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Archiv der Kategorie: Kunst & Museen
Duisburg schickt dreidimensionale Kunst auf Weltreise
Von Bernd Berke
Duisburg. Die Treppe zum Hauptraum hinuntergehend, sieht man die Spitze eines metallischen Geschosses auf sich gerichtet. Das überdimensionale Projektil steckt in einer zersplitterten Holzsäule. Es hätte sonst genau den Betrachter getroffen. Man ist „ganz knapp noch einmal davongekommen“.
Das Objekt stammt vom 1936 in Gelsenkirchen geborenen Wolfgang Liesen, heißt „Umformer Nr. XVII“ und gehört zur gestern im Duisburger Lehmbruck-Museum eröffneten Ausstellung „Dreidimensional – aktuelle Kunst aus der Bundesrepublik Deutschland“ (bis 23. April).
Die 68 Bildhauerarbeiten und Objekte (flankiert von 120 Zeichnungen derselben 40 Künstler) gehen nach der Duisburger Ausstellung für volle acht Jahre als „Botschafter“ in Sachen Kunst auf Weltreise. Das in Stuttgart ansässige Institut für Auslandsbeziehungen, Zweig des auswärtigen Amtes in Bonn, läßt die Werke dann in fünf Container verpacken und verschiffen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Weite Welt
Verschlagwortet mit aktuelle Kunst aus der Bundesrepublik Deutschland, Australien, dreidimensional, Duisburg, Indien, Institut für Aulandsbeziehungen, Japan, Korea, Lehmbruck-Museum, Tournee
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Experte: „Löwen-Evangeliar“ wird Ausstellungen nicht schadlos überstehen – Vorschlag: „Lieber eine Kopie zeigen“
Von Bernd Berke
Bremen. Gerhard Knoll schlägt Alarm: „Das Evangeliar Heinrichs des Löwen wies bereits beim Kauf deutliche Schäden auf. Um das zu merken, muß ich nur flüchtig die Abbildung im Auktionskatalog ansehen.“ Schlimmer noch: Wenn das „teuerste Buch der Welt“ demnächst – wie beabsichtigt – an mehreren Ausstellungsorten gezeigt werden sollte, werde es „wohl noch weit schwereren Schaden nehmen“.
Gerhard Knoll ist Leiter der Handschriftenabteilung und der Restaurierungswerkstatt der Bremer Uni-Bibliothek. Der Experte ist über Zustand und Erhaltung der im Dezember 1983 für 32 Millionen Mark bei „Sotheby’s“ in London ersteigerten mittelalterlichen Handschrift besorgt.
Knoll, der ausdrücklich „nur als Privatperson zitiert werden“ mag, gestern zur WR: „Falls das Original gezeigt wird, gibt es einen spektakulären Zuschauerandrang. Keine Klimaanlage verkraftet das.“… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Bremen, Gerhard Knoll, Löwen-Evangeliar, Schäden, Warnung
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Aus den Schatzkammern Perus – Villa Hügel zeigt: „Kunst und Kultur im Lande der Inka“
Von Bernd Berke
Essen. Museen in aller Welt wollten diese unermeßlichen Schätze zeigen. Doch Washington, London, Brüssel und andere Metropolen müssen auf dieses Ausstellungsereignis verzichten: „Peru durch die Jahrtausende“, ein überwältigender Querschnitt durch „Kunst und Kultur im Lande der Inka“ und die bei weitem größte, außerhalb des Ursprungslands gezeigte Ausstellung über den Andenstaat, ist (nach Station in Oberösterreich) ab heute in der Essener „Villa Hügel“ zu bewundern.
Mit dieser Schau wollen die Peruaner für Forschungshilfe aus den deutschsprachigen Staaten danken. Kaum zu erwarten, daß in unseren Breiten jemals wieder ein so umfassender, repräsentativer Überblick zu diesem Thema gezeigt werden kann.
Die Ausstellung umfaßt weit über 3000 Jahre peruanische Kulturgeschichte – von den ersten Anfängen der Zivilisation (etwa 2300 v. Chr.) über die großen Kulturen der Vor-Inka-Zeit (Chavin, Frias, Nazca usw.)… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Kultur an sich, Kunst & Museen, Weite Welt
Verschlagwortet mit Essen, Inka, Kunst und Kultur im Lande der Inka, Peru, Peru durch die Jahrtausende, Villa Hügel
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Neue Kulturstiftung Ruhr will das Revier auch im Ausland zum Begriff machen
Von Bernd Berke
Essen. Einen Chirurgen benötige die Kultur des Ruhrgebiets zwar keineswegs, „wohl aber immer wieder frische Blutzufuhr“. So bildhaft begrüßte Ministerpräsident Johannes Rau gestern in der Essener Villa Hügel den Start eines hocheingeschätzten Projekts: Seit gestern gibt es die „Kulturstiftung Ruhr“, die laut Satzung alle überörtlichen Maßnahmen fördern soll, die geeignet sind, das Revier als „einheitliche Kulturlandschaft von Rang“ im In- und Ausland darzustellen.
Die Initiative ging von der Krupp-Stiftung und ihrem Kuratoriumsvorsitzenden Berthold Beitz aus. Die Stiftung bringt in den nächsten zehn Jahren je 1 Million DM in die Kulturstiftung Ruhr“ ein. Prof. Paul Vogt, Direktor des Essener Folkwang-Museums und neben Beitz im Vorstand der Stiftung, umriß die Förderungs-Aufgaben der neuen Institution wie folgt:
Aus- und Weiterbildung eines qualifizierten künstlerischen Nachwuchses Dokumentation herausragender ruhrgebietsspezifischer Ereignisse Unterstützung von Pilotprojekten mit besonderer Bedeutung für das Ruhrgebiet Ausstellungen oder ähnliche Veranstaltungen, die Maßstäbe für das Kulturleben im Revier setzen können und dessen internationales Ansehen fördern.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kultur an sich, Kunst & Museen, Region Ruhr, Wirtschaft & Geld
Verschlagwortet mit Berthold Beitz, Hans Schwier, Johannes Rau, Krupp-Stiftung, Kulturstiftung Ruhr, Prof. Paul Vogt
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Als russische Malerei noch zur Avantgarde gehörte
Von Bernd Berke
Köln. Vergleiche drängen sich auf. Man glaubt fast jede Phase dessen wiederzuerkennen, was sich zu Beginn unseres Jahrhunderts in der westeuropäischen Kunst bewegt hat. Man steht aber vor Bildern russischer Künstler.
