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Schlagwort-Archive: Ikonen
Bilder einer aufstrebenden Gesellschaft – Recklinghausen zeigt Ikonen aus Varna

Der Heilige Joseph, der halbwüchsige Christus und reichlich Schreinerwerkzeug. Die Ikone der Schreiner-Innung entstand um 1850 in Bulgarien. (Foto: Ikonen-Museum Recklinghausen)
Hier ist er der Mittelpunkt: Joseph, Ehemann von Maria und, wie man das immer etwas verschämt nennt, Ziehvater des Jesusknaben. Wegen göttlich herbeigeführter Jungfrauenschwangerschaft war er ja nicht der biologische Vater. Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch hat man sich in Varna seiner angenommen und ihm in einer großen Ikone den Ehrenplatz zugewiesen.
Und da steht er nun, wallend das Gewand, doch bescheidend schauend, einen Zollstock in der Hand. Rechts im Bild und wesentlich kleiner ein barfüßiger Halbwüchsiger, den der Heiligenschein als Messias ausweist. Weiter unten im Bild jedoch ist eine Menge Zimmermannswerkzeug zu sehen, Winkel, Zirkel, Hobel, auch ein Töpfchen Nägel.… Weiterlesen
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Die Farbe Rot ist den Russen heilig – Belegstücke von der Ikone bis zum Stalin-Bildnis in Wuppertal
Von Bernd Berke
Wuppertal. Wenn die vulgärpsychologische Vermutung stimmt, daß Rot Aggressionen hervorruft – dann aber Vorsicht: Wuppertals Von der Heydt-Museum bestreitet jetzt eine ganze Ausstellung mit der wohl wirksamsten Farbe. Untersucht wird das „Rot in der russischen Kunst“.
Die Belegstücke stammen sämtlich aus dem Russischen Museum zu St. Petersburg, das zumindest aus westlicher Sicht ein Schattendasein neben der weltberühmten Eremitage führt. Doch den Russen selbst liegt das traditionsreiche Haus mit den 400 000 (!) Kunstwerken sehr am Herzen.
Aus einem solch riesigen Fundus 63 Bilder auszuwählen, in denen das Rot vorherrscht, dürfte nicht schwerfallen, zumal man den zeitlichen Rahmen (13. bis 20. Jahrhundert) großzügig steckt.
Außerdem hat gerade in Rußland das Rot von jeher besonders viel besagt. Das Wort „krasnyj“ bezeichnet nicht nur diese Farbe, sein weiteres Bedeutungsfeld umfaßt auch Begriffe wie „gut“, „wichtig“ und „schön“.… Weiterlesen
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Ikonenmuseum in Recklinghausen – die größte Sammlung der westlichen Welt
Von Bernd Berke
Das Jesuskind liegt nicht im Stall, sondern in einer dunklen Höhle. Statt in eine liebliche Landschaft blicken wir auf ein zerklüftetes Felsmassiv. Die Jungfrau Maria beugt sich nicht über Christus, sondern liegt, dem Betrachter zugewandt, malerisch hingestreckt. Josef hat der Szenerie sogar ganz den Rücken zugekehrt.
Josef spricht mit einer Gestalt im blauen Fellgewand. Theologen und Kunsthistoriker vermuten, daß diese Figur einen Versucher darstellt, der in Josef Zweifel an dem Vorgang der Jungfrauengeburt entweder wecken oder bestärken will.
Das Bild widerspricht nicht von ungefähr unserer gewohnten Vorstellung vom Geschehen in der Heiligen Nacht. Es handelt sich nämlich um eine Ikone, also um ein Andachtsbild, das am Ende des 16. Jahrhunderts in Griechenland entstanden ist und heute im Ikonen-Museum Recklinghausen hängt.… Weiterlesen
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