berke

Essen. Wir alle haben von Israel und den Juden lauter Zerrbilder aus den Medien im Kopf. So lautet jedenfalls die These einer Ausstellung der Alten Synagoge in Essen.

Vor allem zwei Magazine hat man zur Beweisführung ausgewertet, nämlich „Spiegel“ und „Stern“, die beide etliches zur Aufklärung über die Untaten der NS-Zeit beigetragen haben. Doch für diese Ausstellung hat man (nicht in Texten, sondern in der Bebilderung) ganz bewußt nach Defiziten und Fehlleistungen gesucht, die sich durch ihre Häufung seit den 50er Jahren zu Klischees verfestigt hätten. Tafeln mit vergrößerten Reproduktionen dienen als Beweisstücke.

In Deutschland lebende Juden kommen überhaupt selten in der Presse vor. Und wenn, dann nicht als „sie selbst“, wie die Ausstellungsmacher sagen, sondern fast … Weiterlesen

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Hat der alte Adam Schwedisch oder Deutsch gesprochen? – Umberto Eco begibt sich auf „Die Suche nach der vollkommenen Sprache“

Von Bernd Berke

Gründliche Bücher fangen oft bei Adam und Eva an. Nicht nur in Deutschland. Auch der Italiener Umberto Eco („Der Name der Rose“) hält es so. Sein neues Buch „Die Suche nach der vollkommenen Sprache“ ist eine streckenweise beschwerliche, manchmal fröhliche, zumeist spannende Reise durch den Dschungel der Wissenschaft vom Wort.

Mit Adam geht’s deshalb los, weil der laut Bibel (Genesis) von Gott die Lizenz bekam, allen Tieren im Erdenrund Namen zu geben. In späteren Jahrhunderten hat man rückwärts geträumt, dies müsse die vollkommene Sprache gewesen sein. Und lange, lange hat man sich damit abgequält, diese Sprache zu rekonstruieren, indem man das Hebräische auf seine Ursprünge hin abklopfte. Vergebliche Liebesmüh ganzer Generationen von Weisen!

Im Lauf der Zeit … Weiterlesen

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Und da singen alle: „Gib mir mein Herz zurück…“ – Herbert Grönemeyer in der Dortmunder Westfalenhalle

Von Bernd Berke

Dortmund. Der Mann muß sein Dortmunder Publikum gar nicht erst erobern, er „hat’s“ vom ersten Moment an. Für Herbert Grönemeyer sind Konzerte im Ruhrgebiet Heimspiele. die er notfalls mit gebremster Kraft gewinnen könnte. Doch in der ausverkauften Westfalenhalle macht er keine halben Sachen.

Kaum hat er mit seiner Band zwei, drei Lieder gespielt, sind die Zuschauer schon mit Leib und Seele dabei. Wo andere Stars eine gewisse An- und Aufwärmphase brauchen, schafft’s Grönemeyer ohne Vorgruppe und gleichsam aus dem Stand. Ein Phänomen. Dabei steigt er in der Dortmunder Arena, „diesem Riesenteil“ (Grönemeyer) gar nicht mal mit seinen allseits bekannten Hits ein, sondern mit neueren Stücken wie „Fisch im Netz“ oder „Grönland“, einem Song, der dafür wirbt, die … Weiterlesen

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Zartbitterer Scherz – Alan Ayckbourns „Familiengeschäfte“ zeitweise mit Zuschauern auf der Bühne

Von Bernd Berke

Wuppertal. Das Wuppertaler Stadttheater kann sich keine Schauspieler mehr leisten. Also müssen die Zuschauer auf die Bühne kommen und alles selbst machen.

