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Schlagwort-Archive: Juli Zeh
Alles nur gelogen? Wie Juli Zeh ihre „Pony Show“ inszeniert
Mark Steinert führt im hippen Hamburger Schanzenviertel eine auf die Nöte und Sorgen von Künstlern spezialisierte Anwalts-Kanzlei: „Wir vertreten Schauspielerinnen, die ihre Regisseure wegen sexueller Belästigung anzeigen. Regisseure, die sich zum Gaza-Krieg äußern und danach keine Jobs mehr bekommen.“
Und weiter: „Wir helfen Autoren, die ihre Ideen angeblich von anderen Autoren gestohlen haben.“ – „Wir helfen Musikern, die Kritiker beleidigen, und Journalisten, die Mordandrohungen erhalten“, meint Mark, der Erzähler in Juli Zehs neuem Roman „Pony Show“, und ergänzt dann lapidar: „In den letzten Jahren wurden unsere Mandanten immer prominenter und die Honorare höher.“
Manchmal hat Mark zwar das dumpfe Gefühl, dass seine Karriere auf dünnem Eis verläuft, seine Auftritte vor Gericht mehr Schein als Sein sind. Doch insgesamt ist alles in bester Ordnung.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Frauen & Männer, Literatur
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Brücken dringend benötigt – „Zwischen Welten“ von Juli Zeh und Simon Urban
Einst studierten Theresa und Stefan Germanistik in Münster, redeten ununterbrochen und tranken nächtelang, wollten die Welt retten oder doch wenigstens die deutsche Literatur. Sie waren wie unzertrennliche Geschwister und haben alles geteilt, nur nicht das Bett. Dann, von einem Tag auf den anderen, trennten sich ihre Wege.
Theresa brach Hals über Kopf ihr Studium ab, flüchtete wie von Furien gehetzt zurück nach Brandenburg, um nach dem Tod ihres Vaters den Bio-Milchhof zu retten und in eine ökologische Zukunft zu führen. Längst ist sie verheiratet und hat zwei Kinder, plagt sich mit einer Bürokratie, die keine Rücksicht nimmt auf den alltäglichen Überlebenskampf von Bauern in Zeiten des Klimawandels, wo die mickrige Ernte auf ausgelaugten Böden verdorrt oder von sintflutartigen Regenfällen weggeschwemmt wird.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft & Soziales, Literatur, Natur Klima Umwelt, Netzwelten & KI
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Die Leute sind oft anders, als wir meinen – Juli Zehs neuer Roman „Über Menschen“
Dora muss raus. Einfach weg von allem. Irgendwo neu beginnen. Raus aus dem hysterisch überdrehten Berlin, der Endlosschleife immergleicher Gespräche über gesunde Ernährung und korrekte Mülltrennung. Weg von ihrem Freund Robert, der sich vom Klima-Aktivisten zum Corona-Schamanen gewandelt hat und Gefolgschaft erwartet.
Seit die Pandemie da ist und die Menschen Masken tragen, kommt alles ins Rutschen. Beziehungen und Gewissheiten lösen sich auf. Die Werbe-Agentur, in der sie eben noch als Star-Texterin verehrt und gut bezahlt wurde, verdonnert Dora zum Homeoffice und wird ihr später per Mail die Kündigung aussprechen. Da ist Dora aber längst schon abgehauen, hat die Café-Latte-Schickeria, die Cancel-Culture- und Gender-Sternchen-Debatten abgeschüttelt wie lästige Fliegen, hat schnell ein paar Sachen und ihren Hund eingepackt und ist nach Bracken gefahren, einem (fiktiven) Kaff in der Prignitz.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Gesellschaft & Soziales, Lebenswege, Literatur, Stadt Land Fluss
Verschlagwortet mit Juli Zeh, Über Menschen
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„Mutti“ bei den Ruhrfestspielen: Die Große Koalition in Gruppentherapie
Auf den ersten Blick ist es eine seltsame Idee: ein Theaterstück über eine Koalitionskrise im Jahr 2014, mit den Protagonisten Merkel und Gabriel, Seehofer und Von der Leyen, im Hintergrund läuft das WM-Finale. Ein Stück, dermaßen in der Gegenwart verhaftet, dass man einen vielleicht kurzweiligen, jedoch nicht unbedingt nachhaltigen Abend erwartet. Doch dann kommt „Mutti“. Das Stück von Charlotte Roos und Juli Zeh wurde jetzt bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt.
Roos und Zeh bringen Theater und Tagespolitik zusammen und haben damit bereits zum zweiten Mal ein Genre erwählt, das man eigentlich vor allem aus Film und Fernsehen kennt: „Mutti“ ist eine politische Komödie, grandios umgesetzt in der Inszenierung des Deutschen Nationaltheaters Weimar unter der Regie von Hasko Weber.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Politik und so, Region Ruhr, Theater
Verschlagwortet mit Charlotte Roos, Gabriel, Hasko Weber, Juli Zeh, Merkel, Michael Wächter, Nadja Robiné, Recklinghausen, Ruhrfestspiele, Seehofer, Von der Leyen
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„Nullzeit“ von Juli Zeh: Thriller mit Tauchgang
Gleich nach dem Examen schwant dem angehenden Juristen Sven, dass er keine Lust hat, Menschen zu beurteilen, zu bewerten, zu bestrafen. Zusammen mit Antje, seiner Freundin, packt er seine Siebensachen, sagt Deutschland Adieu und eröffnet auf Lanzarote eine Tauchschule. Sven begleitet seine Kunden nicht nur bei ihren Tauchgängen unter Wasser, er vermietet ihnen auch Appartements und ist rund um die Uhr für sie da. Wer bereit ist, eine ziemliche Stange Geld zu zahlen, kommt bei Sven auf seine Kosten. Oberstes Gebot des Aussteigers ist es, sich keinesfalls in das Leben seiner Gäste hineinziehen zu lassen. Doch bei Theo, dem versoffenen Schriftsteller, der seine besten Tage hinter sich hat, und Jola, der attraktiven TV-Serien-Schauspielerin, will ihm das nicht gelingen. Das deutsche Künstlerpaar verhält sich nicht nur unter Wasser etwas seltsam.… Weiterlesen