Daß diese – im Gegensatz zu heute – zwischen den 1890er Jahren und dem Vorabend der Russischen Revolution keinen Vergleich mit ihren französischen oder deutschen Zeitgenossen zu scheuen brauchten, zeigt die Ausstellung „Meisterwerke russischer Malerei“, die gestern von Botschafter Waldimir Semjonow in der Kölner Kunsthalle eröffnet wurde.
Während in einschlägigen Handbüchern die russische Kunst eher als Randphänomen abgehandelt wird, entsteht beim Betrachten der in Köln gezeigten 72 Werke von 34 Künstlern (darunter auch Chagall, Kandinsky, Malewitsch) eher der Eindruck eines intensiven, gesamteuropäischen Austauschs: Matisse und der Futurist Marinetti trugen 1911 und 1913 ihre Kunstauffassungen in Rußland vor, die russischen Künstler wiederum reisten häufig nach Westeuropa oder ließen sich (Kandinsky) sogar dort nieder.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Politik und so
Verschlagwortet mit Chagall, Hugo Borger, Kandinsky, Kökn, Kunsthalle, Malewitsch, Meisterwerke russischer Malerei, UdSSR
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Faszination technischer Formen – Zeichnungen und Aquarelle von Fernand Léger in Münster
Von Bernd Berke
Münster. Der denkbar größte Gegensatz zu einem Schlüsselbund? Das ist die „Mona Lisa“; befand zumindest der französische Künstler Fernand Léger (1881-1955) – und brachte beides zusammen zu Papier.
Daß Léger, der neben Braque und Picasso (gleichfalls Jahrgang 1881) als einer der wichtigsten Kubisten gilt, auch schon mal derart surrealistisch verfuhr, ist eine – nicht die einzige – Erkenntnis, die jetzt eine Ausstellung im Münsteraner Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte vermittelt.
Zur willkürlichen „Mona-Lisa“-Kombination findet sich in Münster eine Vorstudie, wie denn überhaupt das zeichnerische Werk im Vordergrund steht. Daneben werden Gouachen und Aquarelle gezeigt, insgesamt über 100 Exponate aus allen Werkphasen. Ausgespart bleiben nur die impressionistischen Anfänge Légers. Nicht ohne Grund, denn er selbst hat sich schon frühzeitig von dieser Stilrichtung losgesagt.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Aquarelle, Fernand Léger, Landesmuseum, Münster, Zeichnungen
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Welt im Wartezustand – Werke von Ricardo Stein in Dortmund und Bochum
Van Bernd Berke
Dortmund/Bochum. Dortmunds Ostwall-Museum und das Museum Bochum, vor langen Jahren in einen ,,Museumskampf um die Sammlung Gröppel verstrickt, arbeiten jetzt einträchtig zusammen. Die gemeinsame Anstrengung beider Häuser läßt mit der Doppelausstellung ,,Isaac Ricardo Stein“ zwei Revierstädte in Sachen Kunst eng aneinanderrücken.
Wahrend Bochum etwa 160 Zeichnungen des 1951 in Freiburg geborenen jüdischen Künstlers zeigt, sind in Dortmund 80 Öl- und und Aquarell-Bilder zu sehen – zusammen ein repräsentativer Querschnitt durch das Werk des jungen Autodidakten Ricardo Stein, der schon erfolgreich in Paris, Bremen, Freiburg und Israel (von wo aus die Revier-Expositionen angeboten wurden) ausstellte. Die Dortmunder Ausstellung wird am Sonntag um 15 Uhr von NRW-Ministerpräsident Rau eröffnet.
Besonders in den früheren Werken gehören jüdische Überlieferung und kabbalistische Zahlenmystik unmittelbar zum Inventar.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Dortmund, Isaac Ricardo Stein, Jüdische Tradition, Museum Bochum, Ostwall-Museum
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Der Tod im Werk Picassos
Von Bernd Berke
Bielefeld. 40 Intercity-Minuten von Dortmund entfernt, bietet sich ab Sonntag eine allerletzte Gelegenheit, wichtige Werke von Pablo Picasso ohne großen Reiseaufwand zu sehen.
Ab 1985, wenn das Picasso-Museum in Paris fertig ist, werden zahlreiche Arbeiten aus dem Atelier des 1973 gestorbenen Spaniers, die der französische Fiskus statt einer Erbschaftssteuer „kassierte“, für immer an der Seine bleiben. Diese Aussicht erzeugt eine Art „Torschlußpanik“ und beschert der bis 29. Januar dauernden Düsseldorfer Ausstellung der Picasso-Skulpturen Besucherrekorde; nun zieht Bielefeld mit „Picasso Todesthemen“ nach.
Picassos Gesamtwerk gilt als Ausdruck eines eher heiter gestimmten Naturells. Dieses Klischee muß spätestens jetzt in einigen Nuancen korrigiert werden. Ist auch der Tod kein zentrales Thema, so prägt er doch immer wieder Schlüsselwerke der verschiedenen Schaffens-Phasen, die jeweils Krisen in der Biographie Picassos zugeordnet werden können.… Weiterlesen
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Verschlagwortet mit Bielefeld, Kunsthalle, Pablo Picasso, Todesthemen
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Geld bewegt den Kunstbetrieb: Mäzene und Besitzer machten 1983 die meisten Schlagzeilen
Auch 1983 hatte der Kunstbetrieb oft mehr mit „Betrieb“ als mit Kunst zu tun. Nicht so sehr um Stilrichtungen und Werke drehte sich das Medienkarussell, als vielmehr um Mäzene und Erlöse.