Gemach, gemach. Ganz so schlimm ist es noch nicht. Doch im Zeichen allfälliger Kultur-Sparmaßnahmen hat das Ensemble zur Premiere von Alan Ayckbourns Komödie „Familiengeschäfte“ schon mal eine Zukunftsschau gewagt: Regisseur Hans-Christian Seeger betrat eine fast ratzekahle Bühne und bat vielmals um Entschuldigung. Doch eine Ausstattung könne man halt nicht mehr bezahlen. Sprach’s und holte – Rolle für Rolle – dreizehn verdutzte Leute aus dem Publikum auf die Bretter. Die sollten nun gefälligst spielen…

Natürlich war’s nur ein zartbitterer Scherz. Die ins Rampenlicht gezogenen Zuschauer durften sich wieder hinsetzen, denn es gab doch noch echte Schauspieler. … Weiterlesen

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Ein Nomade zwischen Gut und Böse – Bodo Kirchhoffs Somalia-Frontbericht „Herrenmenschlichkeit“

Von Bernd Berke

Es hat einen eigenartigen Beigeschmack, wenn deutsche Dichter wieder unseren Soldaten quer durch die Welt nachreisen. Bodo Kirchhoff („Infanta“) betätigt sich in seinem Buch „Herrenmenschlichkeit“ als Frontberichterstatter aus Somalia, wo die Bundeswehr ihre weltpolitische Jungfernschaft verloren hat.

Mit einem Pulk von Journalisten war Kirchhoff als literarischer Pionier im Sommer ’93 am Horn von Afrika: Mal sehen, was die Truppe so treibt. Und schon ist der deutschen Nachkriegsliteratur ein neues Genre geboren.

Natürlich schaltet Kirchhoff, der seinerzeit als linker Möchtegern-Unterwanderer zum „Bund“ gegangen war, in Somali all seine sensiblen Antennen auf Empfang. Doch eine unwirkliche und unübersichtliche Welt bleibt ihm der Krieg. Über das große Ganze könne man keine Wahrheiten sagen. Also widmet man sich lieber dem eigenen … Weiterlesen

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„Tegtmeier“ lebt nicht mehr – Ruhrgebiets-Komiker Jürgen von Manger mit 71 Jahren in Herne gestorben

Von Bernd Berke

Für alle Auswärtigen war er die idealtypische Verkörperung des Ruhrgebiets-Kumpels: Jürgen von Manger, der mit 71 Jahren in Herne gestorben ist, erfand 1962 seine Figur „Adolf Tegtmeier“ – und verschmolz nahezu mit dieser Rolle.

Landauf landab verbinden die Menschen das Revier mit seinen Auftritten und glauben zu wissen, wie die Leute hierzulande reden. Was „Tegtmeier“ von sich gab, war allerdings niemals echtes Revier-Deutsch, sondern ein Kunstdialekt.

Tegtmeier war jener „kleine Mann“ von der Straße, der sich freilich bildungsbeflissen gab, sich möglichst gepflegt ausdrücken wollte – und dabei immer wieder in arge Sprachnöte geriet. Komischer Kontrast: Gerade wenn ihm eigentlich die Worte fehlten, war dieser Tegtmeier höchst mitteilungsfreudig. Und er hätschelte seine gesammelten Vorurteile, als seien es Weltweisheiten.… Weiterlesen

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Lore Lorentz: First Lady des deutschen Kabaretts – „Kom(m)ödchen“-Gründerin starb mit 73 Jahren

Von Bernd Berke

Sie hat auf der Bühne so manche geschliffene Boshaftigkeit von sich gegeben. Doch zwei Dinge milderten noch ihre schärfste Kritik: ihr gespielt naiver Augenaufschlag und das „R“, das sie mit böhmischem Zungenschlag so herrlich rollen lassen konnte. Lore Lorentz, die mit 73 Jahren in Düsseldorf starb. war die First Lady der deutschen Brettlbühnen.