Einer der Höhepunkte war die Ersteigerung des Evangeliars Heinrichs des Löwen für satte 32,5 Millionen DM am 7. Dezember bei Sotheby’s in London. Ob und wieviel die Welfen dabei mitkassieren, wird diskret verschwiegen. Der Verdacht, daß mit knappen öffentlichen Geldern ein marodes Fürstenhaus saniert wird, drängt sich auf.
Offener liegen die Vorgänge um Watteaus Rokoko-Gemälde „Einschiffung nach Cythera“ zutage. Als Hohenzollern-Prinz Louis Ferdinand für das Liebesinsel-Bild stolze 15 Millionen DM verlangte, widrigenfalls das Bild außerhalb Berlins verkauft werden könne, löste das eine Spendenwelle aus. Just zu Weihnachten waren 5 Mio.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Wirtschaft & Geld
Verschlagwortet mit 1983, Bildende Kunst, Jahresbilanz, Kunstmarkt
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46 Städte sollen zur „Kunstlandschaft Bundesrepublik“ zusammenwachsen
Von Bernd Berke
Im Westen. Das hat es noch nie gegeben: Gleich 46 Städte schicken sich an, im Juni/Juli 1984 zur „Kunstlandschaft Bundesrepublik“ zusammenzuwachsen.
Unter diesem Titel wird, parallel an Orten im gesamten Bundesgebiet, ein Querschnitt durch die einheimische Kunstszene gezeigt, und zwar nach dem Tauschprinzip: So zeigt Berlin Kunst aus dem Ruhrgebiet und Westfalen, Köln präsentiert die „Szene München“, München wiederum Objekte aus Frankfurt, Münster nimmt sich die Arbeiten aus Niedersachsen vor usw.
Das gigantische Projekt, mit einem vermutlichen Aufwand von 1,5 Mio. DM noch vergleichsweise preisgünstig, wurde von der erst 1980 gegründeten Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine (AdKV) ins Leben gerufen. Von 90 Kunstvereinen beteiligen sich 46, unter anderem der noch relativ junge Kunstverein in Siegen sowie die Pendants aus Wuppertal und Münster.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit 46 Städte, Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstverein, Kunstlandschaft Bundesrepublik, Wulf Herzogenrath
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Kunst mit Kopfsalat und Bett – Sammlung FER im Folkwang-Museum
Essen. Auf dem Fußboden liegen Carl Andres „64 Scheiben aus Blei“, grau in grau, unscheinbar. Schräg gegenüber entfalten sich desto auffälliger die Farborgien des „Neuen Wilden“ Peter Bömmels. Bewußt grell hat das FolkwangMuseum in seiner Neuen Galerie solche Gegensätze hervortreten lassen.
Die „Werke aus der Sammlung FER“ – die Abkürzung steht für die Initialen des Tablettenfabrikanten und Kunstsammlers Friedrich Erwin Rentschler – werden hier zum ersten (und für lange Zeit zum letzten) Mal öffentlich gezeigt. Eine ganz seltene Möglichkeit also, etwa 70 beispielhafte Werke der allerjüngsten Kunst aus Europa und den USA zu sehen, die schon bald wieder in der privaten „Versenkung“ verschwinden werden.
Wenn es auch nicht nach jedermanns Geschmack sein dürfte, auf einen Streich mit völlig verschiedenen Kunstrichtungen konfrontiert zu werden, so lassen sich doch exemplarisch einige Grundlinien der Entwicklung vom Beginn der 60er Jahre bis zur Gegenwart verfolgen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Essen, Folkwang Museum, Friedrich Erwin Rentschler, Sammlung FER
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Kubismus mit Überraschungen – Genfer Sammlung erstmals in Deutschland
Von Bernd Berke
Recklinghausen. Daß eine vermeintlich wohlbekannte Stilrichtung in der Kunst auch nach vielen Jahrzehnten überraschende Seiten darbieten kann, belegt eine Ausstellung, die am Sonntag in Recklinghausen eröffnet wird (und bis 15. Januar 1984 dauert). „Aspekte desKubismus“ lautet der Titel – und es hängt kein einziges Bild von Picasso, Georges Braque oder Juan Gris in der Kunsthalle. Wie das?
Es geht um Maler aus mehreren europäischen Ländern, die von diesen Leitfiguren beeinflußt und „in Richtung Kubismus gedrängt“ worden sind, Die 62 Werke von 20 Künstlern entstanden 1910 bis 1935 und sind sämtlich Leihgaben des Petit Palais in Genf, das damit gleich drei Viertel seiner Kubisten-Sammlung der Recklinghäuser Kunsthalle anvertraut. Die Bilder sind erstmals außerhalb der Schweiz zu sehen.
Dem Betrachter bleiben Irritationen nicht erspart.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit André Lhote, Aspekte des Kubismus, Genf, Jean Metzinger, Kubismus, Natalia Gontscharowa, Petit Palais, Recklinghausen
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Respektable „Zugabe“: Meister des 19. Jahrhunderts im neuen Dortmunder Museum
Von Bernd Berke
Dortmund. Dortmunds „Museum für Kunst und Kulturgeschichte“ kann schon zur volksfestlichen Eröffnung am Samstag (Beginn: 11 Uhr) mit einer respektablen „Zugabe“ aufwarten.
Im Zwischengeschoß des für 18 Mio. DM mit Um- und Anbau versehenen, ehemaligen Sparkassengebäudes an der Hansastraße (wir berichteten), sind bis 22. Januar Bilder französischer und niederländischer Maler aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu sehen. Die 22 Leihgaben für diese Sonderausstellung stammen aus dem Rijksmuseum Mesdag. Noch nie waren an einem Ort der Bundesrepublik so viele Werke aus der in Den Haag beherbergten Kollektion des Malers Hendrik W. Mesdag versammelt.
„…deutlicher als die Natur selbst“, lautet der Titel dieser Ausstellung. Er geht zurück auf einen bewundernden Ausspruch Vincent van Goghs, der sich wiederum auf mehrere der nun in Dortmund präsentierten Maler bezog.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Region Ruhr
Verschlagwortet mit deutlicher als die Natur selbst, Dortmund, Eröffnung, Gerhard Langemeyer, Museum für Kunst und Kulturgeschichte
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„Stilles Sterben im Hinterzimmer“: Über 60 Prozent der westfälischen Museumsbestände in akuter Gefahr
Von Bernd Berke
Im Westen. 60 bis 70 Prozent der westfälischen Museumsbestände sind konservierungs-oder restaurationsbedürftig. Dies ergab eine Überprüfung in 100 von 180 öffentlichen Museen Westfalens, die der Chefrestaurator des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) jetzt abgeschlossen hat.