Die Wut aufs mißliche politisehe Getriebe, befeuert durch Zeitungen, die sie stapelweise las, hat sie lange jung gehalten. „Wir dürfen die Demokratie nicht verplempern“, das war ein Leitspruch. Die letzten Jahre waren freilich nicht mehr ihre Zeit. Wer sie im September 1993 auf ihrer Hausbühne, dem Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“ in dem Programm „Verfassungslos“ erlebte, sah eine gebrechliche, durch den Tod ihres Mannes gebrochene Frau. Bewegend … Weiterlesen

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Die Welt ist luftig und leicht – Lyonel Feiningers „Natur-Notizen“ im Kölner Museum Ludwig

Von Bernd Berke

In zittrigen Linien, gezeichnet wie in fiebrig-froher ErWartung, ragt die New Yorker Skyline empor. Auf einem anderen Bild sieht man von hoch oben einige Autos. Sie wirken wie kleine bunte Tiere. Selbst die Dampflok stampft wie ein harmloses Spielzeug daher. Lyonel Feininger (1871-1956) schöpft Heiterkeit noch aus dem städtischen Chaos.

Das Museum Ludwig zeigt 163 Zeichnungen und Naturskizzen des Amerikaners, der mit 16 Jahren nach Deutschland kam und 1937 wieder in die USA emigrierte. Diese Arbeiten aus den Jahren 1901 bis 1954 wurden bislang kaum ans Licht geholt, sie blieben die ganze Zeit über wohlverwahrt und befinden sich daher in einem hervorragenden Zustand. 5000 derartige Blätter besitzt das Busch-Reisinger-Museum (Cambridge/Massachusetts).

In seinen Skizzen ist Feininger viel spontaner … Weiterlesen

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In finsteren Zeiten – Frank-Patrick Steckel inszeniert Brechts „Heilige Johanna der Schlachthöfe“ in Bochum

Von Bernd Berke

Bochum. Unverstellter Blick in die Tiefe des kahlen Bühnenraums. Manchmal glimmt hier nur eine vereinzelte Glühbirne oder eine Taschenlampe. Da kann man füglich mit Bert Brecht sagen: „Wahrlich, wir leben in finsteren Zeiten.“

Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ steht auf dem Spielplan. Die Szenerie ist zumeist in typische Bochumer Dunkelheit getaucht. Hausherr Frank-Patrick Steckel hat, nur elf Tage vor der Premiere, mal wieder eine Inszenierung an sich genommen. Gastregisseur Niels-Peter Rudolph war damit offenbar in eine Sackgasse geraten.

Brechts „Johanna“ speist zwar die Notleidenden, geht aber anfangs mit frommen Sprüchen der Heilsarmee hausieren. Die Idealistin absolviert anno 1929 – im Umkreis der Schlachthöfe von Chicago – die harte Schule des Materialismus. Brecht biegt ihr bei, daß … Weiterlesen

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Schlag zu bei Shakespeare… – Jürgen Bosse inszeniert Shakespeares „Was ihr wollt“ als große Gaudi

Von Bernd Berke

Essen. Vergoldete Papp-Säulen mit allerlei altertümlichem Zierat rahmen die Bühne ein. Man fühlt sich in Vorzeiten des Theaters versetzt. Gewiß wird wohl gleich ein stocksteifes Spiel anheben? Doch das Gegenteil ist der Fall. Shakespeares „Was ihr wollt“ wird in Essen als pralles Lachtheater serviert.

Der neue Schauspielchef Jürgen Bosse versteht Shakespeares Komödie offenbar als reinste Gaudi. Die Aufführungspraxis der letzten Jahre, die mit manchmal gequälter Vorliebe den psychologischen Windungen des Stücks nachspürte und es als Spiegelkabinett erotischen Begehrens begriff, wird beherzt beiseite gewischt. Auch den Ehrgeiz einer eigenen Deutung läßt man in Essen fahren. Und so wird die Geschichte der jungen Viola, die – als Junge verkleidet – bei der verstockten Gräfin Olivia den Liebesboten des Herzogs … Weiterlesen

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Nur Sprache war ihre Heimat – Vor 125 Jahren wurde die Dichterin Else Lasker-Schüler in Elberfeld geboren

Von Bernd Berke

Die Dichterin Else Lasker-Schüler. heute vor 125 Jahren im späteren Wuppertaler Ortsteil Elberfeld geboren, gehört zu den großen Gestalten in der neueren deutschen Literatur. Sie schuf sich Heimat in der Sprache. Im Leben fand sie keine dauerhafte Bleibe.