Bernard Korzus, Leiter des LWL-Museumsamtes, gab die Zahlen gestern in Münster bekannt und warnte: „Während ein Denkmal sichtbar verfällt, gibt es in den Museumsmagazinen ein ,stilles Sterben im Hinterzimmer‘.“
Die vergammelnden Bestände stellen auch materiell enorme Werte dar. „Es es geht um Abermillionen“ (Korzus). Bei einer gestern in Münster beendeten Tagung hochkarätiger Vertreter der Museumsbetreuung, die bundesweit für weit über 2000 Museen in öffentlicher Trägerschaft zuständig sind, kam heraus, daß Westfalen sogar vergleichsweise günstig dasteht. Obwohl die Mittel auch hier nicht reichen (LWL-Restaurierungszuschüsse: 250 000 DM im Jahr), verfällt in anderen Bundesländern das Kulturgut noch rapider.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit bedroht, Bernhard Korzus, LWL, Museumsbestände, Restauratoren
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Dichte Schreckmomente der Gewalt – Skulpturen von Agenore Fabbri in Duisburg
Von Bernd Berke
Duisburg. ,,Wir sind die ,Primitiven‘ des Raumzeitalters. Wir müssen noch einmal ganz von vorn beginnen.“ Der so die Umkehr zu den Ursprüngen beschwort, heißt Agenore Fabbri und ist einer der Altmeister der italienischen Bildhauerei.
Seine Werke waren in aller Welt zu sehen, wurden aber hierzulande bisher kaum zur Kenntnis genommen. So kann sich Duisburgs Wilhelm-Lehmbruck-Museum nun rühmen, mit 50 Skulpturen und 23 Zeichnungen die erste umfassende Fabbri-Retrospektive Deutschlands zusammengestellt zu haben.
Zurück zu den Anfängen – diesen Leitspruch verwirklicht Fabbri bereits bei der Wahl seines bevorzugten Materials: ,,Ton – weil er schon von den ersten Menschen verwendet wurde“, begründet der Mann, von dem sich einst sogar Pablo Picasso in der Kunst der Tonverarbeitung beraten ließ. Handfesterer Grund: Bei einer Keramikfabrik in Albisola gab es diesen Werkstoff kostenlos.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Agenore Fabbri, Duisburg, Lehmbruck-Museum
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Kölner Kunstmarkt: Veranstalter geben sich optimistisch – Streit um Zukassungs-Kriterien und Standort
Von Bernd Berke
Köln. „Der Kunstmarkt expandiert wieder kräftig.“ Bogislav von Wentzel, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Deutscher Galerien, machte auf Optimismus.
Auf einer Pressekonferenz zum heutigen Start des Internationalen Kölner Kunstmarktes (bis 17. November), wischte er gestern alle, in den letzten Wochen an der Verbandsspitze geübte Kritik vom Tisch. Hatte noch tags zuvor der Bundesverband Bildender Künstler (BBK) die Messe als „nicht repräsentativ“ bezeichnet, so ging von Wentzel nun in die vollen. Der Kunstmarkt könne „die Szene deutlicher repräsentieren, als die scheinbar so großen unabhängigen Ausstellungen“ wie die „documenta“ oder die Biennale.
Dieter Ebert, Hauptgeschäftsführer der Kölner Messe- und Ausstellungs GmbH, stieß nach: „In Köln finden sie (die Besucher) alles, was ihr Herz begehrt: Kunst aller Stilrichtungen und Epochen!“ Eine Übertreibung, gelinde gesagt.… Weiterlesen
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Vergrößertes Schaufenster: Folkwang-Museum mit viel Aufwand erweitert
Von Bernd Berke
Essen. Der Westen ist erneut um eine museale Attraktion reicher. Nachdem Bochum vor Wochenfrist sein vergrößertes Museum eröffnete, Wuppertal sein „Historisches Zentrum“ vorstellte, während seit ein paar Tagen in Köln der Richtkranz über dem gigantisehen Wallraf-Richartz-Neubau schwebt und kurz bevor Dortmund das neue Museum für Kunst- und Kulturgeschichte einweiht, ist jetzt Essen an der Reihe.
Dort eröffnet heute um 16 Uhr Ministerpräsident Johannes Rau den beträchtlichen Erweiterungsbau des Folkwang-Museums. Zahlreiche Stücke aus dem Folkwang-Eigenbesitz können nun zum ersten Mal aus den Magazinen geholt werden, darunter eine wohl einmalige Auswahl von Emil Noldes Werk sowie Arbeiten, die zum Teil seit 40 Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen waren. Auch nennenswerte Teile der vielgerühmten fotografischen Sammlung können nun einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden.… Weiterlesen
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Bonn zeigt „Superstars“ der US-Kunstszene
Von Bernd Berke
Bonn. Düsseldorf hatte vor kurzem das Ausstellungsmotto „New York Now“ (Jetzt New York!) ausgegeben, nun schickt Bonn einen Ausruf hinterher: „Back to the USA“ (Zurück zu den USA!), heißt die üppige Präsentation US-amerikanischer Kunst der 70er und 80er Jahre, die seit gestem zu besichtigen ist.
Etwa 120 Arbeiten aus der ersten, seit ihrer Kindheit vom Medium Fernsehen geprägten US-Generation (was sich in vielen Bildern niederschlägt) sollen die in Europa entstandene Informationslücke über Kunst aus den „Staaten“ füllen. Die Exponate, auf unserem Kontinent bisher nur in Luzern gezeigt, stammen überwiegend aus US-Privatsammlungen. Prof. Klaus Honnef, einer der Ausstellungs-Macher, meint gar, nach dem Boom der 60er Jahre sei US-Kunst hierzulande „regelrecht bekämpft“ und zugunsten der einheimischen „Neuen Wilden“ verdrängt worden.… Weiterlesen
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Im neuen Haus behält man den Durchblick – Erweiterungsbau des Bochumer Museums
Von Bernd Berke
Bochum. „Das Prinzip Hoffnung“ lautet der Titel der ersten Ausstellung im eindrucksvoll erweiterten Museum Bochum, das gestern von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau feierlich eröffnet wurde. Dieses Prinzip liegt wohl dem gesamten Neubau zugrunde, der von den Kopenhagener Architektur-Professoren Bo und Wohlert geplant und für 16,6 Millionen Mark an die alte Villa Marckhoff-Rosenstein gesetzt wurde.
1977 war der Beschluß, ein „neues Haus“ zu errichten, im Bochumer Kulturausschuß gefallen. Schon bald darauf wäre solch ein Wagnis,mit Sicherheit Sparerwägungen zum Opfer gefallen. Der Bau ist heute schon eine Erinnerung an bessere Zeiten.
Museumsleiter Dr. Peter Spielmann sprach gestern von einem Museum „mit menschlichen Dimensionen“, das weniger der Repräsentation als der ungezwungenen Begegnung mit der Kunst förderlich sei. Spielmann: „Alles ist möglich von der Aktion bis zur Meditation.“… Weiterlesen
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Kunst-Aktion mit Feuer, Wasser, Luft und Erde: Holzbilder 5 Jahre lang den „Elementen“ ausgeliefert
Von Bernd Berke
Mülheim. Gegen 11.27 Uhr schwebte gestern ein Hubschrauber über die Ruhr auf die Mülheimer Schloßbrücke zu und warf ein verwittertes HoIz-Quadrat ab. Eine Viertelstunde später hing das Objekt im Städtischen Museum – spektakulärer Abschluß einer Kunst-Aktion, deren Anfänge fünf Jahre zurückreichen.
Seit 1978 hat der Mülheimer Willi Brands (38) vier quadratische Holzleistenkonstruktionen auf Stahlrahmen den klassisecen „Elementen“ ausgesetzt: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Aktionstitel: „Die vier Elemente“. Das „Erde“-Gestell wurde am 15. Juli 1978, im geschichtsträchtigen Boden von Xanten vergraben und sieht heute aus wie ein von Archäologen geborgenes Relikt aus der Vorgeschichte. Bücher, die man damals gleichfalls im Erdreich versenkte, wurden restlos weggefressen – für Dr. Dirk Soechting, Ex-Direktor des Regionalmuseums Xanten, ein „eindrucksvolles Zeichen für Vergänglichkeit“.
Ein weiteres Exemplar wurde dem „Feuer“ der Krupp Hüttenwerke in Duisburg-Rheinhausen überantwortet, genauer: es wurde dicht bei einem Hochofen plaziert.… Weiterlesen
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„Ereignis-Karikaturen“: Geschichte in spöttischen Bildern
Von Bernd Berke
Münster. Eine Wildsau mit preußischer Pickelhaube steckt in der Falle, auf der „Verdun“ steht. Bismarck geht von Bord eines Schiffs, spielt Schach gegen den Papst. Napoleon trifft am Rande des Schlachtfelds ein Skelett.
360 sinnfällige Beispiele dafür, wie Zeichner zwischen 1600 und 1930 komplizierte politische und gesellschaftliche Vorfälle mit variiert wiederkehrenden Ausdrucksmitteln karikieren, sind ab Sonntag im Münsteraner Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen. „Ereignis-Karikatur“ heißt die Ausstellung.
Die bissig-oppositionellen, in nationalen Hurrah-Zeiten oft aber auch offiziös-propagandistischen Drucke stammen zu zwei Dritteln aus dem Fundus des Landesmuseums. Leihgaben kamen unter anderem vom Dortmunder Institut für Zeitungsforschung. Besonders interessant für Revierbewohner: Spottbilder aus der Zeit des „Ruhrkampfs“.
Die Vorbereitung dauerte zwei Jahre. Damit die große Zeitspanne einigermaßen repräsentativ erfaßt werden konnte, mußten tausende von Karikaturen gesichtet werden.… Weiterlesen
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Immer Kohlestaub auf dem Zeichenpapier – Künstler Alfred Schmidt arbeitete vier Monate lang unter Tage an einem Großbild
Von Bernd Berke
Gelsenkirchen. „Nimm lieber ’ne Schippe und verdien dir dein Geld richtig!“ Solche Schmähungen mußte Alfred Schmidt (53) über sich ergehen lassen, als er die ersten Male auf Zeche „Hugo“ in Gelsenkirchen-Buer einfuhr. Seit über 100 Jahren wird auf „Hugo“ Kohle abgebaut, doch ein Maler war noch nie vor Ort.
Alfred Schmidt ließ sich nicht verdrießen: Vier Monate lang war er jeweils mit der Mittagsschiebt unter Tage – Staffelei, Zeichenpapier, Rohrfeder und Tusche immer dabei. Schmidts Dauerstandort: Schacht V, Sohle 7, in 940 Meter Tiefe. Dort kommen praktisch alle 3500 Kumpel vorbei, die bei „Hugo“ unter Tage arbeiten.
Nach und nach gewöhnte man sich an den Künstler, der mit Helm, Stahlkappenschuhen, Schienbeinschutz und Geleucht einfahren mußte und die Schutzhandschuhe beim Zeichnen ablegte.… Weiterlesen
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Kaii Higashiyama – Düsseldorf präsentiert Altmeister der japanischen Landschaftsmalerei
Von Bernd Berke
Düsseldorf. In seiner Heimat ist er eine Berühmtheit: Kaii Higashiyama, 1908 in Yokohama geborener Altmeister der japanischen Landschaftsmalerei, ist gar Träger des äußerst selten verliehenen Titels „Lebender Kulturschatz“. Von ihm stammt ein großes Wandgemälde im kaiserlichen Palast.
300 000 Besucher drängten sich auf seiner letzten großen Ausstellung in Tokyo. Zum Vergleich: Henri Matisse zog „nur“ 260 000 Japaner in seinen Bann. Seit dem vergangenen Wochenende ist – als Nachtrag zu den dortigen„Japan-Wochen“ – in der Düsseldorfer Kunsthalle eine Auswahl seiner Werke zu sehen.