Sie war eine leidenschaftliche Namens-Geberin. Ihren zweiten Ehemann Georg Lewin (vorher führte sie eine unglückliche Ehe mit dem Arzt Berthold Lasker) versah sie mit dem Künstlerpseudonym Herwarth Walden. Das behielt er bei, als er die berühmte Expressionisten-Zeitschrift „Der Sturm“ herausgab. Auch dieser Titel stammte von ihr. Ihren späteren Schwarm, den Lyriker Gottfried Benn, nannte sie in glühenden Gedichten „Giselher, den Tiger“ oder den Barbaren, sich selbst „Prinz von Theben“. Und so fort.

Wirkliche Heimat hatte sie nur in den … Weiterlesen

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Die Kunst und ihre hundert Augenblicke – Ausstellung in Bonn: Buñuels Filme und der Surrealismus

ñVon Bernd Berke

Bonn. Diese Ausstellung blickt auf einen zurück, wenn man sie anschaut. Auf zahllosen Bildern sieht man: Augen, Augen und nochmals Augen. So heißt die große Bonner Schau denn auch „Buñuel – Auge des Jahrhunderts“.

Der Regisseur Luis Buñuel (1900-1983) gehört zu den Übergroßen der Filmgeschichte. Er gilt als Surrealist. Es liegt nah, Bilder aus seinen Filmen der Malerei eines Dalí, Max Ernst oder Magritte gegenüberzustellen.

Genau dies tut die Ausstellung in der Bundeskunsthalle. Buñuels Filmschaffen – vom „Andalusischen Hund“ bis zum „Diskreten Charme der Bourgeoisie“ – wird im direkten Vergleich zur bildenden Kunst nochmals mit höchsten Weihen versehen. Vielleicht, so ahnt man, hat Buñuel den Kern des Surrealismus in bewegten Bildern gar eindringlicher zum Ausdruck gebracht, als … Weiterlesen

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Natur-Erkundung mit „Lauschangriff“ – Herne: Vier Kunst-Positionen im Umgang mit Holz

Von Bernd Berke

Herne. Möglichen „Lauschangriffen“ sind jetzt die Besucher einer Ausstellung in Herne ausgesetzt. Wenn sie durch den Ausstellungstrakt der Flottmann-Hallen wandeln und etwas sagen, kann es jederzeit auf Tonband aufgezeichnet werden.

Damit alles seine rechtliche Ordnung hat, findet man gleich am Eingang Handzettel vor, die auf die „Abhöraktion“ aufmerksam machen. Die von der Decke herabhängenden Mini-Mikrophone gehören zu einer künstlerischen Arbeit der Düsseldorferin Anja Wiese. Die hat insgesamt 14 alte Tonbandgeräte installiert. Von einer 96 Meter langen Bandschleife, die nacheinander durch all diese Apparate läuft, erklingen durch den Raum wandernde Säge-Geräusche. Und damit wären wir beim Thema der Herner Schau: Vier Künstler befassen sich. auf sehr unterschiedliche Weise, mit dem Natur- und Werkstoff Holz.

Während Anja Wiese nur … Weiterlesen

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Geisterhafte Schattenspiele und gewässerte Lautsprecher – Arbeiten von Rolf Julius im Marler „Glaskasten“

Von Bernd Berke

Marl. Was man da sieht, könnten geknickte Blumen sein. Auch ein zarter Schriftzug deutet darauf hin: „Diese Zeichnung ist sehr traurig.“ So einfach macht es einem der Künstler Rolf Julius sonst nicht.

Die meisten Zeichnungen von Julius (Jahrgang 1939), jetzt im Marler „Glaskasten“ zu sehen, tendieren zur äußersten Reduktion, es sind beinahe übervorsichtige Tastversuche an den Grenzen des Sichtbaren. Auf einigen Blättern erblickt man kaum einen Hauch.

Ist es Verweigerung, ist es Meditation? Der Künstler selbst jedenfalls muß, wie er sagt, nach solchen Serien zur Erholung unbedingt etwas Kräftigeres herstellen, Zeichnungen mit pechschwarzen Figuren etwa – wie um zu erfahren, daß es auch noch etwas Handfestes gibt auf Erden.

Natur und Künstlichkeit, ineinander verwoben

Doch sein eigentliches … Weiterlesen

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Der braune Sud kann ständig überkochen – Thomas Bernhards „Vor dem Ruhestand“ in Dortmund

Von Bernd Berke

Dortmund. Ist das nicht nett, wenn man beim Theaterabend an Tischen Platz nehmen darf und wenn dann noch Sekt gereicht wird? Doch diesmal ist es auch hinterhältig. Denn was tut man mit seinem Sekt. wenn auf der Bühne der Gerichtspräsident Rudolf Höller mit eben jenem Getränk auf den Geburtstag des „Reichführers SS“, Heinrich Himmler, anstößt? Am liebsten würde man das Zeug wegschütten.

Der unverbesserliche Altnazi Rudolf Höller bildet mit seinen altjüngferlichen Schwestern Vera und Clara das infernalische Trio in Thomas Bernhards Stück „Vor dem Ruhestand“, das jetzt in Dortmund unter der Regie von Catharina FIeckenstein Premiere hatte.

Die drei Geschwister leben zwischen verlogenem Plüsch mit Piano im Kultur-Eckchen (Bühnenbild: Tobias Wartenberg). In solchem Ambiente gedeiht und überwintert … Weiterlesen

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Erlebniskauf im Buchladen oder: Gestöbert wird nicht

Von Bernd Berke

Wenn Buchhändler am Markt überleben wollen, dürfen sie längst keine versponnenen Leseratten mehr sein, sondern sie müssen vor allem Verkaufs-Profis sein. Und wie wird man das?

Den Königsweg zum Erfolg weist eine neue Broschüre des NRW-Verbandes der Verlage und Buchhandlungen. Darin werden einschlägige Seminare fürs erste Halbjahr ’94 angepriesen. Wir zitieren gern daraus. Denn da geht’s schon sprachlich so modern und dynamisch zu, daß uns um den Aufschwung dieser Branche nicht mehr bange sein muß.

„Bei der derzeitigen Konjunkturlage und dem damit verbundenen Kaufkraftverlust ist es auch für unsere Branche ein hartes Stück Arbeit, sich am Markt zu behaupten“, mahnt der Verband – und fährt fort: „Kostensenkung (steht) ganz oben auf der Prioritätenliste.“ Ganz wichtig daher: „Für … Weiterlesen

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Für „Jason Dark“ ist morgens Geisterstunde – Besuch bei Deutschlands meistgelesenem Autor: Helmut Rellergerd

Von Bernd Berke

Raten Sie mal: Wer ist der meistgelesene deutsche Autor? Siegfried Lenz? Kalt. Johannes Mario Simmel? Schon näher dran. Heinz G. Konsalik? Naja. lauwarm. Also gut: Es ist Helmut Rellergerd. Nie gehört. stimmt’s?

Kein Wunder. Der Mann schreibt unter dem Pseudonym Jason Dark. Seit nunmehr 20 Jahren bringt er allwöchentlich seinen „Geister jäger John Sinclair“ in Heftromanen und Taschenbüchern unters Volk. Staunenswerte Statistik: Heftnummer 800 der Gruselreihe wurde kürzlich überschritten. Die Wochenauflage beträgt derzeit rund 800000, die Gesamtauflage 165 Millionen. Und Rellergerds Jahresbilanz ’93 sieht so aus: 57 Heftchen à 64 Seiten hat er verfaßt, dazu zehn Taschenbücher. Damit hat er ein halbes Jahr Vorsprung vor der aktuellen Titelproduktion. Er könnte unbesorgt in Urlaub gehen. Doch „Sinclair“ läßt … Weiterlesen

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