Higashiyama arbeitet fast ausschließlich mit hierzulande kaum verwendeten Mineralfarben. Zerriebene Mineralien, durch besondere Verfahren „streichfähig“ gemacht, verleihen den Bildern eine ganz andere Oberflächen-Struktur als Ölfarben. Feinkörnig, zuweilen ganz leicht glitzernd, geben sie den Landschaftsmotiven etwas Magisch-Geheimnisvolles, Meditatives.… Weiterlesen
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New Yorks Ruf wird aufpoliert – Neue Aufmerksamkeit für die Kunstmetropole
Von Bernd Berke
Düsseldorf. Seit die gar nicht mehr so neuen europäischen „Wilden“, allen voran die Italiener Clemente und Cucchi, weltweit Furore machen, steht eine Stadt nicht mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, die bis weit in die Siebziger Jahre als d i e Metropole aktueller Kunstströmungen galt: New York.
Der Düsseldorfer Kunstverein führt daher jetzt in seiner Ausstellung „New York Now“ (New York jetzt!) die neuesten Stimmungen an der US-Ostküste vor, wie sie sich in der Malerei äußern. Und siehe da: Auch jenseits des „großen Teiches“ geht der Trend offenbar stracks in Richtung „Gegenständliches“.
Auch in New York hat sich, nimmt man diese Ausstellung zum Maßstab, eine meist expressive, grelle Malweise durchgesetzt, die oft auf ganz einfache Chiffren, wie sie in Zeichnungen von Kindern vorkommen, zurückgreift (besonders deutlich bei Richard Bosman und Jean Michel Basquiat).… Weiterlesen
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2568 Fotos stellen die TV-Realität in Frage
Von Bernd Berke
Bonn. Unsere vom Fernsehen entscheidend umgeprägten Sehgewohnheiten stellt ein Mammutwerk dar, das jetzt in der Bonner Kunsthalle zu sehen ist.
Sein Urheber, der 33-jahrige Wahl-Düsseldorfer Klaus Mettig, muß sich einer beachtlichen TV-Nachrichtenberieselung unterzogen und dabei seinen Fotoapparat stets „schußbereit“ auf den Bildschirm gerichtet haben. So entstanden Tausende von Schwarz-Weiß-Bildern, „eingefrorene“ Mattscheiben-Momente, von denen Mettig exakt 2568 Stück zu riesigen Bildwänden zusammenfügte.
Die schier endlose Fotoreihe (alle Bilder dicht an dicht, im einheitlichen Rechteckformat), die sich in Bonn durch eine ganze Raumflucht zieht, war bisher nur im holländisehen Eindhoven komplett und auf der „documenta 7″ in Teilen zu sehen.
Man mag an das kürzlich von Bodo Harenberg in Dortmund präsentierte Geschichts-Allerlei „Monumenta ’83“ denken. Aber: Was beim ersten Hinsehen wie eine gestaltlose Addition oder bloße Anhäufung wirkt, enthüllt sich hier bei näherer Betrachtung als listenreicher Kommentar zur gewohnten Mediennutzung: 2568 Ausschnitte aus der TV-„Realität“ – das sind zahllose pompöse Staatsakte, geschniegelte Nachrichtenverleser, lakonische Schrifteinblendungen zu Katastrophen, garniert mit Börsentabellen, dazu Kriege, Demonstrationen, Porträts der Mächtigen und Massenszenen mit den Ohnmächtigen.… Weiterlesen
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Großer Überblick: Westfälische Kunst aller Richtungen – „Exponata ’83“ in Münster
Von Bernd Berke
Münster. „Exponata ’83“ hinter diesem Titel verbirgt sich – laut Veranstalter – die seit Jahren größte Präsentation westfälischer Kunst.
Die vom „Berufsverband Bildender Künstler Westfalen Süd/Nord“ ausgerichtete Kunstschau in Münster verdankt sich nach Ansicht der Organisatoren einem Mißstand. Hubert Teschlade, Sprecher der maßgeblich beteiligten Bildhauergruppe Münster: „Im offiziellen Ausstellungsbetrieb kommen viele von uns überhaupt nicht zum Zuge.“ In den wichtigen Museen präsentiere man jeweils nur die am Kunstmarkt gängigen Stilrichtungen. Teschlade: „Die Künstler können sich kaum noch selbst wirksam darstellen, sie werden von anderen dargestellt. 95 Prozent von uns werden dabei sozusagen ,abgehängt‘.“
Also schritten die westfälischen Kunstproduzenten zur Selbsthilfe und bauten eine Ausstellung in eigener Verantwortung auf, wenn auch mit Zuschüssen des NRW-Kultusministeriums. Das Ergebnis – über 500 Skulpturen und Gemälde von 110 Künstlern aus dem Kernbereich Westfalens – ist nach halbjähriger Vorbereitungszeit ab Sonntag an verschiedenen Münsteraner Stätten zu besichtigen.… Weiterlesen
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Zentrum für DDR-Kunst entsteht im Revier – Großmäzen Peter Ludwig engagiert sich in Oberhausen
Von Bernd Berke
Oberhausen. An der Revierstadt Oberhausen wird künftig keiner vorübergehen können, der sich aus erster Hand über DDR-Kunst auf dem laufenden halten will.
Das glaubt jedenfalls Deutschlands bekanntester Kunstmäzen: Professor Dr. Dr. h. c. Peter Ludwig, Schokoladenfabrikant, Sammler und Stifter von Kunst en gros, erkor „Schloß Oberhausen“ zum Depot einer einzigartigen Kollektion. Nirgendwo sonst (außerhalb der DDR) wird man so viele Werke der bildenden Kunst aus dem zweiten Deutschen Staat haben wie hier.
Zugleich soll ein „Ludwig Institut für Kunst der DDR“ ins Schloß einziehen und die wertvolle Sammlung (104 Stücke, u. a. von Willi Sitte, Werner Tübke und Bernhard Heisig) wissenschaftlich aufarbeiten. Publicityträchtig zauberte Ludwig gestern noch eine Überraschung aus dem Hut und legte eine Ergänzungsliste mit 30 von ihm erworbenen Bildern der 9.… Weiterlesen
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Künstler will 350 Kilometer langen Kreidekreis ziehen – Gunter Demnig kommt auch durch Dortmund und durchs Sauerland
Von Bernd Berke
Im Westen. „Spuren-Demnig“ ist ab Sonntag wieder unterwegs. Mit einer 350 Kilometer langen Linie aus Schlämmkreide“ (Titel: „Kreidekreis“) will Günter Demnig (35) binnen 14 Tagen eine abgezirkelte Spur um die Wuppertaler „Galerie Brusten“ ziehen.
Weil er sich dabei stets im 40-Kilometer-Abstand vom Kreismittelpunkt bewegt, wird er auch in Dortmund (Scharnhorst) und Iserlohn Kreide hinterlassen sowie an Altena, Lüdenscheid und Olpe vorbeikommen. Start und Ziel: der Kölner Kunstverein.
Demnig wird sein Plexiglaswägelchen, aus dem die Kreide (umweltfreundlich und bei trockenem Wetter eine Woche haltbar) rinnt, von Köln aus im Uhrzeigersinn durch die Lande schieben. Für den Kreidenachschub hat er Depots ausgeguckt, etwa Gaststätten am Streckenrand. Genächtigt wird im Zeit.
Was soll der Betrachter denken? Demnig will der Phantasie nicht vorgreifen, nennt aber Stichworte: „Meine Strecke ähnelt auf der Landkarte den Ziel- und Fadenkreuzen militärischer Planer.“… Weiterlesen
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Geschichte der türkisch-westfälischen Beziehungen – Ausstellung in Münster
Von Bernd Berke
Münster. Westfalen und Türken haben es nicht erst miteinander zu tun, seitdem die „Gastarbeiter“ gerufen wurden. Daß es vielmehr eine lange (und schlachtenreiche) Tradition solcher Wechselbeziehungen gibt, belegt die gestern eröffnete Ausstellung „Münster, Wien und die Türken“.
Vor 300 Jahren standen Heerscharen des „Osmanischen Reichs“ (heutige Türkei) als „Bedrohung der Christenheit“ vor den Toren Wiens. So sahen es wenigstens die mitteleuropäischen Herrscher, die im Geist der Kreuzzüge zur Verteidigungsschlacht und dann zum Eroberungskrieg bliesen. Die Ausstellung in Münster erinnert – als einzige in Deutschland – an das Jahr 1683, in dem auch münstersche Bäckerjungen an der Verteidigung Wiens mitgewirkt haben sollen.
In späteren Kriegen fochten Münstersche Söldner fürs „Abendland“. Das Jahr 1916 markiert einen weiteren Einschnitt: Damals wurde in Münster eine deutsch-türkische Gesellschaft ins Leben gerufen, zur Zeit der „Waffenbruderschaft“ im 1.… Weiterlesen
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„Der Hang zum Gesamtkunstwerk“ – weit mehr als eine Besessenheit
Von Bernd Berke
Düsseldorf. Ein ehrgeiziges Projekt macht Station in der Landeshauptstadt: „Der Hang zum Gesamtkunstwerk“, bisher lediglich in Zürich und dann nur noch in Wien zu sehen, dokumentiert ab heute in der Düsseldorfer Kunsthalle eine „Besessenheit“ europäischer Künstler in den letzten 150 Jahren: „Aufs Ganze“ zu gehen, alles zugleich ausdrücken zu wollen, universelle Utopien zu entwerfen, sämtliche Kunstformen (Dichtung, Musik, Malerei, Theater, Film, Architektur usw.) zu verschmelzen und damit in alle Bereiche des Gemeinwesens hineinzuwirken.
Der Ausstellungsmacher Harald Szeemann faßt den ohnehin kaum definierbaren Begriff des Gesamtkunstwerks (Urheber: Richard Wagner) weit: Goethes humanistisches Bildungsideal zeugt danach ebenso vom Hang zur Totale wie etwa die Anfänge des „Bauhauses“ (bevor es zur Stil-„Schule“ wurde), JosephBeuys‘ Arbeiten ebenso wie die eines Philipp Otto Runge, der das Einssein des Künstlers mit dem Universum ersehnte (Außerdem u.a.:… Weiterlesen
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Sinkt das Interesse an großen Museen?
Von Bernd Berke
Münster. Die großen Museen, etwa in Köln, München und Berlin, verzeichnen sinkende Besucherzahlen, die kleinen und mittelgroßen Institute holen auf. Das sind die Trends, die sich in der (noch nicht abgeschlossenen) Statistik für 1982 deutlich abzeichnen.
Vertreter des Deutschen Museumbundes (DMB), dessen Jahrestagung gestern in Münster zu Ende ging, sprachen in diesem Zusammenhang von einem „Rückgang aufs normale Maß“ und nannten als mögliche Gründe für die Einbußen das Fehlen besonders spektakulärer Ausstellungen sowie die in der Rezession immer öfter geübte Praxis, dort Eintrittsgelder zu erheben, wo es bislang Museumskultur „zum Nulltarif“ gab. Auch sonst stand die Tagung zum großen Teil im unheilschwangeren Zeichen der Finanzmisere.
Dr. Christoph B. Rüger (46), Direktor des Rheinischen Landesmuseums Bonn und frischgebackener Vorsitzender des Deutschen Museumsbundes (der 636 „Vollmitglieder“ vertritt), beklagte vor allem die Auswirkungen des neuen Künstler-Sozialversicherungsgesetzes.… Weiterlesen
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Bilder als Keimzellen für Romane – Graphik-Kalender von Günter Grass in Aachen vorgestellt
Von Bernd Berke
Aachen. „Ich komme immer wieder gern in die Provinz“, freute sich Günter Grass. Dort wisse man Ereignisse wie Ausstellungseröffnungen nämlich noch zu schätzen.
Grass sprach in eigener Sache: Der in Berlin lebende Autor von „Blechtrommel“ und „Butt“ kam gestern nach Aachen, um im dortigen Georgi-Verlagshaus seine Radierungen aus den letzten drei Jahren vorzustellen (Theaterstraße 77, bis Juni, außerdem Farbholzschnitte von Andreas Feiger). Was nur wenige seiner Leser wissen: Grass ist vom Fach. Nach einer Steinmetzlehre in Düsseldorf hat er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin studiert.
Verhältnismäßig spät wurde Grass als Schriftsteller bekannt. Dieses Metier kann er aber auch dann nicht verleugnen, wenn er graphisch arbeitet: „Mit Bildern kontrolliere ich das Geschriebene.“ Habe er eine Metapher (bildhafter Ausdruck) niedergeschrieben, so erprobe er ihre Wirkung oft, indem er das Ganze noch einmal skizziere.… Weiterlesen
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Symbol des Christentums entfaltet großen Formenreichtum – Äthiopische Kreuze in Recklinghausen
Von Bernd Berke
Recklinghausen. Der Rhythmus hat sich eingependelt: Alle zehn Jahre wieder gibt es in der Bundesrepublik eine Ausstellung äthiopischer Volkskunst, zu der vornehmlich Holz- und Metallkreuze gehören.
1963 fand (Schirmherrschaft: Heinrich Lübke und Haile Selassie) eine solche Exposition in der Essener Villa Hügel statt, 1973 war Stuttgart an der Reihe und jetzt Recklinghausen. Ab Sonntag sind in der dortigen Kunsthalle etwa 200 kostbare Kreuze aus einer westfälischen Privatsammlung erstmals öffentlich zugänglich.
Erstaunlich, daß bei diesem, auf den ersten Blick etwas abseitigen Thema keine eintönige Ausstellung herauskam. Überraschend die Vielfalt der Kreuzformen seit dem 16. Jahrhundert, wie sie so in keinem anderen Land der Welt zu finden sein dürfte. Da gibt es Vortrage-Kreuze für Prozessionen und solche zum Umhängen, die oft die einzige Habe ihrer ehemaligen Besitzer darstellten.… Weiterlesen
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Jetzt die Hauptmahlzeit! – Umfangreiche Matisse-Ausstellung in Düsseldorf
Von Bernd Berke
Düsseldorf. Autofahrer können es kaum übersehen. Als hieße so ein neuer Düsseldorfer Stadtteil, geleiten Schilder mit der Aufschrift „Matisse“ den Ortsunkundigen zur Kunsthalle am Grabbeplatz. Dem logistischen Aufwand entspricht ein nahezu sensationelles Ereignis: Noch nie war in einem deutschen Kunsttempel das Schaffen von Henri Matisse derart umfassend dokumentiert wie jetzt am Rhein.
Genau 97 Exponate sind zu sehen, Leihgaben aus aller Welt. Die Ausstellung, die 1982 in Zürich Furore machte, dürfte derzeit eine der wichtigsten überhaupt sein. Stolz verglich denn auch Kunsthallen-Direktor Jürgen Harten die Schau mit der „kleinen“ Bielefelder Matisse-Ausstellung 1981, die lediglich ein „hors d’oeuvre“ (Vorspeise) gewesen sei, während man nun in Düsseldorf die „Hauptmahlzeit“ serviere.
Nahezu alle avantgardistischen Stilrichtungen bezogen oder beriefen sich in irgendeiner Form auf Henri Matisse (1869-1954), Picasso ebenso wie die wichtigsten Vertreter der US-amerikanischen Popart.… Weiterlesen
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Haßtiraden gegen die Kunst und Vandalismus bei der Kasseler documenta 7
Van Bernd Berke
Kassel. Das Team des Hessischen Rundfunks traute den Ohren kaum. Sechs Wochen lang hatte man ein „Mecker-Tonband“ auf der Kasseler documenta postiert. Was den Funkleuten beim Abhören der Bander entgegentönte, erinnerte vielfach an längst überwunden geglaubte Zeiten. Da verschaffte sich Besucherzorn mit Haßtiraden gegen ,,entartete Kunst“ Luft. Ein wütender Zeitgenosse wünschte sich die endgültige Aktion von Joseph Beuys: der Künstler moge sich doch vom hohen Dach des Fridericianums stürzen.
Bei den markigen Worten ist es nicht geblieben. Noch nie wurden auf der im Vier-Jahre-Rhythmus stattfindenden Kunstschau dermaßen viele Schäden durch mutwillige Zerstorung angerichtet wie diesmal. Vorsichtige Schätzungen beziffern den materiellen Verlust auf annahernd 100000 DM. Spektakulärster Fall: Ein Jugendlicher ging mit dem Stock auf eine Spiegelplastik Dan Grahams los.… Weiterlesen
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200 Meter Bauzaun als Kunstwerk – und Joern Schlund träumt schon von einem Liebesbrief an der Spitze des Florianturms
Von Bernd Berke
Kassel/Dortmund. Joern Schlund (47) will dem großen Kasseler Kunstspektakel documenta die Schau stehlen. Er wird – mit finanzieller Unterstützung einer Dortmunder Firma – knapp 200 Meter Bauzaun zum gigantischen Kunstwerk umgestalten. Schlunds Aktion soll genau zehn Tage vor Eröffnung der documenta, die am 19. Juni ihre Pforten öffnet, gestartet werden und 20 Tage lang dauern. Die WR stellt das Projekt als erste Zeitung vor.
Das „Objekt“ befindet sich direkt gegenüber dem Kasseler Hauptbahnhof. Der agile Künstler und Pädagoge aus Geseke bei Paderborn wird den langen Bauzaun, hinter dem zur Zeit ein Großkaufhaus hochgezogen wird und der ansonsten als Werbefläche dient, in mühsamer Einmannarbeit bemalen. Daß er dabei mitten im Großstadtrummel agieren muß, stört den Aktionskünstler nicht. Im Gegenteil: Er ist schon gespannt auf Reaktionen aus der Bevölkerung, die er vor Ort mit einer Videokamera aufzeichnen will.… Weiterlesen
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Verschlagwortet mit 200 Meter Bauzaun, Dortmund, Joern Schlund, Paderborn, Siegen
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